Gesundheit

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen Themen aus dem Bereich Gesundheit vor, mit denen sich unsere Mitglieder bzw. nahestehende Vereine oder Gruppen beschäftigen. Beachten Sie bitte, dass wir keine medizinische Beratung erteilen können, dürfen oder wollen. Unsere Seiten sind lediglich als Ergänzung zu, aber nicht Ersatz für qualifizierte, fachärztliche Betreuung gedacht.

Unsere Veranstaltung
DEUTSCHLAND WIRD WACH
3. Dillenburger Schlaf- und Schnarchforum
Gesunder Schlaf - Glücklicher Leben
• • •
Liebling, schnarch woanders

Samstag
21. November 2009

Info´s hier>

Diabetis

Information der SHG für Typ I - Diabetiker

Typ -1- Diabetes beginnt meist in der Jugend und entsteht durch die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen.

Etwa 5-10 Prozent aller Diabetiker haben einen Typ-1-Diabetes. Bei einer Gesamtzahl von 6 Millonen bekannten Diabetikern sind das zwischen 300.000 und 600.000 Menschen in Deutschland, davon sind etwa 25.000 Kinder und Jugentliche.

Die Behandlung des Typ-1-Diabetes erfolgt mit täglich mehrfachen Insulin-Spritzen oder mit einer Insulinpumpe.

Eine lebenslange sorgfältige Blutzuckereinstellung ist bei Diabetes mellitus entscheidend, um Spätfolgen zu verhindern, die im Wesentlichen durch Veränderung der Blutgefäße hervorgerufen werden.
Zu solchen Spätschäden gehören der Herzinfakt, der Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine und Füsse, Veränderungen der Netzhaut, die zum Erblinden führen können, Störungen der Nervenfunktion bis hin zum Nierenversagen und Erektionsstörungen. Durch Zuckerschäden an den Nerven können Taubheitsgefühle und Gefühlsstörungen auftreten.

Diabetes mellitus ist zwar nicht heilbar in dem Sinn, daß die Erkrankung vollkommen verschwindet, mit guter Blutzuckerkontrolle können Diabetiker jedoch - abgesehen von der Therapie - ein vollkommen beschwerdefreies und normales Leben führen.

Die AWO-Diabetiker-Selbsthilfegruppe, Haiger informiert Sie gerne

Schmerz und Angst rauben Diabetikern den Schlaf

* Startseite <
* Ursachen und Folgen <

Schmerz und Angst rauben Diabetikern den Schlaf
Diabetiker leiden oft unter Schlafstörungen. Die Ursachen reichen von instabilem Stoffwechsel über Polyneuropathie bis zu Angststörungen. Eine neue medikamentöse Therapieoption könnte Pregabalin werden.

Bei jedem fünften Patienten mit chronischen Schlafstörungen finden sich organische Ursachen. Dazu gehört auch Diabetes, wie Professor Stephan Volk vom schlafmedizinischen Zentrum in Hofheim berichtet hat. So kann eine instabile Stoffwechsel-Einstellung den Schlaf beeinträchtigen. Nächtliche Hypoglykämien etwa können die Nachtruhe empfindlich stören. Auch wenn der Patient davon nicht aufwacht: Der nächtliche Erholungswert sinkt gegen Null, wenn er morgens wie gerädert ist. Dann muss die Stoffwechsel-Kontrolle stabilisiert werden.

Einfache Technik hilft gegen kreisende Gedanken

Weitere mögliche Ursache: eine generalisierte Angststörung. Diabetiker machen sich übermäßig oft Sorgen, so Volk beim Diabetes-Kongress in Hamburg. Zum Beispiel aus Angst vor Folgeschäden. Aber Sorgen, so der Schlafmediziner, "sind Gedanken, die sich um ein Thema drehen und nie zu einem Ende kommen". Damit schläft es sich schlecht.

Eine einfache Technik hilft, sich im Kreis drehende Gedanken zu unterbrechen: die "subvokale Artikulation neutraler Worte", also das Denken von neutralen Worten wie das Wort "da". Denn kreisende Gedanken bewegen sich - soviel ist bekannt - im Kurzzeitgedächtnis hin und her. Dieser Gedächtnisteil meldet sich gemeinerweise gerade dann besonders hartnäckig, wenn um uns herum Ruhe herrscht. Etwa, wenn wir schlafen wollen. Der Vorteil dabei: Das Kurzzeitgedächtnis ist extrem störanfällig - zum Beispiel durch ständiges, inneres Wiederholen des Begriffes "da, da, da ...". Das kann den Gedankenkreis aufheben, so Volk. Dem vor einigen Jahren erfolgreichen Pop-Song "Da-Da-Da ..." gibt das eine ganz neue Bedeutung.

Patienten mit diabetischer Polyneuropathie haben weitere Probleme. Sie drehen sich im Schlaf weniger als Gesunde, was sie schlecht schlafen lässt, so Volk bei einem von Pfizer unterstützten Symposium. Dazu kommen oft Schmerzen, die den Schlaf stören. Der gestörte Schlaf verstärkt wieder die Schmerz-Wahrnehmung - ein Teufelskreis.

Antiepileptikum könnte künftig Therapieoption sein

Eine neue Option bietet künftig vielleicht das Antiepileptikum Pregabalin (Lyrica®), das zur Behandlung von Patienten mit neuropathischen Schmerzen und generalisierten Angststörungen zugelassen ist. Eine erste Studie mit gesunden Probanden, die Pregabalin einnahmen, weist darauf hin, dass auch der Schlaf profitieren könnte: Die Studienteilnehmer schliefen mit Pregabalin schneller ein und besserten ihre Schlafeffizienz, wachten also nicht mehr so häufig auf.

Außerdem wurde ein Anstieg der Stadien III und IV des Tiefschlafs beobachtet - er ist für die körperliche Regeneration besonders wichtig. "Das", betont Volk, "gibt es sonst nur in Langzeit-Untersuchungen mit hoch dosiertem Baldrian."

(Quelle: Ärzte Zeitung vom 12.06.2007)

Annonym : Diabetes im Bett

Duffek, Widner & Schlomann "DiabetesIndex" GbR

Diabetes im Bett Bekenntnis eines Annonymen Diabetikers

Mein 17. Lebensjahr wurde mit der mir neuen Krankheit Diabetes ein entscheidendes Jahr. Ich kann schon sagen, dass die Krankheit mein Leben verändert hat.
Jede, der ersten Unterzuckerungen machte mich nachdenklicher, und lebensbewusster. Nun ist dies schon eine ganze Weile her und Diabetes wurde ein fester Bestandteil meines Lebens. Auch meines Sexuallebens.

In den ersten 2 Jahren merkte ich noch keinen Zusammenhang zwischen Diabetes und Sex. Als ich im 3. "Diabetesjahr" eine neue Beziehung einging machte ich schon Erfahrungen diesbezüglich. Oft as oder trank ich noch spät Abends, so dass ich dementsprechend spritzen musste (Ich hab die ICT).
Wenn der Tag recht anstrengend war und ich vor dem Essen nicht gemessen hab (sowas vergesse ich öfters - leider) und ich dann auch noch zu Guter letzt früh (weniger 2,5h nach dem Spritzen) zu meiner Partnerin ins Bett ging. Kam es schon zu unangenehmen Situationen.
Zum Beispiel kam es vor das mir aufgrund von einer Unterzuckerung (2,5-3 mmol/l => Also noch keine starke) keine Errektion möglich war oder nur sehr kurzzeitig anhielt. Es war zwar verständlich, aber auch frustrierend, das sie keine Lust mehr hatte, nachdem ich Cola ect. trank. Ich lernte daraus das ich durchaus vorausschauender sein muss (keine Spätmahlzeiten, andere Tagesplanung, vorher messen ect...). Ansonsten hab ich eigentlich keine weiteren Erfahrungen diesbezüglich gemacht.

Tipp´s und Artverwandtes zum Thema

Diabetes und Blutspende

Duffek, Widner & Schlomann "DiabetesIndex" GbR

Diabetes und Blutspende

Unter Diabetikern wird ab und an die Frage diskutiert, ob man Blut spenden darf oder nicht. Anlass dieser Diskussionen sind Berichte von Diabetikern, nachdem dies möglich sei. Dies veranlasste uns bei dem DRK nachzuhaken und diese Frage zu klären.

Grundlage für das Verbot für insulinpflichtige Typ-1 und Typ-2 Diabetiker sind die "§§ 12 und 18 des Transfusionsgesetzes die Bundesärztekammer und das Paul-Ehrlich-Institut. Diese haben dazu die "Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) in der Fassung 2005 mit Nachträgen 2007 herausgegeben."

Als Begründung nannte das DRK: "Neben der genetischen Prädisposition werden als Ursache des Diabetes mellitus infektiöse Einflüsse und Autoimmunprozesse diskutiert. Es besteht bei Diabetikern eine Stoffwechsellage mit unkalkulierbaren Blutzuckerentgleisungen im Stress- und Kollapsfall. Regelmäßige Injektionen bergen das Risiko der Sterilität und weitergehend ein Infektionsrisiko.Sowohl zum Schutz des Spenders wie auch zum Schutz der Empfänger von Blutkonserven können insulinpflichtige Spendewillige deshalb nicht zur Blutspende zugelassen werden.

Nicht insulinpflichtige Diabetiker mit einer guten Einstellung durch Diät oder orale Antidiabetika können weiterhin Blut spenden. Bei der Zulassung zur Blutspende sind bekannte Nebenwirkungen besonders zu beachten und durch den Arzt abzuklären."

Quelle: Friedrich-Ernst Düppe
Pressesprecher DRK-Blutspendedienst West

Diabetes und Sexualität

Duffek, Widner & Schlomann "DiabetesIndex" GbR

Diabetes und Sexualität

Sexualität ist für viele ein Tabuthema, solange es um die eigene Person geht. Unter anderem ist dies in dem Zwang begründet, Rollenbilder vom Mann oder Frau unbedingt einzuhalten. Noch stärker ist ein solch schüchternes Verhalten, wenn ein Partner an einer chronischen Krankheit, wie Diabetes, erkrankt ist. Daher hat sich diese Seite genau dieses Thema auf die "Fahnen" geschrieben.
Kann Diabetes die Sexualität beeinträchtigen ?
Prinzipiell: JA : Diabetes kann das empfindliche Spiel der Sexualität an verschiedenen Stellen stören:

* die psychische Belastung durch die chronische Krankheit
* die eingeschränkte körperliche Belastbarkeit
* die Nebenwirkungen von Medikamenten (hauptsächlich bei Typ-2-Diabetes)
* die Veränderungen an Blutgefäßen und Nervenbahnen

Aber: Durch eine gute Einstellung, richtiger psychologischer Betreuung durch den Partner, Familie und Arzt sind alle Risiken zumindest senkbar. Dazu später mehr...
Wie häufig sind Sexualstörungen bei Diabetikern ?
Die Erektionsfähigkeit ist bei etwa der Hälfte aller männlichen Diabetiker eingeschränkt. Somit gilt Diabetes als die häufigste Ursache für Potenzstörungen.[Mehr Informationen zu der erektilen Dysfunktion]
Warum kommt es zu Problemen ?
Zum einen ist die psychologische Belastung einer Krankheit, wie Diabetes enorm. Nicht umsonst sind Depressionen bei Diabetikern besonders häufig. Die psychologische Stabilität ist ein Grundpfeiler einer funktionierenden Sexualität.
Zum anderen gibt es organische Ursachen. Die Schädigungen an Nerven und Gefäße beeinträchtigen jegliche, an der Sexualität beteiligten, Organe : Das Anschwellen des männlichen Gliedes oder der weiblichen Scharmlippen, der Samenerguß oder die Erweiterung und das Feuchtwerden der Scheide bei der Frau werden durch ein feines Zusammenspiel von Blutgefäßen, Muskeln und Nerven reguliert. Sind diese geschädigt, kann der Körper nicht mehr richtig auf sexuelle Stimulation reagieren, die Sexualität wird schwierig, schlimmstenfalls schmerzhaft oder gar unmöglich.
Aber: Nicht nur Diabetes mellitus kann zur Impotenz führen.
Sondern auch eine Reihe anderer Ursachen sind (in Kombination mit Diabetes) erklärbar:

* Alkohol- und Nikotinmissbrauch
* Stress und psychische Faktoren
* Bluthochdruck
* Hormonstörungen (z.B. Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
* Leber- oder Nierenkrankheiten
* Medikamente

Männliche Probleme ?!?
Neben den beschriebenen Problemen findet sich eine ganze Reihe anderer : z.B. Libidostörungen, Ejakulationsstörungen, Spermatorrhoe, Ejaculatio praecox, Ejaculatio retarda und die retrograde Ejakulation. [Link zum Lexikon]
Weibliche Probleme ?!?
Die häufigsten, von Frauen mit Diabetes, erwähnten Probleme sind Müdigkeit und Lustlosigkeit, Scheidenentzündung, vermindertes sexuelles Verlangen (20% der Nichtdiabetikerinnen und 77% der Typ-2-Diabetikerinnen), verringerte vaginale Befeuchtung (20% der Nichtdiabetikerinnen und 37,5% der Typ-2-Diabetikerinnen) und längere Zeit bis zum Erreichen des Orgasmus (0% Nichtdiabetikerinnen und 49% Typ-2-Diabetikerinnen). Die Ursache ist oft ein schlecht eingestellter Diabetes mit zu hohen Blutzuckerwerten.

Siehe auch: [Diabetes und die Regel]
Wer kann mir helfen ?!?
Sie sollten erst mit Ihren Urologen oder Frauenarzt reden und folgend den Diabetologe ebenfalls zu Rate ziehen, da die Ursache, wie beschrieben durchaus diabetischer Natur sein kann. Sollten Sie jedoch Hemmung haben, sich Ihrem Arzt anzuvertrauen, was nur natürlich ist, bietet das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. eine anonyme Infoline: 0180/5558484 (0,12€/Min. - Montag bis Freitag 15 bis 20 Uhr)
Eine ebenfalls wichtige Adresse ist profamilia, deren örtliche Vertretung Partnerschafts- und Sexualberatung bietet [http://www.profamilia.de]

(Dies ist keine Werbung. Der Preis der Infoline wurde einem Informationsblatt, erhalten im November 2002 entnommen. Wir übernehmen keine Gewähr.)

Was kann helfen ?!?
Frauen

* Behandlung von Infektionen: Pilzinfektionen werden mit pilzabtötenden Cremes oder Vaginaltabletten behandelt. Gegen Bakterien hilft eine gezielte Antibiotikatherapie.
* Hormonbehandlung: Bei Scheidentrockenheit wegen Hormonmangel (bspw. Wechseljahre) kann der Arzt Östrogenzäpfchen oder -cremes verordnen. Bei stärkeren Problemen kommt die Behandlung mit Hormontabletten oder -pflaster in Betracht.
* Gleitgel: G. feuchtet die Scheide an und lindert die Schmerzen beim Sex.

Männer

Für die Sexualprobleme des Mannes gibt es verschiedene Therapien: Tabletten, Vakuumpumpe, SKAT (Schwellkörperinjektion) [Mehr Informationen finden Sie im Download-Lexikon]

Männer und Frauen

* Verbesserung der Diabeteseinstellung: Bessere Blutzuckerwerte wirken sich oft günstig auf die allgemeine Stimmung und das sexuelle Verlangen aus. Das Risiko für Infektionen im Genitalbereich und an den Harnwegen sinkt. Bei Männern kann sich die Erektionsfähigkeit deutlich steigern und bei Frauen die Scheidenfeuchtigkeit verbessern.
* Rauchstopp: Ein Ende des Nikotinverbrauchs kann bei Männern die Potenz verbessern und bei Frauen die Lust wieder steigern.

Verhütungsmöglichkeiten
Beeinflussen Verhütungsmittel den Diabetes oder anders rum?

* Pille: Die heutigen Präparate enthalten nur noch geringe Mengen an Hormonen. Daher ist die Stoffwechseleinschränkung auch nur gering. Allerdings sollten Diabetikerinnen, die die Pille als Verhütungsmittel gewählt haben, neben dem HbA1c auch die Blutfettwerte und den Blutdruck regelmäßig überprüfen lassen.
* Spirale: Diabetikerinnen haben aufgrund des höheren Blutzuckers ein höheres Risiko für Entzündungen als stoffwechselgesunde Frauen. Somit sollten Spiralen nur von D. verwendet werden, die schon Kinder haben, da Entzündungen in diesem Fall Unfruchtbarkeit zur Folge haben könnten. Desweiteren gibt es kleinere, kupferhaltige Spiralen, die somit für Diabetikerinnen besser geeignet sind. Fragen Sie Ihren Gynäkologen.
* Kondome, Spermizide & Diaphragma: Für Diabetikerinnen gilt hier das gleiche wie für andere Frauen. Die Methoden sind für sich schon umstritten. Die Letztgenannte umso mehr, da Diabetikerinnen häufiger Zyklusunregelmäßigkeiten haben können. Diese seltene Methode kann jedoch in Verbindung mit einer spermiziden Crème ziemlich sicher sein. Das Diaphragma muss angepasst vor jedem Geschlechtsverkehr von der Frau eingesetzt werden. Daher ist es wahrlich nicht unbedingt für jeden was.

Tw. inhaltliche Quelle: Diabetiker Ratgeber 4/2005, S.15 - 25; 10/2003, S.35; 1/2005, S.30

Diäten - Pfunde verlieren - Gesundheit gewinnen

Pfunde verlieren - Gesundheit gewinnen
Von Pölsterchen auf den Hüften und am Bauch bis hin zu handfestem Übergewicht: Jeder zweite Deutsche bringt zu viel auf die Waage - und riskiert dadurch seine Gesundheit.

Fettpolster entstehen, wenn der Körper mehr Kalorien, das heißt Energie aus der Nahrung, erhält als er durch Grundumsatz und körperliche Aktivität verbraucht. Der normale Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 2300 bis 2500 Kalorien täglich. Doch ob jemand mühelos schlank bleibt oder zeitlebens gegen die Pfunde kämpft, hängt auch mit seinen Erbanlagen zusammen. Fest steht: Starkes Übergewicht schadet langfristig der Gesundheit - und kann sogar die Lebenserwartung verkürzen. "Übergewichtige Menschen leiden häufiger unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Gicht sowie Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule und der Gelenke", erläutert Dr. Martin Pollak, beratender Arzt der Berlin-Kölnische Krankenversicherung. "Studien haben ergeben, dass schon bei relativ geringer Gewichtsabnahme Blutdruck und Cholesterinspiegel deutlich sinken - und damit die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden." Eine Orientierungshilfe für die Ermittlung eines gesunden Körpergewichts liefert der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Er berechnet sich wie folgt: Körpergewicht (kg) : Körpergröße (x2) = BMI. Eine 1,70 m große Frau mit 65 kg Körpergewicht hat demnach einen BMI von 22,49 (65 : 1,702 = 22,49). Ihr Gewicht befindet sich im "grünen Bereich", denn Werte zwischen 18,5 und 25 gelten als gesundheitlich unbedenklich. Ein BMI über 25 bedeutet dagegen Übergewicht. Bei Werten über 30 spricht die Medizin von Adipositas, Fettleibigkeit. Sie betrifft jeden fünften Deutschen.

Den Jo-Jo-Effekt überlisten

Nach eigenen Angaben haben drei Viertel der Erwachsenen schon einmal versucht abzunehmen, meist ohne anhaltenden Erfolg. Tatsächlich machen einseitige Diäten und Hungerkuren wenig Sinn. Zwar purzeln die Pfunde am Anfang schnell, doch mit den Essgewohnheiten kehren sie zurück - oft üppiger als zuvor. Schuld ist der Jo-Jo-Effekt. "Der Körper stellt sich auf die Unterversorgung ein und verbraucht weniger Energie", erklärt Pollak. "Nach der Diät füllt er die Fettdepots umso effektiver wieder auf."

Ein Pfund pro Woche

Schlank wird man also nicht von heute auf morgen. Als Faustregel gilt: Je langsamer die Pfunde schmelzen, desto besser die Chance, das Gewicht zu halten. Ein Pfund pro Woche ist ein schöner Erfolg. Den erreicht man, indem man dauerhaft auf eine fettreduzierte, vitamin- und kohlenhydratreiche Mischkost umsteigt. Wer auf Fett als Dickmacher weitgehend verzichtet und statt dessen viel frisches Gemüse, reichlich sättigende Vollkornprodukte, Kartoffeln oder Reis sowie magere Milchprodukte isst, nimmt gesund ab - ohne dass der Hunger quält. Die Berlin-Kölnische Krankenversicherung hat zum Thema "Ernährung und Übergewicht" eine Broschüre herausgegeben, die im Netz unter www.medinet.de heruntergeladen werden kann.

Diäten im Vergleich

Formula-Diäten: Pulver, die zu Brei, Drinks oder Suppen angerührt werden. Enthalten alle Nährstoffe, bewirken aber keine Ernährungsumstellung. Monodiäten: beschränken sich auf ein Lebensmittel - z. B. Reis, Kartoffeln oder Ananas. Auf Dauer drohen Mangelerscheinungen.
Nulldiäten: erlauben ausschließlich kalorienfreie Getränke. Mögliche Folgen: Leistungsabfall, Schwindel und Abbau von Muskelgewebe. Trennkost: vermeidet den gleichzeitigen Verzehr von Eiweiß und Kohlenhydraten. Unsinnige Trennung, Gewichtsabnahme möglich durch großen Obst- und Gemüseanteil..

GLYX Index

GLYX

Der glykämische Index GLYX (auch: GI) sagt aus, wie stark ein Lebensmittel mit seinen Kohlenhydraten das Hormon Insulin lockt und den Blutzuckerspiegel erhöht.

Da gibt es einerseits die guten Kohlenhydrate, die keinen oder nur wenig Zucker enthalten und bewirken, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam und nicht all zu hoch ansteigt und anschließend langsam wieder abfällt – das Sättigungsgefühl hält länger an. Andererseits gibt es die schlechten Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treiben mit der Folge, dass die Bauchspeicheldrüse (hier speziell die Langerhans’schen Inseln) viel vom Hormon Insulin produziert um ein gefährliches Übermaß an Blutzucker zu beseitigen. Jetzt ist zwar der erste Heißhunger gestillt, aber kurz darauf meldet sich der Hunger zurück - wird dieser wiederum mit Zucker gestillt, ist der Teufelskreis perfekt. Die leeren Kalorien sind bald voll zu sehen.

Auf einer Index-Skala von 1 bis 100 können Lebensmittel als Schlankmacher oder "Fatburner" (Werte bis 50) und Dickmacher und Typ-II-Diabetes-Verursacher (Werte über 50) eingeordnet werden. Als Referenzwert gilt Traubenzucker (Glucose) mit dem Indexwert 100 von dem alle Werte abgeleitet werden.

Unterschiedliche Erhebungsmethoden (manchmal wird als Referenzwert auch Weißbrot angenommen) und unterschiedliche Beschaffenheit und Aufbereitung der beurteilten Lebensmittel ergeben in den zahlreichen Veröffentlichungen ähnliche jedoch auch abweichende GLYX-Werte.

Da der GLYX nicht die im Lebensmittel enthaltene Kohlenhydratmenge berücksichtig, wurde als zusätzlicher Parameter die glykämische Last (GL) eingeführt. Die GL wird wie folgt ermittelt:

GLYX mal Menge an Kohlenhydraten des Lebensmittels in Gramm geteilt durch 100.

Berechnungsbeispiel Glykämische Last (GL)
Lebensmittel GLYX Kh in g pro 100 g GLYX % x Kh kcal pro 100 g
Bananen 60 20 GL 12 88
Milchschokolade 60 54 GL 32 537

Es gelten damit folgende Werte:
GL bis 10 niedrig; GL 11 - 19 mittel; GL über 19 hoch.

Für den Kohlenhydratgehalt einer Tafel Milchschokolade kann die 2,7fache Menge an Bananen verzehrt werden.

GLYX 0
Fisch, Fleisch 
GLYX 0
Geflügel, Käse, Ei
GLYX 0
Mineralwasser, ungesüßter Tee

GLYX 15
Buttermilch frisches Gemüse Fruchtjoghurt, fettarm (Süßstoff) frische Gemüsesäfte Pilze

GLYX 15-30
Nüsse
GLYX 20
Bitterschokolade (mind. 70 % Kakao)
GLYX 25
Haferflocken Kirschen Grapefruits Milch (3,5 % Fett)

GLYX 10-30
frisches Obst

GLYX 30
Milch (1,5 % Fett) Linsen, Erbsen, Bohnen Sojasprossen Naturjoghurt (ohne Zucker) Vollkornnudeln Marmelade (ohne Zucker)

GLYX 35
Milchprodukte Roggen Fruchtjoghurt, fettarm (mit Zucker)

GLYX 40
frischer Fruchtsaft (ohne Zucker) Apfel Vollkornmüsli (ohne Zucker) Erbsen, Linsen (in Dosen) Roggenvollkornbrot, Pumpernickel Naturreis

GLYX 45
Spaghetti Karottensaft

GLYX 50
Vollkornbrot, Kleiebrot Salzkartoffeln

GLYX 55
Mais, Popcorn Karotten, gekocht Kiwi

GLYX 60
Banane Melone Honig Schokolade

GLYX 65
Nudeln Trauben, Rosinen Ananas

GLYX 70
Weißbrot Weißer Reis Kekse Hirse Biskuit Karotten, roh Müsli

GLYX 75
Brötchen Croissant Kartoffelpüreepulver Eiscreme Pommes frites

GLYX 80
Bretzel Limonaden- und Colagetränke

GLYX 85
Cornflakes

GLYX 95
Chips Bratkartoffeln Baguette

GLYX100
Traubenzucker (Glucose) = Indexwert

GLYX 110
Bier

Tipp Bevorzugen Sie frische Fruchtsäfte - dann halbieren Sie doch den GLYX mit Mineralwasser. Oder kombinieren Sie Nahrungsmittel mit einem hohen GLYX mit der gleichen Menge mit einem niedrigen GLYX.

Studie: Süßstoff macht dick!

Studie: Süßstoff macht dick!
Washington - Es ist bewiesen: nicht nur Zucker, sondern auch Süßstoff macht dick. Wissenschaftler aus den USA haben jetzt herausgefunden, süßstoffhaltige Lebensmittel führen zu Übergewicht. Laut einer aktuellen Studie kann der Körper Süßstoffe schlechter verarbeiten, deshalb müsse man mehr und mehr essen.

Bei einem Versuch hatten Ratten Jogurt mit Zucker oder Saccharin, ein weit verbreiteter Süßstoff, erhalten. Die Ratten, die den süßstoffhaltigen Jogurt bekamen nahmen schneller und mehr zu, als die Ratten, die den Jogurt mit Zucker erhielten. Die Forscher vermuten nun, dass Süßstoff den Stoffwechsel durcheinanderbringt und verlangsamt..

Zucker

ZUCKER

Für zuckerfreie, zahnfreundliche Süßigkeiten wird von der Aktion zahnfreundlich e.V. in Darmstadt

das Zahnmännchen mit Schirm verliehen.

Tag der Zahngesundheit zahnmaennchen.gif

am 25. September eines

jeden Jahres
Zahnmännchen

Die so gekennzeichneten Produkte enthalten keine Kohlenhydrate, die durch bakteriellen (Streptococcus mutans) Abbau in Milchsäure (der pH-Wert darf nicht unter 5,7 abfallen) den Zahnschmelz angreifen und schädigen - Karies entsteht.

Da Zucker ernährungsphysiologisch nicht nur entbehrlich ist sondern auch ein schlechtes Image hat, versuchen die Getränke- und Nahrungsmittelhersteller die Bezeichnung Zucker gelegentlich durch wissenschaftliche Namen zu umgehen:

Dextrose Traubenzucker
Farin Mit Sirup braun gefärbter, feiner, mehlartiger Zucker
Fructose, Lävulose Fruchtzucker
Glucose Traubenzucker
Glucosesirup Traubenzuckersirup
Invertzucker Gemisch aus gleichen Teilen Glucose und Fructose
Lactose Milchzucker (Säugetier- und Muttermilch)
Maltose Malzzucker
Maltodextrose Malz- und Traubenzucker
Saccharose Haushaltszucker, Rübenzucker, Rohrzucker

"Zuckerfrei" oder "ohne Zuckerzusatz" gekennzeichnete Lebensmittel sind zwar ohne Rohr- oder Rübenzuckerzusatz, können jedoch andere Zuckerarten enthalten.

Die genauen Bezeichnungen der Inhaltsstoffe sind aus der Zutatenliste zu ersehen. Das was am meisten enthalten ist steht übrigens an erster Stelle usw. Und lassen Sie sich nicht täuschen vor Aussagen wie "ohne Kristallzucker". Hier wurde zwar auf normalen Haushaltszucker verzichtet, der jedoch durch andere Zuckerarten ersetzt wurde.

Raffinade (EWG-Qualität I) Besonders reiner, weißer Zucker bester Qualität.

Weißzucker (EWG-Qualität II oder Grundsorte) Billigste Zuckerart.

Zuckeraustauschstoffe

Diätetische Lebensmittel können unter Hinzufügung energiehaltiger, jedoch weitgehend insulinunabhängiger Zuckeraustauschstoffe hergestellt sein.

Hierzu gehören: Fructose, Isomalt, Lactit, Maltit, Mannit, Sorbit und Xylit.

Außer bei Fructose ist auf der Verpackung gesetzlich dieser Hinweis anzubringen: "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken".

Kalorienfreie Süßstoffe

Die überwiegend angebotenen und in Lebensmitteln verwendeten Süßstoffe unterliegen hinsichtlich der Dosierung nach dem deutschen Lebensmittelrecht keiner Beschränkung, da bisher kein Nachweis über die Schädlichkeit erbracht wurde.

Die empfohlenen ADI-Werte (ADI = acceptable daily intake; unbedenkliche, tägliche Aufnahme) sehen jedoch Höchstwerte vor, die vorsorglich nicht überschritten werden sollten.

Acesulfam (E 950) 9 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 675 mg)
Aspartam (E 951) 40 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 3 g)
Cyclamat (E 952) 7 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 525 mg)
Neohesperidin DC (E 959) 5 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 375 mg)
Saccharin (E 954) 5 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 375 mg)
Sucralose (E 955) 15 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 1,2 g)
Thaumatin (E 957) nicht festgelegt, da unbedenklich
Aspartam-Acesulfamsalz (E 962) Verbindung aus 64 % Aspartam und
36 % Acesulfam-K
20 mg pro Tag und kg Körpergewicht.
(entspricht bei 75 kg Körpergewicht 1,5 g)

Tipp´s und Info´s zu verschiedene Diabetesthemen

Bei Diabetes New finden Sie z.B. :
hier

New-Letter-Abo von Diabetes New:
hier

hier

Das Wichtigste zum Thema Blutzucker messen

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de

Das Wichtigste zum Thema Blutzucker messen

Regelmäßiges Blutzucker messen ist für jede Diabetesbehandlung unverzichtbar, denn ohne regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers ist eine gute Diabeteseinstellung nicht möglich. Es ist erwiesen, dass die Selbstmessung der Blutglukose in hohem Maße zu einer Verbesserung der Lebensumstände beiträgt. Man muss seltener mit Folgeschäden oder Stoffwechselentgleisungen rechnen. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre Messungen dokumentieren, z.B. in einem Diabetes-Tagebuch. Wann und wie häufig Sie Blutzucker messen, legt Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen fest.

Wie messe ich den Blutzucker richtig?

Wenn Sie ihren Blutzucker selbst messen, sollten Sie einige allgemeine Dinge wissen. Außerdem beachten Sie bitte die Gebrauchsanleitung Ihres Blutzucker-Messystems.
So gehen Sie beim Blutzucker messen am besten vor:

* Legen Sie alle Utensilien, die Sie zur Messung benötigen, bereit: Blutzuckermessgerät, Teststreifen, Stechhilfe mit Lanzette, Tagebuch und Kugelschreiber.
* Waschen Sie sich vor dem Stechen die Hände mit warmem Wasser und Seife, trocknen Sie danach die Hände gut ab. Desinfektionsspray oder Alkohol sind nicht notwendig.
* Entnehmen Sie den Teststreifen immer nur mit trockenen Fingern und verschließen Sie das Röhrchen gleich wieder. Verwenden Sie keine Tesstreifen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.
* Die meisten Personen benutzen zur Blutzuckermessung die vordere Fingerkuppe, dabei ist das Stechen an der seitlichen Fingerkuppe am wenigsten schmerzhaft.
* Benutzen Sie zur Messung am besten den dritten bis fünften Finger und schonen Sie Daumen und Zeigefinger, die Sie im Alltag häufig benötigen.
* Lassen Sie vor dem Stechen Blut in den Finger fließen, zum Beispiel durch "Ausschütteln" der Hand nach unten oder leichtem Massieren. Somit müssen Sie nicht so tief stechen.
* So genannte Stechhilfen können die Blutentnahme erleichtern, weil das Stechen automatisch ausgelöst wird.
* Verwenden Sie Lanzetten nur einmal. Eine benutzte Lanzette ist nicht mehr steril und birgt die Gefahr der Infektion bei erneuter Verwendung. Außerdem verbiegt sich die Lanzette beim Einstechen und wird stumpf, wodurch zusätzlich die Haut verletzt werden kann.
* Um den Blutstropfen zu gewinnen, drücken Sie bitte nur ganz leicht. Durch zu festes Drücken können die Blutwerte verfälscht werden.
* Wie Sie das Blut auf den Teststreifen aufbringen, hängt vom jeweiligen Messsystem ab. Hier sollten Sie genau die Anleitung beachten.

Blutzucker-Messgeräte
Mittlerweile ist eine Vielzahl von Blutzuckermessgeräten auf dem Markt. Dabei liegt die Messgenauigkeit guter Blutzuckermessgeräte bei 10-15% Abweichung zum Laborblutzucker. Überprüfen Sie regelmäßig die Genauigkeit Ihres Messgerätes durch eine Parallelmessung mit einem Laborgerät. Außerdem müssen die Codierung von Teststreifen und Messgerät übereinstimmen. Bei falscher Handhabung oder unter extremen Bedingungen, wie z. B. sehr niedrigen oder hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit oder Messung in großen Höhen kann es zu Fehlmessungen kommen. Viele Blutzuckermessgeräte haben heute Speichermöglichkeiten für die gemessenen Blutzuckerwerte, Datum und Uhrzeit, evtl. BE-Menge, Insulindosierung und besondere "Events" (Vorkommnisse).

Die Harnzuckermessung
Die Messung des Harnzuckers hat heute nur noch im Ausnahmefällen ihre Berechtigung: beispielsweise bei älteren Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, eine Blutzuckermessung durchzuführen. Allerdings bilden sich Folgeschäden der Niere durch Diabetes bereits unterhalb der Nachweisgrenze von Zucker im Urin - also bereits bei niedrigeren Blutzuckerwerten als 160-180 mg/dl. Außerdem werden bei der Messung des Harnzuckers Unterzuckerungen nicht erkannt. Die Messung des Harnzuckers erfolgt mit speziellen Teststreifen, die in den Urin gehalten werden. Das Ergebnis wird dann an einer Farbskala abgelesen.
Azetonmessung im Urin
Die Azetonbestimmung (bzw. Ketonbestimmung) im Urin ist in bestimmten Situationen notwendig, z.B. bei mehrfach auftretenden Blutzuckerwerten von über 250 mg/dl, bei erhöhter Harnzuckerausscheidung und bei drohendem diabetischem Koma. Die Messung erfolgt ähnlich wie die Harnzuckermessung.
Tipp:
Ihre Apotheke hält die notwendigen Teststreifen zur Kontrolle von Blutzucker, Harnzucker und Azeton im Urin für Sie bereit.

Diabetes - Therapie mit Insulin

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de

Diabetes - Therapie mit Insulin
Wann ist die Therapie mit Insulin erforderlich?
Bei Diabetes mellitus kann der Körper den Zuckerhaushalt nicht mehr selbstständig regulieren. Dabei sind beim Diabetes Typ 1 die Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört und der Körper kann kein Insulin mehr bilden. Deshalb ist Typ-1-Diabetes immer "Insulinpflichtig". Beim Diabetes Typ 2 ist die Wirkung von Insulin gestört (Insulinresistenz), beim fortgeschrittenen Diabetes Typ 2 kann die Bauchspeicheldrüse auch nicht mehr genügend Insulin bilden. Typ-2-Diabetes wird zunächst mit einer Basistherapie aus Ernährung und Bewegung und mit Tabletten behandelt. Erst, wenn dadurch der Blutzucker nicht mehr kontrolliert werden kann, wird auch Diabetes Typ 2 mit Insulin behandelt. Auch beim Schwangerschaftsdiabetes (Diabetes Typ 4) kann das Insulin nicht richtig wirken. Wenn eine Umstellung der Ernährung nicht ausreicht, wird Schwangerschaftsdiabetes direkt mit Insulin behandelt, eine Behandlung mit Tabletten ist für Schwangere nicht geeignet.
Insulin-Blutspiegel beim Gesunden und in der Therapie
Beim Gesunden gibt die Bauchspeicheldrüse auch im nüchternen Zustand ständig Insulin ans Blut ab. Diese "basale" Insulinausschüttung beträgt bei Erwachsenen etwa 1 I.E. Insulin pro Stunde. In der Diabetestherapie mit Insulin wird dieser basale Insulinbedarf meist durch Verzögerungsinsulin gedeckt. Die Hauptmenge an Insulin wird bei Gesunden nach dem Essen als Reaktion auf steigende Blutzuckerwerte ins Blut abgegeben. Bei der Diabetestherapie mit Insulin wird dieser mahlzeitenbezogene Insulinbedarf (Bolus) meist durch kurzwirksames Insulin zum Essen gedeckt.

Welche Insulinarten gibt es?
Die große Fülle der verschiedenen Insulin-Präparate lässt sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Kurzwirksames Insulin und Verzögerungsinsulin.
Bei den kurzwirksamen Insulinen gibt es Normalinsulin (früher Altinsulin) und kurzwirksame Insulinanaloga. Als Verzögerungsinsuline gibt es NPH-Insulin (Neutrales Protamin-Insulin Hagedorn) mit mittlerer Wirkdauer, zinkverzögertes Insulin mit langer Wirkdauer und langwirksame Insulinanaloga. Zusätzlich gibt es Mischinsuline aus Verzögerungsinsulin und kurzwirksamem Insulin.

Warum gibt es keine Insulintabletten?
Bisher ist es nicht gelungen, das Insulin in einer Tablette zu verpacken. Insulin wird im Magen aufgrund seiner Eiweiß-Struktur sehr schnell verdaut und damit unwirksam. Eine Alternative zur Insulinspritze ist das Insulin zum Inhalieren.
Welches Insulin bekomme ich?
Wegen der Vielzahl von Insulinpräparaten sollte Sie als Diabetiker unbedingt über "Ihre" Insuline Bescheid wissen. Dazu gehört, dass Sie wissen, wann Sie welches Insulin mit welcher Wirkdauer verwenden. Auch Namen und Herkunft der Insulin-Präparate sollten Sie möglichst auswendig kennen. Es ist hilfreich, ein Etikett von einem gebrauchten Insulinfläschchen abzulösen und in den Diabetiker-Ausweis oder ein Protokollheft zu kleben und immer bei sich zu tragen.

Diabetes Typ 2: Therapie mit Tabletten

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de

Diabetes Typ 2: Therapie mit Tabletten
Tabletten

Beim Diabetes Typ 2 kann die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) im Gegensatz zum Diabetes Typ 1 noch Insulin produzieren. Allerdings ist beim Diabetes Typ 2 die Wirkung bzw. die Freisetzung (Sekretion) des Insulins gestört. Deshalb muss nicht sofort Insulin gespritzt werden. Ein Typ-2-Diabetes kann, je nach Schwere der Zuckerkrankheit, auch nur mit Tabletten behandelt werden.
Wie wirken die Tabletten?
Orale Antidiabetika, also Tabletten gegen Diabetes mellitus, wirken auf verschiedene Weise. Einige Medikamente regulieren den Blutzucker, in dem sie die Glukose-Aufnahme aus dem Darm verzögern oder die Glukose-Aufnahme in die Zellen verbessern. Zu diesen Medikamenten zählen Biguanide (z.B. Metformin), Alpha-Glukosidasehemmer, Füll- oder Quellstoffe und Glitazone (auch Insulinsensitizer). Andere Tabletten gegen Diabetes mellitus senken den Blutzucker, indem sie die Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut erhöhen. Zu diesen Medikamenten zählen Sulfonylharnstoffe und Glinide. Diese Tabletten sind für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 ungeeignet, denn für diese Therapie muss die Bauchspeicheldrüse noch Insulin produzieren.
Wann beginnt die Therapie mit Tabletten?
Die Behandlung von Typ 2 Diabetes erfolgt nach einem Stufenplan. Zunächst beginnt man mit einer Basistherapie aus Ernährungsumstellung und Bewegung. Wenn dadurch innerhalb von 3 Monaten das Blutzucker- und HbA1c-Ziel nicht erreicht wird, beginnt zusätzlich zur Basistherapie die Diabetes-Therapie mit Tabletten.
Wo sind die Grenzen der Therapie mit Tabletten?
Nicht immer kann mit "Zuckertabletten" der Diabetes ausreichend behandelt werden. Dann erfolgt die Umstellung auf Insulin. Diese Umstellung ist z.B. nötig, wenn auch nach 3-6 Monaten durch orale Antidiabetika der Blutzucker nicht ausreichend gesenkt werden konnte. Auch Schwangerschaft, Operationen oder schwere Erkrankungen können eine Behandlung mit Insulin erforderlich machen.
Tipp:
Die zur Diabetesbehandlung eingesetzten Präparate und fachkundige Beratung erhalten Sie in Ihrer Apotheke.

Diabetes-Lexikon

Diabetes-Lexikon

Aceton

Aceton, ein Ketonkörper, entsteht, wenn Insulin fehlt und damit der Zucker nicht mehr in die Zellen gelangt. Der Körper schaltet dann auf den so genannten Hunger-Stoffwechsel um. Dabei stellen sich die Körperzellen den lebensnotwendigen Zucker aus Körperfett her. Aceton übersäuert den Organismus, man spricht von einer Ketoacidose. Unbehandelt fällt der Patient ins Koma. Ein Harntest zeigt an, ob im Körper Aceton entsteht. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt auf jeden Fall, wie Sie sich verhalten sollen, wenn Aceton in hohen Konzentrationen im Harn erscheint!

Auge

Das Auge, genauer gesagt die Augennetzhaut, leidet unter einer schlechten Einstellung des Stoffwechsels. Der hohe Zucker schädigt kleinste Blutgefäße. Bemerkt er diese Schäden zu spät, kann der Diabetiker erblinden. Gehen Sie deshalb regelmäßig jedes halbe Jahr zum Augenarzt und lassen Sie sich dort Ihren Augenhintergrund untersuchen. Schäden im Anfangsstadium lassen sich mit Laserstrahlen gut reparieren.

Blutzucker

Dieser Wert liegt bei unbehandelten oder schlecht eingestellten Diabetikern zu hoch. Normalerweise sollte er 60 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) nicht unter- und 120 mg/dl nicht überschreiten. Je näher der Blutzucker eines Diabetikers auf Dauer an der Norm eingestellt ist, desto größer die Chance, lange Zeit gesund zu bleiben. Ein Blutzuckertest gibt Auskunft über den aktuellen Blutzuckerwert.

Diabetes

Ein Mensch braucht das Hormon Insulin lebensnotwendig, um seine Zellen mit Traubenzucker aus der Nahrung zu versorgen. Bei einem Diabetiker fehlt Insulin, deshalb steigt der Zuckerspiegel im Blut an, man spricht von der Zuckerkrankheit. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes schädigt den Körper auf Dauer stark und senkt die Lebenserwartung. Grundsätzlich unterscheidet man einen Typ-1- von einem Typ-2-Diabetes. Letzterer ist auch unter dem Namen Altersdiabetes bekannt. Typ-1-Diabetiker sind lebenslang auf Insulin angewiesen, Typ-2-Diabetiker können oft auch mit Tabletten behandelt werden.

Diät

Typ-1-Diabetiker, die mehrmals täglich ihren Zucker testen und darauf abgestimmt Insulin spritzen, essen zu festen Zeiten bestimmte Mengen an Kohlenhydraten. Übergewichtige Typ-2-Diabetiker sollten in der Regel erst abnehmen. Sie brauchen eine fettarme und an ballaststoffhaltigen Kohlenhydraten reiche Reduktionskost. Für Typ-2-Diabetiker, die ihren Zucker mit Tabletten regulieren, gilt: möglichst kein Zucker in der Nahrung, sondern "komplexe" Kohlenhydrate, die erst im Körper in Traubenzucker zerlegt werden und wenig Fett.

Einstellung

Im wahrsten Sinne des Wortes kommt es bei einem Diabetiker auf die Einstellung an, auf die seines Stoffwechsels. Eine gute Einstellung zeichnet sich durch möglichst normnahe Blutzuckerwerte aus. Die Güte der Stoffwechsel-Einstellung über vier bis sechs Wochen spiegelt der so genannte HbA1c-Wert wider. Er gibt an, wie viel roter Blutfarbstoff in diesem Zeitraum verzuckert wurde. Je weniger, desto besser die Einstellung, desto größer die Chance auf ein Leben ohne Spätfolgen. Der HbA1c sollte bei Typ-2-Diabetikern unter sieben Prozent liegen, bei Typ-1-Diabetikern möglichst im Normbereich von etwas 5,6 Prozent.

Folgeschäden

Ein schlecht eingestellter Blutzucker bleibt nicht ohne Folgen: Herz-Kreislauf-System, Nieren, Augen und Nerven können massiv geschädigt werden. Die so genannte diabetische Makroangiophathie entspricht einer Arteriosklerose bei einem Nicht-Diabetiker. Beim Diabetiker tritt sie allerdings stärker, früher und häufiger auf. Die diabetische Mikroangiopathie äußert sich in der Zerstörung von Nieren und Augen. Als Polyneurpoathie bezeichnet man eine Schädigung von Nerven im gesamten Körper. Durchblutungs- und Nervenstörungen bedingen oft einen diabetischen Fuß, bei dem sich kleine Wunden so ausdehnen, dass der Fuß abgenommen werden muss.

Gestations-Diabetes

Vor allem Frauen, die bereits Verwandte mit Typ-2-Diabetes oder Übergewicht haben laufen Gefahr, in der Schwangerschaft einen Gestations-Diabetes zu entwickeln. Diese Form der Zuckerkrankheit kann sich nach der Geburt wieder verlieren. Dennoch ist eine gute Blutzucker-Einstellung während der gesamten Schwangerschaft für die Gesundheit des Ungeborenen äußerst wichtig. Babys, die in der Schwangerschaft hohe Zuckerkonzentrationen abbekommen haben, können ernste Schäden davontragen. Einen Gestations-Diabetes erkennt man oft nicht durch einen Harnzucker-, sondern nur durch einen Blutzuckertest.

Glukose

Im Körper werden alle Kohlenhydrate aus der Nahrung zerkleinert. Es bleibt Glukose, auch Traubenzucker genannt. Ihre Konzentration im Blut bestimmt den Blutzuckerwert. Am schnellsten wird die Glukose aus Rohrzucker freigesetzt. Da die Bauchspeicheldrüse eines Diabetikers dem raschen Anfluten von Glukose nicht mehr gewachsen ist, sollte er nur ausnahmsweise Nahrungsmittel mit Zucker oder Traubenzucker zu sich nehmen. Besser sind Nahrungsmittel, die Stärke enthalten, also Kartoffeln, Reis oder Mehl. Um hieraus Traubenzucker freizusetzen, braucht der Körper länger, der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an.

Harnzucker

Ab einer Blutzucker-Konzentration von 160 bis 180 mg/dl gelingt es der Niere nicht mehr, den Zucker im Körper zu halten. Er gelangt mit dem Urin nach draußen und kann dort mittels Test-Streifen nachgewiesen werden. Allerdings dient der ermittelte Wert nur einer groben Einschätzung: Der Diabetiker weiß, dass der Blutzucker in den vergangenen Stunden zu hoch gewesen sein muss. Er weiß jedoch nicht, ob der Zucker aktuell noch zu hoch ist. Harnzucker-Tests eignen sich um einen Diabetes zu erkennen, und auch für Typ-2-Diabetiker, die ihren Blutzucker nicht selbst bestimmen.

HbA1c

Der HbA1c-Wert gibt an, wie die Blutzucker-Einstellung in den vergangenen vier bis sechs Wochen war. Dies ist möglich, weil Hämoglobin (Hb) abhängig von der Höhe des Blutzuckers mit Zucker verbunden wird. Das heißt: Je höher der Durchschnitts-Blutzucker in den zurückliegenden Wochen, desto höher der Anteil des verzuckerten Hämoglobins. Bei Diabetikern soll der Wert nicht über sieben Prozent liegen. Den HbA1c zu bestimmen, ist heute wichtiger Bestandteil jeder Diabetes-Therapie. Weil er nur ein Durchschnittswert ist, also keine Aussage über den jeweiligen Einzelwert zulässt, ersetzt er nicht das Selbsttesten.

Hyperglykämie/Hypoglykämie

Der Begriff Hyperglykämie beschreibt eine über den Normwerten liegende Blutzucker-Konzentration im Blut. Von einem solchen Zustand spricht man, wenn die Blutzuckerwerte morgens nüchtern über 110 Milligramm pro Deziliter Blut liegen oder eine Stunde nach einer Mahlzeit über 140 Milligramm pro Deziliter. Von einer Hypoglykämie spricht man dagegen, wenn der Blutzuckerwert zu tief ist, also unter 70 Milligramm pro Deziliter liegt. Eine Unterzuckerung ist akut gefährlich, führt aber, im Gegensatz zur Überzuckerung, nicht zu Spätschäden. Um Unterzuckerungen abzufangen, muss ein Diabetiker immer Traubenzucker bei sich haben.

Insulin

Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, das der Körper besonders dann ausschüttet, wenn ein Mensch Kohlenhydrate isst. Aus allen Kohlenyhdraten entsteht im Körper Glukose, die den Zellen als lebenswichtiger Energiespender dient. Sie kann aber nur in die Zellen gelangen, wenn Insulin vor Ort ist. Bei einem Diabetiker fehlt Insulin entweder ganz (Typ-1), oder es wirkt nicht mehr richtig (Typ-2). In der Folge steigt die Konzentration des Zuckers Glukose im Blut an, während es den Zellen daran mangelt.Mit Hilfe täglicher Spritzen kann man dem Körper Insulin zuführen und damit den hohen Blutzucker-Spiegel senken. Mittlerweile gibt es sehr schnell und sehr kurz wirksame Insuline, sehr lang wirksame und solche, die eine mittlere Wirkdauer aufweisen.

Insulin-Resistenz

Die Insulin-Resistenz ist der Grund für den Blutzucker-Anstieg beim Typ-2-Diabetiker. Aus noch nicht genau bekannten Gründen kann Insulin an den Zellen nicht mehr optimal wirken, das heißt, es erfüllt seine Funktion als Glukose-Schlüssel für die Zellen nur noch unvollständig. Um dies auszugleichen, produziert die Bauchspeicheldrüse im Anfangsstadium immer mehr Insulin, man spricht von einer Hyperinsulinämie. Bis sie eines Tages alle Kraft verlässt, die Insulin-Produktion also sinkt und in der Folge der Blutzucker steigt.

Insulinsensitizer

Diese Arzneimittel, chemisch als Thiazolidindione bezeichnet, wird man künftig in Deutschland zur Behandlung des Typ-2-Diabetes einsetzen, und zwar in Ergänzung zu Sulfonylharnstoffen oder Metformin. Thiazolidindione haben einen ganz neuen Wirkmechanismus: Sie verbessern die Wirkung des körpereigenen Insulins an Muskeln und Fettgewebe. Damit greifen sie in eine wesentliche Ursache des Typ-2-Diabetes ein: die verminderte Empfindlichkeit der Zellen auf das Insulin der Bauchspeicheldrüse.

Intensivierte konventionelle Therapie (ICT)

Mit dieser Therapieform genießt ein Diabetiker viele Freiheiten. Er muss sich nicht mehr an feste Mahlzeiten halten und er kann, bei Verwendung eines sehr schnell wirksamen Insulins, so essen wie ein gesunder Mensch. ICT bedeutet, dass der Diabetiker jeweils vor dem Essen seinen Blutzucker testet, sich überlegt, wie viele Kohlenhydrate er essen möchte und dann die passende Dosis Insulin dazu spritzt. Bei sehr kurz wirksamem Insulin spritzt man, in Abhängigkeit vom Blutzucker und der Art der Mahlzeit, erst nach dem Essen.

Ketoazidose

Ketoazidose ist eine schwere Stoffwechsel-Entgleisung im Rahmen des Diabetes. Sie tritt auf, wenn Insulin fehlt und damit die Blutzucker-Werte hoch sind. Um dennoch an Glukose zu gelangen, gewinnt der Körper diese aus Fett. Dabei entstehen so genannte Ketonkörper, darunter Aceton, die das Blut sauer machen. Die Entgleisung entwickelt sich rasch und endet unbehandelt im Koma. Deshalb muss sich ein Diabetiker vom Arzt genau erklären lassen, wie er sich zu verhalten hat, wenn Blutzucker-Werte hoch sind und Teststreifen Aceton im Harn anzeigen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate werden häufig als KH abgekürzt. Es handelt sich um Nährstoffe aus dem Essen, die im Darm sämtlich zu Glukose abgebaut werden. Je nachdem, wie schnell das geschieht, unterscheidet man bei Diabetes KH, die langsam ins Blut gehen (z. B. aus Vollkornprodukten), von solchen, die schnell ins Blut gehen (z. B. Produkte mit Rohrzucker). Der Diabetiker sollte "langsame" KH bevorzugen und den Schwerpunkt in seiner Ernährung auf diese KH ausrichten. Um den Umgang mit KH und anderen Stoffen der Nahrung zu lernen, sollte ein Diabetiker eine Ernährungsberaterin aufsuchen bzw. an einer speziellen Schulung teilnehmen.

Konventionelle Insulin-Therapie

Im Rahmen dieser Therapie spritzt der Patient in der Regel morgens und abends ein Mischinsulin. Über den Tag verteilt isst er dann zu festen Zeiten jeweils bestimmte Mengen Kohlenhydrate, das heißt, er folgt mit seiner Nahrungsaufnahme dem Blutspiegel des Insulins. Damit steht die konventionelle Therapie im Gegensatz zur intensivierten konventionellen Therapie, bei der sich nicht das Essen nach dem Spritzen, sondern das Spritzen nach dem Essen richtet.

Metabolisches Syndrom

Beim metabolischen Syndrom sind mehrere wichtige Prozesse im Körper gestört: der Zucker- und der Fettstoffwechsel sowie der Blutdruck. Die meisten Menschen mit einem metabolischen Syndrom sind übergewichtig. Übergewicht trägt entscheidend zur Manifestation des Syndroms bei. Die Folgen sind gravierend: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, daraus folgend Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenversagen, Augenschäden und Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen treten gehäuft auf. Eine konsequente Therapie inklusive einer veränderten Lebensführung kann die Risiken entscheidend mindern.

Metformin

Dieser Arzneistoff zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zählt zur Gruppe der so genannten Biguanide. Im Gegensatz zu Sulfonylharnstoffen treten unter Metformin keine Unterzuckerungen auf, weil es den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse kein Insulin entlockt. Damit eignet es sich auch für übergewichtige Diabetiker, die mit Arzneimitteln, die die Insulin-Freisetzung ankurbeln und Unterzuckerungen hervorrufen können, oft verstärkten Appetit und deshalb zusätzlich Probleme beim Einhalten einer Diät haben. Metformin wirkt, indem es unter anderem dafür sorgt, dass Glukose leichter in die Zelle gelangt.

Makulopathie

Im Rahmen einer diabetischen Makulopathie wird der Ort des schärfsten Sehens im Auge geschädigt, die so genannte Makula. Mit der Makula sieht man geradeaus und kann Einzelheiten erkennen. Bei einer Makulopathie sieht man zum Beispiel Buchstaben verzerrt und gerade Linien verbogen, sie kann aber auch lange nahezu ohne Symptome verlaufen. Bester Schutz: Einmal jährlich den Augenhintergrund beim Augenarzt untersuchen lassen. Dazu muss die Iris mit speziellen Augentropfen geweitet werden!

Netzhaut-Untersuchung

Die Netzhaut der Augen ist bei Diabetikern gefährdet. Schlimmstenfalls führt ihre Zerstörung zur Erblindung. Dem kann man vorbeugen: Die Netzhaut mindestens einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen lassen.
Der Augenarzt muss dazu vorher die Augen "weittropfen". Ansonsten kann er die Netzhaut nicht richtig betrachten. Die Untersuchung ist schmerzlos, man sollte danach jedoch kein Auto fahren. Denn wegen der weitgetropften Pupillen siehts man nur unscharf. Schäden in einem frühen Stadium können repariert werden.

Neuropathie

Die diabetische Neuropathie ist ein gefürchteter Folgeschaden hoher Blutzucker-Werte, bei dem die den Körper durchziehenden Nerven in vielfältiger Weise geschädigt werden. Zum Beispiel die Nerven, die zum Herzen, in den Darm oder in die Füße laufen. Einmal im Jahr muss der Arzt kontrollieren, ob die Nerven noch in Ordnung sind. Bester Schutz vor der Neuropathie: ein optimal eingestellter Blutzucker. Therapie-Richtlinien hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft für Ärzte herausgegeben. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, wenn Sie unter einer Neuroathie leiden!

Nüchtern-Blutzucker

Der Nüchtern-Blutzucker wird morgens vor dem Essen bestimmt. In der Regel entnimmt der Arzt das Blut dafür der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen. Liegen die Werte dann über 110 Milligramm pro Deziliter, zeigen sie einen Diabetes an. Entnimmt der Arzt Venenblut, gelten Werte ab 126 Milligramm pro Deziliter als Indiz für die Zuckerkrankheit. Vor dem Arztbesuch fasten, um die Werte zu schönen, ist Selbstbetrug und gefährdet langfristig ernsthaft die Gesundheit.

Orale Antidiabetika

Unter diesem Begriff versteht man alle Tabletten, die eingesetzt werden, um den Blutzucker zu senken. Sie wirken allerdings nur bei Typ-2-, und nicht bei Typ-1-Diabetikern. Die verwendeten Wirkstoffe unterscheiden sich in ihrem Angriffspunkt im Körper. Die bisher erschienenen Stichworte des Diabetes-Lexikons finden Sie im Internet unter www.nai.de! Fragen Sie immer, wann Sie die Ihnen verordneten Tabletten einnehmen sollen: morgens und abends oder direkt vor dem Essen - das ist entscheidend für die Wirkung. Informieren Sie sich außerdem darüber, ob Ihre Tabletten Unterzuckerungen hervorrufen können. In jedem Fall darf eine Packung Traubenzucker in der Hand- oder Jackentasche nie fehlen!

Pankreas

Übersetzt heißt Pankreas Bauchspeicheldrüse und ist der Ort, an dem körpereigenes Insulin produziert wird. Genauer: Die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse stellen Insulin her. Bei Bedarf, also, wenn der Mensch Kohlenhydrate isst, wird Insulin dann in die Blutbahn ausgeschüttet. Bei Typ-1-Diabetikern werden die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, bei Typ-2-Diabetikern arbeiten sie zunächst auf vollen Touren, später lässt die Leistung dann nach.

Repaglinid

Der Arzneistoff geht schonend mit der Bauchspeicheldrüse um: Er kann ihr gezielt während der Mahlzeiten und kurz danach Insulin entlocken. Der Diabetiker muss dieses orale Antidiabetikum also nur noch dann einnehmen, wenn er etwas isst. Repaglinid bietet einen weiteren Vorteil. Weil die Wirkung nach dem Essen rasch nachlässt, treten Unterzuckerungen seltener auf. Trotzdem sollten Diabetiker immer eine Packung Traubenzucker in Hand- oder Jackentasche griffbereit haben.

Retinopathie

Die Retinopathie ist eine gefürchtete Spätfolge eines schlecht eingestellten Diabetes. Mit Retina bezeichnet man die Netzhaut der Augen, die bei hohen Blutzucker-Werten massiv geschädigt werden kann. Nicht rechtzeitig erkannt, kann Erblindung die Folge sein. Frühzeitig bemerkt, gibt es heute Möglichkeiten, die Schäden zu reparieren. Die beste Vorbeugung ist eine dauerhaft gute Blutzucker-Einstellung, mit HbA1c-Werten unter 6,5 Prozent.

Süßstoffe

Eine spezielle Diät gibt es für Diabetiker nicht mehr. Dennoch kann es für Menschen, die abnehmen möchten, Sinn machen, Süßstoffe einzusetzen. Im Gegensatz zu Zuckeraustauschstoffen enthalten Süßstoffe keine Kalorien. Für welchen der auf dem Markt befindlichen Süßstoffe man sich entscheidet, hängt vom individuellen Geschmacksempfinden und von der Verträglichkeit ab. Aber auch wenn Süßstoffe beim Sparen Kalorien helfen: Man sollte sie in Maßen und nicht im Übermaß einsetzen. Süßstoffe heißen zum Beispiel Acesulfam, Aspartam, Cyclamat oder Saccharin.

Typ-1-Diabetes

Hierbei handelt es sich um einen Insulinmangel-Diabetes. Der Mangel entsteht, weil die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vom körpereigenen Immunsystem angegriffen und zerstört werden. Man bezeichnet diesen Vorgang als Autoimmun-Reaktion. Eine Heilung gibt es derzeit noch nicht. Typ-1-Diabetiker sind lebenslang auf Insulin von außen angewiesen. Ein Typ-1-Diabetes kann nicht mit Tabletten behandelt werden! Die Krankheit tritt in der Regel in jüngeren Lebensjahren auf, seltener jenseits des 40. Lebensjahres. Sie äußert sich vor der Diagnosestellung in starkem Durst, Müdigkeit, Gewichtsverlust und häufigem Wasserlassen.

Typ-2-Diabetes

Hierbei handelt es sich um einen relativen Insulinmangel. Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, das an den Zellen jedoch nicht mehr richtig wirken kann. Dem Zucker aus dem Blut wird daher nur unzureichend Einlass zu den Muskelzellen verschafft. Als Folge steigt der Blutzucker an. Typ-2-Diabetes tritt meist in älteren Lebensjahren auf. Viele Patienten sind übergewichtig und haben neben den hohen Blutzucker- auch hohe Blutdruck- und Blutfettwerte. Eine Summe von Risikofaktoren, die die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv erhöhen. Typ-2-Diabetes kann man mit Tabletten behandeln, aber auch mit Insulin. Die Krankheit wird oft erst dann entdeckt, wenn schon massive Schäden durch den hohen Blutzucker entstanden sind.
Quelle: Die Neue Apotheken Illustrierte

Diagnose bei Diabetes mellitus

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de

Diagnose bei Diabetes mellitus
Blutentnahme aus der Armvene

Um Diabetes festzustellen, wird die Messung des Blutzuckers herangezogen. Dabei kann die Messung im venösen Blutplasma (Plasmaglucose) oder Vollblut (Vollblutglucose) erfolgen. Die Angaben im Folgenden beziehen sich auf die Mesung im venösen Plasma.
Die Diagnose Diabetes ist eindeutig, wenn

* der Gelegenheits-Blutzucker 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder mehr beträgt
* der Nüchtern-Blutzucker bei zweimaliger Testung 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder mehr beträgt.

Die Messung des Gelegenheits-Blutzuckers kann zu jeder beliebigen Tageszeit erfolgen, man muss dabei nicht nüchtern sein. Für eine Nüchternuntersuchung sollte der Patient acht Stunden vorher nichts gegessen haben. Die Nüchternblutzuckerwerte werden neuerdings bevorzugt zur Diagnostik herangezogen, weil sie weltweit einfach zu handhaben sind. In jedem Fall sollte die Bestimmung zur Sicherheit wiederholt werden. Die alleinige Urin-Untersuchung auf Glukose ist zur Diagnose eines Diabetes mellitus nicht geeignet. Sind die Messwerte grenzwertig, d.h. liegt der Nüchtern-Blutzucker zwischen 100 und 125 mg/dl, wird als nächster Schritt der so genannte orale Glukosetoleranztest (OGTT) durchgeführt.
Oraler Gluosetoleranztest (OGTT)
Bei diesem Test sollte der Betroffene seit zehn Stunden nüchtern sein und sich zuvor mindestens drei Tage lang kohlenhydratreich ernährt haben. Rauchen ist vor und während des Tests nicht erlaubt und man sollte während des Tests sitzen oder liegen.

Es wird dann eine standardisierte Trinklösung mit 75 g Glucose verabreicht, die innerhalb von 5 Minuten getrunken werden sollte. Zu Beginn und nach 120 Minuten wird Blut abgenommen und der Blutzucker bestimmt.
Die Diagnose Diabetes ist eindeutig, wenn der 2-Stunden Wert 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder mehr beträgt. Liegt der 2-Stunden Wert zwischen 140 und 200 mg/dl (7,8 mmol/l -11,1 mmol/l, venöses Plasma), dann spricht man von einer "Gestörten Glukosetoleranz".

Verschiedene körperliche Faktoren (Diäten, Herzinfarkt, fieberhafte Infekte, längere Bettruhe) sowie einige Medikamente können den Test stören und zu falschen Blutzuckerwerten führen.
Urin-Untersuchung
Ab einem Blutzuckerwert von ca. 160-180 mg/dl (Nierenschwelle) scheidet die Niere Zucker mit dem Urin aus. Dieser kann mit einem Teststreifen nachgewiesen werden. Bei fortgeschrittener Nierenschädigung kann jedoch die Nierenschwelle erhöht sein, sodass selbst bei sehr hohen Blutzuckerwerten keine Glukose im Urin ausgeschieden wird. Daher ist die Urinuntersuchung zur Diagnose eines Diabetes ungeeignet. Der Nachweis von Azeton im Urin (so genannte "Ketonurie") kann auf eine bereits eingetretene Stoffwechselentgleisung hinweisen.
Antikörpertest
Mit mittlerweile einfachen Bluttests kann bei Personen mit erhöhtem Risiko für einen Diabetes Typ 1 festgestellt werden, ob verschiedene Antikörper (Inselzellantikörper, Insulinautoantikörper, GAD- und IA2-Antikörper) vorhanden sind. Aufgrund von Anzahl und Konzentration der nachgewiesenen Antikörper kann das Risiko, an einem Typ 1 Diabetes zu erkranken, beurteilt werden. Eine 100%ige Voraussage ist allerdings nicht möglich.

Interessant ist ein solcher Test für Kinder und Geschwister von Typ-1-Diabetikern, aber auch in Fällen, in denen nicht klar ist, ob es sich um einen Diabetes Typ 1 oder Typ 2 handelt. Auch bei dem spät einsetzenden Typ-1-Diabetes bei 50-, 60- und 70-jährigen Menschen kann ein solcher Antikörpertest die Diagnose ermöglichen. In diesem Zusammenhang wird auch von LADA-Diabetes gesprochen, abgeleitet von "Latent Autoimmune Diabetes in the Adult".

Die Geschichte des Diabetes

Die Geschichte des Insulins und der Behandlung des Typ-1-Diabetes

Schon die Ärzte der Antike kannten den "honigsüßen Urinfluss", so die wörtliche Übersetzung von Diabetes mellitus. Genauer wird schon im ägyptischen Papyrus Ebers" (1550 v. Chr.) die Zuckerkrankheit beschrieben. Gleichfalls altindische Schriften (300 v. Chr. bis 600 n. Chr.) zeugen davon, obwohl jedoch erst Paracelsus (1493 – 1541) Diabetes als Stoffwechselkrankheit erkannte.

Paul Langerhans (1847-1888)Im 19. Jahrhundert zeigt Claude Bernard in Tierversuchen die Spaltung von Kohlenhydraten der Nahrung im Darm. Auch Paul Langerhans (1847-1888) beschäftigt sich damit. 1868 beschreibt er in seiner Doktorarbeit über die Bauchspeicheldrüse besondere "Zellhaufen" - die Produktionsstätten des Insulins. Sie werden 1893 nach ihm benannt. Der Zusammenhang zwischen Blutzucker und Bauchspeicheldrüse wurde allerdings erst 1889 von Oskar Minkowski entdeckt. Er entfernte mit Josef Mering zusammen auf Verdacht die Bauchspeicheldrüse bei Hunden, als er erkannte, dass diese nun die typischen Symptome von Diabetes zeigten. Folglich musste der Pankreas etwas absondern, dass den Zuckerstoffwechsel reguliert.

1921 beschreiben es Frederick Banting und Charles Best (Toronto): Das Hormon Insulin. Damit erst wird eine Behandlung des Diabetes bei jungen Menschen überhaupt möglich - 30. Juli 1921, Entdeckung des Insulins - was den beiden 2 Jahre später den Nobelpreis für Medizin einbringt. Der 13 jährige Patient Leonard Thompson wurde Anfang Dezember 1921 ins Krankhaus eingeliefert. Nach einer üblichen Behandlung mit viel Trinken und kohlenhydratarmer Nahrung tritt meist der langsame Tod ein. Doch dieser ließ bei dem ersten Patienten noch 14 Jahre warten - hatte doch die zweite und konzentriertere Injektion die Blutzucker von ca. 520 auf 120 mg/dl gesenkt - und kam dann in Form einer Lungenentzündung. 1923 war ebenfalls die erste industrielle Insulinherstellung vollbracht. Das Insulin musste mehrmals täglich injiziert werden, da die Konzentration sehr gering war. (U5-U10 Eli Lilly - USA und U10 bis U20 Hoechst - Deutschland). 1936 entwickelt Hagedorn in Dänemark das erste Protamininsuline (NPH) und somit das erste aus der Klasse der Verzögerungsinsuline. 1940 kam das erstes Depotinsulin (Surfeninsulin) als klare Lösung – kein Aufmischen mehr nötig – raus. Dieses wird 1951 als erstes in einer fixen Kombination unter Verwendung von 1/3 Altinsulin und 2/3 Chinolinharnstoffderivat (Surfeninsulin) angeboten (Komb - Insulin von Hoechst).

1955 beschrieb Frederick Sanger (UK) den chemischen Aufbau des Insulins. Dies war die erste Voraussetzung zur synthetischen Herstellung des Insulins, wofür er 1958 den Chemienobelpreis bekommt. Die Insulinsynthese gelang 1963.

Seit Ende der 70er Jahre werden Blutzuckermessungen durch den Patienten möglich, während der heute so bedeutsame HbA1c Wert erst 10 Jahre später messbar wurde. 1980 kommt auch die erste Insulinpumpe in Serie raus, obwohl erst 3 Jahre später das häufig in der Pumpe verwendete Humaninsulin erscheint. Bis dahin hatte man die Angst einer Insulinverknappung, da 50 Rinder gebraucht wurde, um einen Diabetiker mit tierischem Insulin zu versorgen. Insulinpens erscheinen nach 4 jähriger Testzeit genau gegen Mitte des Jahrzehnts (1985). 1996 wird das erste kurz wirkende (Lispro) und 2000 das erste langwirkende Insulin Analogon (Glargin) eingeführt.

Quelle: u.a. Prof. Dr. med. Stephan Matthaei, Einführung: Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ-1 - Was war, was bleibt, was kommt?. Auf dem AccuChek Symposium 2005, Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft 2005 in Berlin (ICC); GlucoNews 2/2005, S.6-7

Aretaios von Kappadozien

Mit dem Leben des berühmten Arztes, welcher von 81 bis 138 n. Chr. lebte, soll unsere Serie der Geschichte des Diabetes beginnen. Seine Ausbildung, wahrscheinlich in Alexandria, wurde geprägt durch alte Schriften, die von den jungen Medizinern dogmatisch übernommen wurden. Aretaios war in dieser Hinsicht eine Ausnahme: Alleinig Hippokrates schien sein Vorbild gewesen zu sein.
Aus seiner Feder kommt die Bezeichnung "Diabetes" für die uns heute bekannte Krankheit. Sehr genau beschreibt er die Symptome des starken Durstes und des hohen Harndranges, die heute als Hinweise auf Diabetes gelten. Daher kam er auf den Namen "diabetes", zu Deutsch: "Durchfluss". Bis ins 16 Jahrhundert war der Mediziner vergessen, als Iunius Paulus Cassus aus Padua einige schlecht erhaltene griechische Manuskripte in die Hände fallen, und er diese in Latein übersetzt neu verlegt. Aufgrund dieser Schriften fügt der englische Arzt Thomas Willis (1621-1675) dem griechischen Wort "diabetes" das lateinische "mellitus", dt.: "honigsüß", hinzu.

Inhaltliche teilweise Quelle: Dialog 1/2005, S.22

Diabetes in der (Ex-)DDR

Diabetes in der (Ex-)DDR

Die oralen Antidiabetika entstanden meist erst nach dem 2. Weltkrieg. Obwohl schon in den 40er Jahren bekannt, wurde auch in der DDR erst in den 50er Jahren die blutzuckersenkende Wirkung der Sufanylharnstoffe untersucht und zur Produktionsreife gebracht. In der chemischen Fabrik von Heyden/Radebeul wurde unter Haack und Carstens die Wirkung der Depot Sulfonamide (CA 1022, Loranil, 1951 synthetisiert) untersucht. So dass, das später unter dem Namen Oranil erscheinende Produkt in den 50er Jahren erprobt werden konnte. Die Flucht von Haack in den Westen war der Startschuss des unter Boehringer/Mannheim veröffentlichte Medikament BZ 55, welches im Westen weiterentwickelt wurde. Doch auch in Dresden ging die Entwicklung weiter. Der Sulfanylharnstoff Tolbutamin, ebenfalls in Ost und West fast zeitgleich entwickelt kam in der DDR unter dem Namen Orabet raus. Doch der fast als Wettstreit zu bezeichnende Forschungsdrang führte zur nächsten Generation von Antidiabetika: Glibenclamid. Dieses fand sich westlich der Mauer in dem Präparat Euglucon und östlich der Grenze als Maninil wieder. Dies war in der DDR auch das letzte orale Antidiabetika welches sich bis zur Wende mit Orabet den "Markt" teilte, während die westdeutsche Entwicklung noch einige besondere Ableger dessen mit einem besonderen Wirkungsprofil hervorbrachte. Die Produktion an Maninil war trotz steigender Typ-2-Diabetikerzahlen und beginnenden ernsthaften wirtschaftlichen Problemen nie gefährdet: Es wurde sogar zu einem Exportschlager, bspw. in die Sowjetunion oder anderen Ländern.

Wie sah es nun mit den Biguaniden aus, welche heute noch in Form von Metformin ein häufiges Medikament darstellen. Die DDR Forschung setzte jedoch, obwohl Metformin bekannt war, auf Buformin. Dieses wurde bis zur Wende in großen Maßen produziert und dann international bedingt auf Metformin umgestellt.

Die Verschreibung jeglicher Antidiabetika, sei es Insulin oder oraler Natur, durften nur in speziellen Kreis- und Bezirksstellen für Diabetes erfolgen. Dies hatte den Vorteil, dass die Versorgung nur in den Händen ausgebildeter Spezialisten, bspw. in der Diabetesklinik Karlsburg oder bis 1978 in der zentralen Kinderklinik für Diabetes auf Rügen (Garz), lag und die Patienten so weit wie möglich versuchten mit gewichtsreduzierende und diätische Maßnahmen auszukommen. Ein weiterer Vorteil der zentralen spezialisierten Betreuung des Diabetes lag in der genauen - noch heute für Deutschland einmaligen Statistik. So wurden 40% nur mit Diät behandelt, 40% mit oralen Antidiabetika und 20% mit Insulin. Der hohe Anteil der Diätpatienten resultierte aus den systematischen und oft wiederholten flächendeckenden Reihenuntersuchungen, um den Diabetes Typ-2 so früh wie möglich zu entdecken.(1)

Bei Typ-1-Diabetes sah das nicht ganz so rosig aus, da Hilfsmittel eher Mangelware waren als chemische orale Medikamente. Einmalspritzen, Blutzuckermesstreifen und später Pens waren zwar bekannt und wurden auch erforscht, konnten jedoch aufgrund von Produktionsknappheit nicht im ausreichenden Maße hergestellt werden. In den 50er und 60er Jahren wurden viele Typ-1-Diabetiker aufgrund von Insulinknappheit noch mit importierten Insulin aus Dänemark versorgt. Die Kanülen zur Injektion waren oft sehr dick und mussten selbst nachgeschliffen werden. Diese Prozeduren und Probleme waren zwar im Westen ebenfalls bekannt, konnten jedoch in den 80er Jahren abgelegt werden. Stattdessen gab es starre Eß- und Spritzschemata (CT) und strenge Diäten. Blutzuckerteststreifen gab es nur für Kinder, Schwangere und labile Typ-1er. Der Rest musste bis Mitte der 80er Jahre den BZ in der Klinik messen lassen. Nur Harnmesstreifen waren für den Ambulanzen und begrenzt auch zu Hause vorhanden. Weniger schön war gleichfalls die - gleichfalls im Westen spät eingeführte - in der DDR jedoch verbotene Selbsthilfe und der Erfahrungsaustausch. Privates Engagement wurde in den Augen des Ministeriums für Staatssicherheit als immanente Systemkritik gesehen. 1984 wurde ein von den Bezirksdiabetologen eingesetztes "Patientenaktiv" eingesetzt, welches sich zwei Mal jährlich in Karlsburg traf und Mitspracherecht im Sinne des Patienten erstritt. Westdeutsche Einwegspritzen wurden auf diesem Weg in die DDR importiert.(2)

So läßt sich international zusammenfassen, dass die Versorgung der Diabetiker in der DDR zwar Schwachstellen hatte, im Vergleich jedoch auf gutem Niveau war.

Inhaltliche teilweise Quelle: Diabetes aktuell 3/2004 S.38-30 (Prof. Dr. Waldemar Bruns) (1) u. Diabetiker Ratgeber 4/2007 S.77-82 (2)

Die Geschichte von mmol pro Liter

Die Geschichte von mmol pro Liter

Im internationalen Rahmen wurde nach dem 2. Weltkrieg ein einheitliches System von Maßeinheiten entwickelt. Die Grundlage bildeten sechs Basiseinheiten: Meter(Länge), Kilogramm (Gewicht), Sekunde (Zeit), Ampere (Stromstärke), Kelvin (Temperatur) und Candela (Lichtstärke). In wieweit dieses Système International d'Unités (kurz SI) funktioniert sieht man auf der einen Seite an der geringeren Nutzung von Meter in Vergleich zu Meilen oder Fuss und auf der anderen Seite in der Angabe von Celsius, obwohl es Kelvin sein sollte. Das gleiche Schicksal hat auch mmol ereilt, welche 1971 als siebte Einheit hinzukam. So hat sich das SI System trotz WHO Empfehlung in einigen Ländern nur im technischen und wissenschaftlichen Bereich durchgesetzt und konkurriert im Bereich Diabetes in fast jedem Land mit mg/dl. Mmol wurde von dem Turiner Physiker Conte Amadeo Avogadro (1776-1856) eingeführt. In Deutschland kam es durch die Zeit des Kalten Krieges zu der Zweiteilung: Während die ehemalige DDR, genauso wie die Sowjetunion, das SI übernahm, wurde und wird in den alten Bundesländern an der konventionellen Angabe mg/dl festgehalten. Bei Umzügen und Reisen von den alten in die neuen Bundesländer und umgekehrt ist es somit enorm wichtig, dass Sie die Maßeinheiten miterwähnen/-aufschreiben, damit im Notfall keine Verwechslungen passieren (25 mmol/l ist eine hohe Entgleisung mit Ketoazidosegefahr und 25 mg/dl eine schwere Unterzuckerung).

Inhaltliche teilweise Quelle: AccuChek Dialog 3/2005, S.22

Geschichte der Insulinpumpentherapie

Geschichte der Insulinpumpentherapie

Ende der 1970er Jahren kam die medizinische Sensation raus, dass der Einsatz einer Insulinpumpe zur kontinuierlichen subkutanen Insulingabe für Typ-1-Diabetiker geglückt sei. Die Betonung muss hier auf subkutan liegen, da man zuvor als Verbesserung der subkutanen Insulingaben mit großen Dosierungen versucht hatte, das Pumpenprinzip (kontinuierliche geringe Mengen) intravenös zu versuchen. Dies führte zu großen Problemen mit den Einstichstellen. Sepsis und Thrombose waren die begrenzenden Faktoren dieses Versuches. So begann Pickup und sein Team 1976 mit der Entwicklung einer kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion (CSII), die heute bekannte Insulinpumpentherapie. Die Grundlage bildete eine neu entwickelte batteriebetriebene Spritzenpumpe, namentlich: "Mill Hill Infusor", welches in der Lage war rund um die Uhr Insulin abzugeben. Durch Schrauben konnten zusätzliche, heute würde man sagen Bolus-Einheiten, gepumpt werden. Da die Geschwindigkeit der "Basalrate" immer konstant war, musste sie mithilfe von Kochsalzlösungen angepasst werden. Die Kanüle des Katheters lag subkutan und wurde mit einem Pflaster gesichert. Während die Pumpe mit einem Verband oder Netz am Patienten befestigt wurde. Ein Katheterwechsel erforderte jedoch einen steril durchzuführenden ärztlichen Eingriff. Obwohl dies noch sehr kompliziert anmutet, waren die Erfolge dieser Therapieform sichtbar. So dass der Weiterentwicklung nichts mehr im Wege stand. In Deutschland waren Renner und Hepp zwei Wissenschaftler die sich dem widmeten.

In den 80er Jahren gab es eine Reihe von wichtigen Weiterentwicklungen: Anfang des Jahrzehnts wurde in den USA die Pumpe Auto-Syringe AS 6C mit variabler Fördergeschwindigkeit entwickelt. Die Promedos Pumpen von Siemens ging als einer der ersten dahin implantierbar zu werden. Dafür entwickelte man die sogenannte Rollerpumpe. Die CPI 9100 war eine der ersten Insulinpumpen, 1982, welche über eine individuell programmierbare Basalrate verfügte, welche lustiger weise jedoch jeden Abend neu eingestellt werden musste, da sie noch kein speicherfähigen Datenspeicher hatte (RAM). In den 80er Jahren kamen immer mehr Insulinpumpen heraus, welche einzelne heute bekannte Features einführten: Bspw. die Nordisk Infuser, welche als erste die Nutzung vorgefertigter Ampullen erlaubte. Die Dahedi RW90/91, eine in Holland Mitte der 80er Jahre erschienene Pumpe, war die erste kleinere Insulinpumpe, die dazu auch noch leicht zu bedienen war und so vor allem bei Frauen gut angenommen wurde. Was bei der CPI 9100 noch das Problem war, wurde bei der Hoechst MRS1-Infusor gelöst. Die stündlich über einen Tag programmierbare Basalrate konnte, zwar zu Beginn nur vom Arzt, einprogrammiert werden. Für die gleiche Pumpe wurde auch das erste Pumpeninsulin H-Tronin entwickelt. Dieses war durch den Zusatz von oberflächenaktiven Stoffen stabiler im Fluss durch Ampulle, Katheter und Kanüle. Das Pumpeninsulin wurde zum heutigen Insuman Infusat weiterentwickelt. Die MiniMed 507, erschienen im Jahre 1996, enthielt als Erste einen verlängerten Bolus, womit der zweite große Vorteil der Pumpentherapie, die Anpassung an lang verdaulichen Kohlenhydraten, eingeführt wurde.

Nutzergrößen: Die erste Zählung von Insulinpumpenträger war 1991 mit ca. 4000 veranschlagt worden. Im Jahre 1995 waren es schon 10.000, während 2003 die Zahl auf 40000 und weltweit auf 200.000 geschätzt wurde.

Persönlichkeiten, die Diabetes hatten

Persönlichkeiten, die Diabetes hatten

Dieser Artikel soll Persönlichkeiten aus der Geschichte vorstellen, die höchstwahrscheinlich Diabetes hatten. Den ersten Teil nimmt König Heinrich VIII. ein.

Der englische König ging gleich in mehrerer Hinsicht in die Geschichte ein. Er hatte nicht nur mehrere Frauen (6), von denen die ersten zwei ihm keine männlichen Nachkommen schenkten, was ihrem Todesurteil gleichkam, sondern gründete aufgrund des Scheidungsverbots der spätmittelalterlichen katholischen Kirche auch die anglikanische Staatskirche, deren Oberhaupt er war. Mit ca. 45 Jahren kamen Symptome ans Tageslicht, die einen heutigen Typ-2-Diabetes charakterisieren würden: Er wurde fettleibig, launisch, motivationslos und hatte Schmerzen in den Beinen. Weiterhin hatte er viel Durst. Seine Geschwister litten an dem gleichen Problemen, was auf eine genetische Belastung hinweist.

Prof. Dr. Oskar Minkowski

Prof. Dr. Oskar Minkowski

Im Jahre 1931, genauer gesagt am 18.06. starb einer der größten Diabetesforscher im deutschsprachigen Gebiet. Auf einer Sitzung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin wurde er und sein Werk mit folgender Rede geehrt. "...Als Assistent schon, zu Königsberg, fand er die Acetessigsäure im Harn von Diabetikern, in Strassburg war es, wo der Dreißigjährige in gemeinsamer Arbeit mit v. Mering den Pankreasdiabetes entdeckte. Die Entdeckung des hämolytischen Ikterus war seine dritte Großtat. [...] Bis zuletzt konnten wir an ihm jene Eigenschaften bewundern, die seine Erfolge ermöglichten: den kristallklaren, allem Mystischen abholden Verstand, scharfe Kritik und dabei doch jenen Einschlag von Phantasie, jenes Künstlerische, ohne die ein großer Forscher nicht denkbar ist.[...]"

Nun ein paar Daten zu seinem Leben: Oskar Minkowski wurde im Januar 1858 in Litauen, damals Bestandteil des zaristischen Russlands geboren. Aufgrund seines jüdischen Elternhauses, wurde die Familie in den 70er Jahren, des vorletzten Jahrhunderts gezwungen in das liberalere Ostpreussen auszuwandern. Nach seinem Abitur studierte er unter preussischer Staatsbürgerschaft in Freiburg und Königsberg Humanmedizin, in welchem er auch in der letztgenannten Stadt promovierte. Im Jahre 1888 folgte er seinem ehemaligen Mentor nach Stassburg wo er mit Dr. Joseph von Mering seine größte Entdeckung machte. Er entfernte einem Hund die Bauchspeicheldrüse und konnte eindeutig nachweisen, dass durch diese technisch schwierigen Eingriffe jederzeit ein echter Diabetes hervorgerufen werden konnte.

Der aus heutiger Sicht einleuchtende Fakt, war damals eine Sensation, bedenke man, dass die damalige Medizin dachte, der Diabetes sei eine Krankheit des Gehirns, des Magens oder der Leber. Dieses Experiment ist die Voraussetzung zur Entdeckung des Insulins gewesen, welches nun eindeutig aus dem Pankreas kommen musste.[mehr]

Nach einem Aufenthalt in Köln (1900 bis 1905) folgte er dem Ruf der Universität Greifswald, um dann 1909 nach Breslau zu gehen. Dort erhielt er wahrscheinlich noch 1922 die erste Ampulle Insulin, die er mit folgenden Worten seinen Studenten präsentierte: "Ich hoffte einst, der Vater des Insulins zu werden. Aber es kam anders. Heute akzeptiere ich mit Vergnügen, von den Entdeckern Banting und Best zum Großvater des Insulins ernannt worden zu sein." Fortan setzte er sich mit dem von ihm gegründeten "Deutschen Insulin-Kommitee" dafür ein, dass die Insulinversorgung Deutschlands in Bewegung kommt. Hoechst stellte noch 1923 das erste Altinsulin in höherer Stückzahl her.

Inhaltliche teilweise Quelle: Diabetes aktuell 3/2003 S.26-28 (Dr. Heinz Schneider)

Prof. Dr. Otto Rostoski

Der Dresdner Mediziner Rostoski ist eigentlich sehr unbekannt. Trotzdem wurde mindestens 2 Mal vom Präsidenten der Deutschen Diabetes Gesellschaft nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geehrt: Zum einen in seinem Todesjahr 1962 (10. Januar) und zum anderen 2002 bei der Eröffnungsrede der Jahrestagung in Dresden. Wer war dieser unbekannte Wissenschaftler? In der Uckermark (heute: Welsebruch) aufgewachsen, in Posen - heute Poznan - das Gymnasium abgeschlossen studierte er in Würzburg ab 1892 Humanmedizin Mit 29! beendete er dort seine Habilitation und reiste als Vortragsreisender durch Europa. 1907 kehrte er nach Würzburg zurück und wurde zum Professor der inneren Medizin ernannt. 1910 kam sein Wechsel zur Medizinischen Klinik des Johannstädter Krankenhauses in Dresden, wo er 1923 eine vorbildliche Diabetesambulanz errichtete, die in den 20er Jahren für viel Aufsehen sorgte. 1927 wurde in der Klinik die erste Diabetesstation gegründet. Sein Forschungsgebiet war das Coma diabeticum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte er sich eigentlich nur noch dem Diabetes widmen und andere Forschungsrichtung, wie beispielsweise dem Lungenkrebs wo ihm sehr viel Ehre zu Teil wurde, niederlegen. Trotzdem wurde er 1954 als 80 jähriger Mann zum Lehrstuhlinhaber für die neue "Carl-Gustav-Carus"-Akademie ausgewählt. Zwei Jahre hielt er diesen verantwortungsvollen Posten und weitere zwei Jahre später zog er sich mit 85 Jahren von seiner ärztlichen Tätigkeit zurück. Sein Schüler Prof. Hans Haller entdeckte das Metabolische Syndrom.

Quelle: Lantsch, Schneider, Görl: Ein vergessener Diabetologe?. In: subkutan 3/2002, S.27-29

Prof. Karl Stolte

Prof. Karl Stolte

Geboren 1881 in Straßburg, in der dortigen Universität sein medizinisches Staatsexamen im Jahre 1904 abgelegt, wurde er zum 1. Oktober 1916 als Direktor der Kinderklinik Breslau berufen. Ab 1929 entwickelte Stolte dort sein Konzept zur flexiblen Behandlung von Diabetes bei Kindern unter der Bezeichnung "Freie Diät". Nach dem Krieg ging die Arbeit in Greifswald weiter, wo er als Direktor der Universitätskinderklinik bis Mitte 1948 arbeitete. Seine letzte Arbeitsstelle war die Uniklinik Rostock, die er bis zu seinem Tode 1951 leitete.

Mit seinem Behandlungskonzept der bedarfsgerechten Insulingebung bei Typ-1-Diabetes hatte er die ICT 50 Jahre vorweggenommen. Da jedoch das medizinische Meinungsbild in der Endokrinologie diese Entwicklung nicht mitmachen wollte, und der zweite Weltkrieg eine größere Publikation nicht erlaubte, blieben seine Erfolge nur auf Breslau, sowie Umgebung beschränkt. In der DDR hatte es dieser herausragende Wissenschaftler und Kliniker ebenfalls nicht einfach. Erst 30 Jahre nach seinem Tod, begann man seine aufgezeigten Therapiemöglichkeiten in der gesamten Republik umzusetzen. Auf der 25. Jahrestagung der DDG 1990 in Düsseldorf wurde zum ersten Mal der "Karl Stolte Preis" an zwei Ärzten vergeben.

Er behauptete bei der Beschreibung seiner "Freien Diät": "dass es möglich sein müsste, mit Hilfe des Insulins den Stoffwechsel der Kinder in normale Bahnen verlaufen zu sehen. Das war der Grund, weswegen wir schon bald nach der Einführung des Insulins die Kinder in folgender Weise einstellten. Wir gaben ihnen die Kost, die sie zu Hause hatten, indem wir die Kinder drei Tage nach der Aufnahme sich die Menge der einzelnen Speise frei wählen ließen. [...] Zuckerkranke Menschen darf man nicht behandeln wie Versuchstiere, die Tag für Tag eine auf das Gramm vorgeschriebene Nahrungsmenge erhalten". Als Messkriterium für diese Therapie wurden regelmäßige Uringlukosemessungen unternommen, und die Insulingabe in 3 Injektionen dementsprechend angepasst. Als erster erkannte er einen schwankenden Bedarf an Insulin (Basalinsulin) und versuchte diesen durch fraktionierter Gabe von raschwirkenden Insulin Rechnung zu tragen um einen Stoffwechsel, ähnlich des Nichtdiabetikers zu simulieren. Als 1939 nach Entdeckung des Verzögerungsinsulins, dieses angewandt werden sollte, weigert sich Stolte. "Eine bedarfsorientiere Insulingabe ist nur mit schnellwirkenden Insulin machbar". In einer Publikation hebt er den Wert des Pankreas in besonderen Maße hervor. Der Pankreas ermögliche es, dass der gesunde Mensch längere Zeit hungern oder sich "überessen" könnte, ohne eine Unter- bzw. Überzuckerung zu bekommen. Dieses dynamische Handeln mit Insulin erklärte er zu seiner Zieltherapie. Gleichfalls kann man ihm hoch anrechnen gegen den Widerstand seiner Kollegen eine Diätunabhängige Therapie für Typ-1-Diabetiker/innen entwickelt zu haben. (Gegensatz Carl von Noorden).

Gene und Vererbung bei Diabetes

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de

Gene und Vererbung bei Diabetes

Welche Rolle spielen sie bei Diabetes mellitus?
Großvater, Vater und Enkel
Sowohl Vererbung als auch äußere Faktoren zählen zu den Auslösern von Diabetes mellitus. Eine viel größere Rolle als bei Diabetes mellitus Typ 1 spielt die Vererbung bei Diabetes Typ 2.
Diabetes Typ 2: Erkrankungsrisiko durch Vererbung hoch
Die Unterschiede im Erkrankungsrisiko macht das Beispiel eineiige Zwillinge mit Diabetes deutlich: Handelt es sich um Diabetes Typ 2, dann haben in etwa 90% der Fälle beide Zwillinge Diabetes. Bei Diabetes Typ 1 ist nur in ca. 30-50% auch der zweite Zwilling betroffen.
Diabetes Typ 1: Erkrankungsrisiko durch Vererbung gering
Ist ein Elternteil an Diabetes Typ 1 erkrankt, beträgt das Erkrankungsrisiko für das Kind 3-5%. Das Risiko steigt auf 10-25%, wenn beide Eltern an Diabetes Typ 1 erkrankt sind. Bei 25-50% liegt das Erkrankungsrisiko für ein Kind mit einem an Diabetes Typ 2 erkrankten Elternteil.
HLA-Faktoren: Zeichen für Diabetes Typ 1
Die erbliche Komponente bei Diabetes mellitus Typ 1 wird durch genetische Besonderheiten der Abwehrzellen erklärt. Beim Typ-1-Diabetiker sind dies Merkmale auf der Zelloberfläche, die so genannten HLA-Faktoren (HLA = Humanes-Leukozyten-Antigen).
Gen-Test auch für Diabetes Typ 2 in Sicht
Das erbliche Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ 2 bestimmen zu 70% 5 Gene: Diese Gene beeinflussen die Zellen für die Insulin-Produktion und den Transport von Zink. Der Körper benötigt dieses Spurenelement für die Produktion von Insulin. In ca. 2 Jahren wird der erste Gen-Test für Diabetes Typ 2 erwartet.
MODY-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen
Auffällig ist die Rolle der Vererbung bei einer speziellen Form von Diabetes Typ 2, die bereits bei Kindern und Jugendlichen vor dem 25. Lebensjahr auftritt: MODY (Maturity Onset Diabetes mellitus in Young people) ist eine seltene, meist aber dominant erbliche Sonderform des Diabetes. Ca. 1-5% der Diabetiker in Deutschland sind von MODY betroffen.

Typische Symptome bei Diabetes mellitus

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de

Typische Symptome bei Diabetes mellitus

Welche Symptome (Krankheitszeichen) bei Diabetes mellitus auftreten, hängt von dem Grad des Insulinmangels und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen zusammen.
Die wichtigsten Symptome sind:

* starker Durst
* vermehrtes Wasserlassen
* Müdigkeit und Leistungsabfall
* unerklärbare Gewichtsabnahme
* Heißhunger
* Neigung zu Infektionen
* schlecht heilende Wunden
* Wadenkrämpfe
* Sehstörungen
* Juckreiz
* Potenzstörungen und
* Azetongeruch der Atemluft.

Anfänglich können besonders beim Diabetes Typ 2 die Beschwerden völlig fehlen, sodass die Diagnose oft zufällig erfolgt. Insgesamt entwickelt sich der Typ-2-Diabetes eher schleichend und nicht selten werden die Symptome übersehen. Bei Diagnose können jedoch schon Folgeschäden an Herz, Nerven, Niere oder Augen vorhanden sein.

Im Gegensatz dazu beginnt der Typ-1-Diabetes meist plötzlich und heftig mit deutlichem Gewichtsverlust, häufigem Wasserlassen und starkem Durst. Ohne Behandlung kann sich relativ rasch eine Stoffwechselentgleisung bis hin zum diabetischen Koma entwickeln.

Was ist Diabetes mellitus: Krankheitsbild und Häufigkeit

Copyright Vitanet GmbH /www.vitanet.de
Was ist Diabetes mellitus: Krankheitsbild und Häufigkeit

Diabetes mellitus (zu deutsch: honigsüßer Durchfluss) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Zellen gestört und dadurch der Blutzucker erhöht ist. Dieser hohe Blutzucker kann anfänglich für Symptome wie vermehrten Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit führen. Bestehen die hohen Blutzucker-Werte über Jahre, können dadurch Schäden an Blutgefäßen und Organen entstehen.
Verschiedene Diabetes-Formen
Je nach Ursache unterscheidet man zwischen Diabetes mellitus Typ 1 (absoluter Mangel an Insulin) und Typ 2 (mangelnde Empfindlichkeit der Zellen für Insulin). Patienten mit Typ-2-Diabetes bemerken zunächst meist nichts von ihrer Erkrankung, bei Diabetes mellitus Typ 1 treten die ersten Symptome hingegen oft akut auf.
Daneben gibt es noch weitere, seltenere Diabetes-Formen wie z.B. der medikamenteninduzierte Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).
Häufigkeit von Diabetes mellitus
Nach aktuellen Schätzungen der International Diabetes Federation (IDF) leiden weltweit 246 Millionen Menschen an Diabetes. Laut IDF steht Deutschland aktuell mit 7,4 Millionen Diabetikern auf Platz 5 im internationalen Vergleich.
90% der Diabetiker mit Typ-2-Diabetes
Die meisten Diabetiker in Deutschland, nämlich 90%, sind am Typ-2-Diabetes erkankt. Dies entspricht 7,2 Millionen Betroffenen. Bereits 2004 waren 6,4 Millionen Menschen wegen eines Diabetes in Behandlung, 1,9 Millionen Diabetiker wurden mit Insulin behandelt. Allerdings ist die Dunkelziffer laut Prof. Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin, München, weitaus höher. Im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2007 schätzt er die Zahl der Diabetiker in Deutschland auf insgesamt 8 Millionen.

Urlaubsreisen- Flugreisen

Informationen zum Thema:

Was müssen Diabetiker, die Insulin spritzen, bei Flugreisen beachten?

Von H. Hessemer
Stand: November 2002

Allgemeines:

Seit dem 11. September 2001 gibt es eine erhöhte Gefährdungssituation, die verschärfte Sicherheitsvorschriften bei allen Flugreisen nach sich zieht. So dürfen keine scharfen und spitzen Gegenstände des täglichen Bedarfs im Handgepäck mitgeführt werden.

So werden z. B. Messer, Scheren, Nagelfeilen, Stielkämme, Nähutensilien usw. von den Fluggastkontrollkräften bei den Sicherheitskontrollen eingesammelt und verschrottet. Will man die nicht erlaubten Gegenstände nach der Flugreise wiederbekommen, bieten Fundbüros auf einigen deutschen Flughäfen einen Aufbewahrungsservice für 3 Monate, quasi als „Zwischenlager“ zum Preis von ca. 2,50 € an. Manchmal helfen auch die Fluggesellschaften weiter.

Tipp:

Spitze und scharfe Gegenstände erst gar nicht mitnehmen oder im Reisegepäck transportieren!

Wie sollen sich Diabetiker verhalten, die ihren medizinischen Bedarf (Spritzen, Pens, Stechhilfen, Messgeräte, Insulin o.ä.) im Handgepäck mit an Bord nehmen müssen?

Jeder insulinpflichtige Diabetiker sollte eine ausreichende Menge Insulin*, Pens und Messutensilien im Handgepäck transportieren: Für den Bedarf während des Fluges und als „Notvorrat“, falls die aufgegebenen Koffer verloren gehen oder in einem anderen Flughafen „landen“. Die Rückgabe von „Irrläufern“ kann oftmals mehrere Tage dauern und je nach Urlaubsziel ist eine Ersatzbeschaffung von Insulin, Pens und Messutensilien schwierig bis unmöglich. Evtl. empfiehlt sich vorsorglich die Mitnahme eines Privatrezeptes, um im Notfall mit Hilfe von Ärzten und / oder Apotheken im Urlaubsland, Insulin und Pen etc. beschaffen zu können.

Achtung:

Insulin nie im Koffer transportierten, da im Laderaum der Flugzeuge zu niedrige Temperaturen herrschen: Insulin verträgt keine Temperaturen unter + 4°C! (Und sollte auch keinen Temperaturen über + 30 °C ausgesetzt sein!). Deshalb die gesamte benötigte Menge plus „Notvorrat“ ins Handgepäck!

Für die Sicherheitskontrollen auf deutschen Flughäfen ist der Bundesgrenzschutz (BGS) zuständig, der in Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdiensten die Fluggastkontrollen durchführt.

Bei einem „Vorliegen besonderer Umstände“ müssen die Sicherheitsdienste das „Mitführen spitzer und scharfer Gegenstände“ genehmigen. Das heißt für einen insulinpflichtigen Diabetiker, dass er sein Insulin, seine Pens und Messgerät etc. im Handgepäck mit an Bord des Flugzeuges nehmen darf.

Es gibt allerdings keine einheitlichen Verfahren innerhalb der Bundesrepublik Deutschland: D. h. die Handhabung der Sicherheitskontrollen können von Flughafen zu Flughafen unterschiedlich sein.

Beim Abflug vom Flughafen Köln-Bonn genügt – laut Auskunft des dortigen Leiters der Bundesgrenzschutzstelle – die Vorlage des Diabetikerausweises um seinen medizinischen Bedarf mit an Bord nehmen zu können.

Am Flughafen Frankfurt sind die Sicherheitsvorkehrungen strenger: Hier müssen sich die Fluggäste ein paar Tage vor Flugantritt bei den Fluggesellschaften melden und angeben, dass sie als insulinpflichtige Diabetiker ihren medizinischen Bedarf mit an Bord nehmen müssen. Dann vermerken die Fluggesellschaften in ihren Fluglisten, auf welchem Platz der insulinpflichtige Diabetiker sitzt und dass dieser Fluggast Insulin, Mess- und Spritzutensilien dabei hat. Bei der Fluggastkontrolle muss dieser Fluggast dann noch eine ärztliche Bescheinigung (vergleiche Formularvorschlag am Ende dieser Information) seines behandelnden Arztes, in dem dieser den insulinpflichtigen Diabetes mellitus bescheinigt hat und seinen (möglichst internationalen) Diabetikerausweis vorweisen, damit er das Flugzeug problemlos mit seinem Insulin besteigen kann.

Bei Flügen in die USA sind die Sicherheitsbestimmungen noch schärfer: Hier müssen zusätzlich zu den oben genannten Vorkehrungen, Insulin und Spritz- und Messgeräte bei den Crewmitgliedern abgegeben werden. Bei Bedarf wird es ausgehändigt und Messen und Spritzen müssen unter Aufsicht eines Flugbegleiters getätigt werden. Danach wird alles wieder unter Verschluss genommen und erst nach Abschluss des Fluges wieder ausgehändigt.

Achtung, wichtiger Hinweis:

Da der Umfang der Sicherheitskontrollen von der aktuellen Gefährdungssituation abhängt, können sich die Durchführungsverfahren der Kontrollen weiter verschärfen oder auch wieder lockern. Wie beim Rückflug die Sicherheitskontrollen auf den ausländischen Flughäfen gehandhabt werden, kann natürlich von Seiten der deutschen Behörden nicht beantwortet werden.

Tipp:

Bereits beim Buchen des Fluges bei der jeweiligen Fluggesellschaft nachfragen und Informationen zum Abflug- und Rückflug-Flughafen einholen. Notwendige Unterlagen vorbereiten und einige Tage vor Antritt des Fluges nochmals die aktuelle Lage erkunden.

Was ist Bluthochdruck? mit Blutdrucktabelle

Was ist Bluthochdruck?

Blutdruckschwankungen sind normal

Der Blutdruck ist keineswegs immer gleich. Das gilt auch für Menschen mit normalen Blutdruckwerten. Er steigt, wenn der Körper mehr Sauerstoff und Nährstoffe braucht. Also bei seelischer und körperlicher Belastung, z. B. beim Treppensteigen oder wenn wir uns aufregen – auch wenn wir uns über etwas freuen. Diese Erhöhung ist ganz natürlich. Sie klingt ab, sobald die Belastung vorbei ist.

Woran merke ich, dass ich hohen Blutdruck habe?

Viele Patienten fühlen sich trotz hohen Blutdrucks oft jahrelang völlig wohl. Das führt häufig dazu, dass diese Patienten nicht merken, dass sie zu hohen Blutdruck haben. In einigen Fällen äußert sich Bluthochdruck in Beschwerden wie z. B.:

* Kopfschmerzen
* Schwindel
* Atemnot
* Müdigkeit

Unter einer Blutdruck senkenden Therapie lassen diese Beschwerden in den meisten Fällen nach oder verschwinden ganz.

Sobald Blutdruckwerte auch in Ruhe und ständig oder häufig die Normalwerte überschreiten, handelt es sich um Bluthochdruck. Die Grenze des normalen Blutdrucks liegt bei 140/90 mmHg. Für einige Patienten mit Begleiterkrankungen liegt diese Grenze niedriger – bei Patienten mit Zuckerkrankheit wird z. B. ein Wert von 130/80 mmHg angestrebt.

Unter Ruhebedingungen sollte der Blutdruck zuverlässig unter 140/90 mmHg bei Erwachsenen liegen.
Klassifikation des Blutdrucks
Kategorie Systolisch (mm Hg) Diastolisch (mm Hg)

optimal < 120 zu < 80

normal ≤ 130 zu ≤ 85

hochnormal 130-139 zu 85-89

Hypertonie 1 140-159 zu 90-99

Hypertonie 2 160-179 zu 100-109

Hypertonie 3 > 180 zu > 110

Isolierte syst. Hypertonie ≥ 140 zu < 90

nach Richtlinie der Dt. Hochdruckliga 2006

Auch der Pulsdruck ist wichtig

Insbesondere für ältere Patienten ist der Pulsdruck – auch Blutdruckamplitude genannt – ein wichtiger Hinweis auf ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Der Pulsdruck – nicht zu verwechseln mit dem Pulsschlag – gibt Auskunft über die Dehnbarkeit der Blutgefäße. Ein steifes Gefäßsystem wirkt sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Je höher der Pulsdruck ist, desto starrer sind die Gefäße. Bei Gesunden beträgt der Pulsdruck etwa 50 mmHg. Ein Pulsdruck über 65 mmHg bei ebenfalls erhöhten systolischen und diastolischen Blutdruck bedarf der Behandlung.

Es gibt klare Grenzwerte für den Blutdruck

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in ihren Richtlinien klare Grenzwerte für den Blutdruck festgelegt. Danach gilt ein Wert über 140/90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) als Bluthochdruck. Gemessen wird der Druck einer Pulswelle im Blut, die an die Innenwände der Blutgefäße anstößt. Der erste Wert wird als systolischer Druck bezeichnet und entspricht dem Druck, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Der zweite Wert ist der diastolische Druck, der in der Erschlaffungsphase des Herzmuskels im Kreislauf herrscht und dadurch niedriger liegt als der erste Wert. Wenn bei einem Patienten systolischer und diastolischer Wert in unterschiedliche Klassen der Einteilung fallen, wird die höhere Klasse gewählt.

Ein Beispiel kann das verdeutlichen: Es wird ein Wert von 135/95 mmHg gemessen. Während der erste Wert noch normal ist, gilt der zweite Wert bereits als leicht erhöht. Man spricht bei diesem Ergebnis von einer leichten Hypertonie (Schweregrad I).
Grenzwerte für den BlutdruckKlassifikation systolisch diastolisch

optimal < 120 < 80

normal < 130 <85

'noch'-normal 130 - 139 85 - 89

leichte Hypertonie (Schweregrad 1)
140 - 159 90 - 99

mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2)
160 - 179 100 - 109

schwere Hypertonie (Schweregrad 3)
> 180 > 110

isolierte systolische Hypertonie
> 140 < 90

Tabelle: Klassifikation der Blutdruckbereiche der WHO

Tipp:

Wie groß soll die Blutdruckmanschette sein?

Oberarmumfang Breite Länge
< 24 /////////////// 10 /////// 18
24 - 32 /////////////// 12 - 13 /////// 24
33 - 41 /////////////// 15 /////// 30
> 41 /////////////// 18 /////// 36

(Empfehlung der Deutschen Hochdruckliga 2003)

Alkohol

Alkohol

Drei gute Gründe, mit Alkohol bewusster umzugehen

Alkohol ist ein Zellgift, das sich auf die meisten Organe schädlich auswirkt. Am Herzen steigert dieses Gift z. B. die Erregbarkeit der Herzmuskulatur. Es können Rhythmusstörungen ausgelöst werden.

Auf jeden Fall steigert jedes Glas Alkohol – egal ob Wein, Sekt oder Bier – den Blutdruck. Je regelmäßiger und höher der Alkoholkonsum ist, desto stärker ist diese Wirkung. Der hohe Kaloriengehalt (1g Alkohol hat 7 kcal) führt außerdem schnell zu Übergewicht. Drei gute Gründe, mit Alkohol bewusster umzugehen.

Bewusst genießen

Wenn Sie auf Alkohol nicht ganz verzichten möchten: Genießen Sie jeden Schluck – bis zum zweiten Gas. Mehr sollte es nicht sein. Denn dann setzt schon die Blutdruck steigernde Wirkung ein. Alkohol ist ein Genussmittel, kein Durstlöscher!

Die Menge macht’s

Hochdruckpatienten sollten ihren Alkoholkonsum einschränken. Als Mann sollten Sie am Tag nicht mehr als 30 g Alkohol zu sich nehmen. Dies entspricht ca. 2 Gläsern Wein (150 ml) oder 2 Gläsern Bier (300 ml). Als Frau reagiert Ihr Körper auf Alkohol empfindlicher: es sollten nicht mehr als 20 g Alkohol am Tag sein. Dies entspricht ca. 1 Glas Wein oder 1 Glas Bier. Und das nicht Tag für Tag sondern nur gelegentlich. Zuviel Alkohol kann außerdem dazu führen, dass Ihr Körper auf Ihre Medikamente nicht mehr anspricht und der Blutdruck steigt.

Blutdruck richtig messen

Blutdruck richtig messen

Laut internationalen Richtlinien sollte der Blutdruck mittels auskultatorischer Methode (= Standardmethode) gemessen werden.
In ruhiger entspannter Situation im Sitzen nach mindesten 5 Minuten Ruhe
Keine Unterhaltung während der Messung
Richtige Manschettengröße u. Lage (eine zu breite Manschette führt zu falsch niedrigen Werten, eine zu schmale Manschette führt zu falsch hohen Werten)
Manschettenunterrand sollte 2cm oberhalb der Ellenbeuge liegen
Manschette darf nicht über Kleidung liegen
Der Armposition soll der Herzhöhe entsprechen
Der Arm darf nicht zu stark gebeugt sein (falsch niedrige Werte)
Ablassgeschwindigkeit ca . 2-3mm Hg pro Sekunde
Der systolische Blutdruck wird beim ersten Auftreten des Korotkoff-Geräusches festgelegt, der diastolische beim Verschwinden des Geräusches

Elektronische Handgelenksgeräte

zeichnen sich durch deutliche Vereinfachung des Messvorganges aus, weshalb sie v.a. sehr beliebt für die Selbstmessung sind. Sie müssen für die Messung ebenfalls auf Herzhöhe positioniert sein. Bei Handgelenksumfängen > 19.5cm ist die Messung am Handgelenk aber problematisch.

Auf jeden Fall sollten am Anfang Vergleichsmessungen mit der Standardmethode durchgeführt werden, um zu große Unterschiede zwischen den Methoden auszuschließen.

Die häufigsten Fragen zum Thema Bluthochdruck:

Fragen & Antworten

Die häufigsten Fragen zum Thema Bluthochdruck:

1. Treiben Kaffee, Tee, Kakao, Cola den Blutdruck in die Höhe?
2. Welche Nebenwirkungen können blutdrucksenkende Medikamente haben?
3. Kann ich durch Bluthochdruckmittel impotent werden?
4. Wann muss ich meine Blutdruck-Medikamente einnehmen?
5. Ist der Blutdruck während des ganzen Tages immer gleich?
6. Ich fahre in Urlaub. Muss ich da bei meinem Bluthochdruck besonders aufpassen?
7. Darf ich auch mit zu hohem Blutdruck in die Sauna gehen?
8. Beeinflusst die „Pille“ den Blutdruck?
9. Darf ich auch mit zu hohem Blutdruck fliegen?
10. Wie verändert sich der Blutdruck mit zunehmendem Alter?
11. Was bedeutet der Begriff „Pulse Pressure“ oder „Pulsdruck“?

1. Treiben Kaffee, Tee, Kakao, Cola den Blutdruck in die Höhe?

Der Konsum von Kaffee, Tee, Kakao und Cola-Getränken ist weit verbreitet. In Kaffee und Tee ist Coffein, in Kakao Theobromin enthalten. Obgleich der Coffeingehalt der Teeblätter höher ist als der von Kaffeebohnen, hat das fertige Getränk etwa den gleichen Gehalt an Coffein: eine Tasse Kaffee oder eine Tasse Tee enthalten 100 – 150 mg. 1 Liter Cola enthält ebenfalls etwa 100 – 150 mg Coffein. Coffein regt das zentrale Nervensystem an, dadurch wird der Gedankenfluss schneller und klarer, Schläfrigkeit und Müdigkeit verschwinden. Auch die Aktivität bestimmter Nervenzentren wird gesteigert. Die Blutgefäßen werden meist erweitert. Die Arterien (Schlagadern) im Gehirn werden dagegen enggestellt. In Bezug auf den Blutdruck sind zwei gegenläufige Effekte vorhanden, so dass sich im Einzelfall die Wirkung des Coffeins nicht vorhersagen lässt. Einerseits werden die Gefäßnerven und das Herz angeregt, das führt zur Blutdrucksteigerung. Andererseits bewirkt die Gefäßerweiterung einen Blutdruckabfall. Als Resultat findet sich häufig ein geringer Anstieg des Blutdruckes, der aber 10 mmHg selten überschreitet.Mäßiger Kaffee- oder Teegenuss sind daher auch für den Patienten mit Bluthochdruck gestattet. Natürlich hängt dies auch davon ab, wie hoch Ihr Ausgangsblutdruck ist. Fragen Sie also besser noch einmal Ihren Arzt, der Sie kennt und Ihnen den für Sie passenden Ratschlag geben kann.

2. Welche Nebenwirkungen können blutdrucksenkende Medikamente haben?

Es gibt sehr viele blutdrucksenkende Mittel aus verschiedenen Stoffklassen, die im menschlichen Körper an unterschiedlichen Stellen angreifen, um ihre Wirkung zu entfalten. Dementsprechend können auch alle möglichen unterschiedlichen unerwünschten Begleitwirkungen auftreten, je nachdem, welches Präparat Sie einnehmen. Da eine Bewertung im Einzelfall aber nur der Arzt vornehmen kann, sollten Sie unbedingt jede Erscheinung, die Sie an sich beobachten und auf die Einnahme des Präparates zurückführen, mit Ihrem Arzt besprechen. Nur er kann entscheiden, ob Sie das Präparat unverändert einnehmen können, oder ob eventuell eine Veränderung der Dosis oder ein Wechsel auf ein anderes Medikament notwendig ist. Bitte denken Sie immer daran, dass es praktisch kein Medikament gibt, das neben den erwünschten keine unerwünschten Wirkungen hat. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über das, was Sie an sich beobachten und entscheiden Sie mit ihm zusammen, was zu tun ist.

2. Kann ich durch Bluthochdruckmittel impotent werden?

Es ist bekannt, dass manche Arzneistoffe zu Störungen des Geschlechtslebens führen können. Dies trifft auch für die Medikamente zu, die zur Behandlung des Bluthochdrucks eingesetzt werden. Die häufigsten dieser Störungen beim Mann sind Erektionsstörungen, Verlust des sexuellen Verlangens (Libidoverlust) oder Hemmung des Samenergusses (Ejakulation). Bei der Frau finden wir Libidoverlust, Verminderung der Produktion des Gleitmittels in der Scheide oder fehlende Orgasmen. Diese Störungen können, wie gesagt, im Prinzip unter allen Bluthochdruck-Medikamenten auftreten, allerdings mit unterschiedlicher Häufigkeit. D.h., es gibt Mittel, die diese Nebenwirkung oft verursachen, und andere, bei denen sie so gut wie nie vorkommt. Zu beachten ist allerdings, dass die Blutdrucksenkung allein bereits einen Effekt z. B. auf die Potenz haben kann. Dies liegt daran, dass sich der Körper über längere Zeit hinweg auf den zu hohen Blutdruck eingestellt hat und dann den gesenkten (= normalisierten) Druck als zu niedrig empfindet. Das kann zu Müdigkeit, Mattigkeit, vorzeitiger Erschöpfung u.ä. führen. Es dauert aber nur relativ kurze Zeit, bis sich der Körper auf die neue Situation eingestellt hat und den normalisierten Blutdruck auch wirklich als „normal“ empfindet.Zu beachten ist, dass es auch Krankheiten gibt, in deren Gefolge Sexualstörungen auftreten können (z. B. Zuckerkrankheit). Und nicht zuletzt spielt auch das seelische Wohlbefinden eine große Rolle. Dass ständiger Stress für das Geschlechtsleben auch nicht gut ist, ist heutzutage wohl allgemein bekannt. Nicht immer also ist ein Medikament „schuld“.Ihr Arzt weiß darüber Bescheid, bei welchen Medikamenten Sexualstörungen häufig auftreten und bei welchen weniger oft. Wenn Sie also ein Bluthochdruckmedikament einnehmen und Störungen Ihres Geschlechtslebens an sich feststellen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er wird Ihnen sicher helfen können, z. B. durch Umstellung auf ein anderes Medikament oder eine andere geeignete Maßnahme.

4. Wann muss ich meine Blutdruck-Medikamente einnehmen?

Bluthochdruckmittel müssen regelmäßig eingenommen werden, damit eine möglichst gleichmäßige Wirkung gewährleistet ist und allzu starke Schwankungen des Blutdrucks im Tagesverlauf vermieden werden. Wie oft das Medikament am Tag eingenommen werden muss, um dieses Ziel zu erreichen, das ist von Präparat zu Präparat unterschiedlich und natürlich auch von der individuellen Reaktion des Patienten abhängig. Bei modernen Medikamenten ist vielfach eine nur ein- oder zweimalige tägliche Gabe erforderlich, bei älteren dagegen oft eine dreimalige Einnahme pro Tag. Je weniger Tabletten pro Tag erforderlich sind, desto einfacher ist die Einnahme, d.h., man vergisst das Medikament nicht so leicht.Wenn Sie eine Bluthochdruckbehandlung beginnen, ist es daher meist nötig, die für Sie beste Dosis zu ermitteln, bei der das gewünschte Ziel der Blutdrucksenkung erreicht wird, ohne dass Nebenwirkungen auftreten. In der ersten Zeit werden Sie daher für gewöhnlich – natürlich nur auf Anweisung des Arztes – verschiedene Dosierungen ausprobieren. Das kann auch einmal bedeuten, Tabletten zu teilen, um die Dosierung noch besser an Ihre persönlichen Belange anzupassen. Auch im Verlaufe der Behandlung kann es nötig sein, einmal die Dosis zu ändern. Um die beste blutdrucksenkende Wirkung über den ganzen Tag zu erreichen, kann es mitunter zweckmäßig sein, das Dosierungsschema abzuwandeln und die optimale Einnahmezeit individuell zu ermitteln, z. B. durch eine automatisierte Blutdruckmessung über 24 Stunden. Sollte dies bei Ihnen sinnvoll sein, wird Ihr Arzt Ihnen dies sagen.Wenn Sie Ihre Blutdruckmedikation einmal vergessen, hat das normalerweise keine schlimmen Folgen. Allerdings sollte dieses „Vergessen“ nicht zu lange dauern. Bei manchen Bluthochdruckmitteln können nämlich gewisse „Entzugserscheinungen“ auftreten (z. B. Unruhe, Schweißausbrüche u.a.m.), ganz abgesehen davon, dass dann auch der Blutdruck wieder ansteigt.

5. Ist der Blutdruck während des ganzen Tages immer gleich?

Die Höhe des Blutdruckes hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab und schwankt während des Tages stark. Dennoch ist das grundlegende Muster bei den meisten Patienten ähnlich. Die Zeitpunkte hohen und niedrigen Blutdruckes während des Tagesablaufs sind nicht zufällig, sondern von den biologischen Funktionen des Körpers abhängig.Im 24-Stunden-Zyklus weist der Blutdruck zwei Spitzenwerte auf, zwischen etwa 7.00 und 10.00 Uhr vormittags und um etwa 16.00 bis 19.00 Uhr nachmittags. Anschließend kommt es in den Nachtstunden zu einem bis 3.00 Uhr morgens dauernden stetigen Druckabfall, dem ein langsamer Druckanstieg bis zum Zeitpunkt des Erwachens folgt. Diese Blutdruckschwankungen findet man in ähnlicher Weise sowohl bei Gesunden wie bei Hochdruckpatienten. Allerdings sind die Abstände zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert bei Hypertonikern größer als bei Gesunden. Während des Tages reagiert der Blutdruck natürlich auf geistige und körperliche Betätigung, aber auch Gefühlsreaktionen tragen zu den Schwankungen bei. Eine einmalige Messung sagt daher noch nicht viel darüber aus, ob tatsächlich ein Bluthochdruck besteht. Um diesen Befund zu festigen, sind mehrere Blutdruckmessungen im zeitlichen Abstand von jeweils mehreren Tagen erforderlich.

6. Ich fahre in Urlaub. Muss ich da bei meinem Bluthochdruck besonders aufpassen?

In der klimatisch gemäßigten Zone Westeuropas unterliegen die Bewohner durch den ständigen Kampf atlantischer mit kontinentalen Luftmassen einem „Training“ in bezug auf die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Gegebenheiten. Bei der Bevölkerung Westeuropas zeigen sich daher deutliche jahreszeitliche Schwankungen. Der Blutdruck ist im Frühjahr und Spätherbst höher als im Winter und Sommer. Der Unterschied beträgt etwa 8 – 9 mmHg systolisch und ca. 5 mmHg diastolisch.Daneben beeinflussen auch die Veränderungen des Wetters den Blutdruck. Starke Hitze führt zu einer Verminderung, starke Kälte zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Das Ausmaß der Reaktion ist von Person zu Person unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen, ist aber wohl bei Patienten mit Bluthochdruck stärker ausgeprägt als bei Gesunden. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass der Aufenthalt in großen Höhen zu einer zum Teil anhaltenden Senkung des Bluthochdrucks führen kann. Dies gilt auch für sehr tief gelegene Orte (z. B. am Toten Meer). Früher wurde oft die Meinung vertreten, dass Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems Höhen über 1000 m meiden sollten. Dies ist aber eindeutig überholt. Gebirgsaufenthalte sind im Gegenteil nützlich für diese Patienten und können sogar alten Menschen empfohlen werden. Untersuchungen an Hochdruckpatienten in großen Höhen ergaben ohne medikamentöse Therapie in der ersten Woche des Höhenaufenthaltes einen Abfall des Blutdrucks, der in den ersten zwei Wochen nach Rückkehr in Tallagen nochmals abnahm. Dieser blutdrucksenkende Effekt hielt acht Monate lang an. Parallel zu dieser Blutdrucknormalisierung fand sich auch eine Besserung der Beschwerden der untersuchten Patienten. Bevor Sie als Hochdruckpatient einen Aufenthalt im Hochgebirge planen, sollten Sie aber auf jeden Fall Ihren Arzt sprechen.

7. Darf ich auch mit zu hohem Blutdruck in die Sauna gehen?

Die finnische Sauna hat einen positiven Einfluss auf den Kreislauf. Untersuchungen haben gezeigt, dass Saunaanwendungen bei Hochdruckpatienten in 55 % der Fälle die Ergebnisse der medikamentösen und der nichtmedikamentösen Behandlung verbessern. Insbesondere findet sich ein günstiger Effekt auf den Ruheblutdruck. Eine finnische Studie konnte selbst bei Herzkranken keine gefährlichen Rhythmusstörungen nachweisen, solange sich die Patienten der Hitze vernünftig aussetzten und die Abkühlphasen genügend langsam erfolgten. Sauna-Neulinge, Ältere und Herzkranke sollten vorsichtig mit der Sauna beginnen und sich zunächst nur 5 Minuten in der Hitze aufhalten. Am besten, Sie fragen Ihren Arzt zuvor, ob bei Ihnen irgendwelche Gründe gegen den Saunabesuch sprechen. Bei Fieber, nach Alkoholgenuss und nach anstrengender Arbeit sollte kein Saunagang erfolgen.

8. Beeinflusst die „Pille“ den Blutdruck?

Die Dauerbehandlung mit natürlichen Östrogenen und Gestagenen (weibliche Sexualhormone) führt nicht zu Bluthochdruck, selbst wenn sie über lange Zeit erfolgt. Dagegen haben Untersuchungen mit den synthetischen Hormonen, wie sie z. B. in den Empfängnisverhütungsmitteln (orale Kontrazeptiva, „Pille“) vorkommen, gezeigt, dass die Häufigkeit von Bluthochdruck bei den Frauen, die diese Mittel einnehmen, höher ist als bei Frauen, die sie nicht einnehmen. Nähere Informationen dazu können Sie bei Ihrem Arzt erhalten und bei den Firmen, die derartige Hormonpräparate herstellen.

9. Darf ich auch mit zu hohem Blutdruck fliegen?

Patienten, deren Bluthochdruck gut eingestellt ist und die keine anderen Krankheiten haben, die gegen Flugreisen sprechen, dürfen ohne Einschränkung fliegen. Liegen dagegen Risikofaktoren vor, z. B. Herzkrankheiten, so muss in jedem Einzelfall – eventuell zusammen mit einem Vertragsarzt der Fluggesellschaft – die Flugtauglichkeit überprüft werden. Wenn Sie also eine Flugreise planen, vor allem eine längere, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er wird Ihnen sagen können, ob Sie ohne Bedenken fliegen können.

10. Wie verändert sich der Blutdruck mit zunehmendem Alter?

Jenseits des 60. Lebensjahres wird bei vielen Menschen ein erhöhter Blutdruck gefunden. Dabei treten verschiedene Formen auf: häufig ist nur der systolische Blutdruck erhöht, vielfach sind systolischer und diastolischer Blutdruck erhöht, und manchmal nur der diastolische. Der Nutzen einer Hochdruckbehandlung auch in höherem Lebensalter ist durch klinische Studien belegt. Die Therapie beugt Folge-
erscheinungen der Hypertonie (Bluthochdruck) vor, so z. B. dem Schlaganfall und anderen Herz-Kreislauf-Komplikationen, so dass Sie die Behandlungsvorschriften Ihres Arztes sorgfältig einhalten sollten.

11. Was bedeutet der Begriff „Pulse Pressure“ oder „Pulsdruck“?

Sie wissen, dass der Blutdruck immer in Form eines Zahlenpaares in der Messeinheit mmHg (= Millimeter Quecksilbersäule) angegeben wird, z. B. 130/80. Den oberen Wert bezeichnet man als den systolischen, den unteren als den diastolischen Druck. Beide sind wichtig, um beurteilen zu können, ob der Blutdruck erhöht ist und somit ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. Seit einiger Zeit weiß man aber, dass nicht nur der systolische und der diastolische Blutdruck wichtig sind, sondern dass auch der Abstand zwischen beiden Werten von Bedeutung ist. Er wird als Pulsdruck, Blutdruckamplitude oder im Englischen als Pulse Pressure bezeichnet. In dem oben genannten Beispiel errechnet er sich zu 130 – 80 = 50. Eine erhöhte Blutdruckamplitude erhöht das kardiovaskuläre Risiko.

Fett

Fett

Weniger Fett schützt die Gefäße

Fettarme Ernährung kann den Cholesterinspiegel senken und damit auch das Arterioskleroserisiko.

Bevorzugen Sie deshalb:

1. fettarme Milchprodukte und hochwertige Pflanzenöle und Pflanzenmargarine mit ungesättigten Fettsäuren.
2. fettarme Käse und Wurstwaren.
3. Abwechslung auf dem Teller:
- weniger Fleisch,
- öfters mal Geflügel, Seefisch und vegetarische Gerichte.

Kochsalz

Kochsalz

Weniger Kochsalz trägt zur Blutdrucksenkung bei

Bei jedem 3. Menschen, vor allem mit zunehmendem Alter, steigt bei erhöhter Kochsalzzufuhr (Meersalz gehört auch dazu!) der Blutdruck. Umgekehrt lässt sich durch eine verminderte Kochsalzaufnahme zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen.

Als grober Anhaltspunkt: die Kochsalzzufuhr einfach halbieren.

Risikofaktoren bei Bluthochdruck

Risikofaktoren

Bluthochdruck ist einer der wichtigsten aber nicht der einzige Auslöser für Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und die dramatischen Folgen. Zusätzlich gibt es meist andere so genannte Risikofaktoren. Sie beschleunigen die Entwicklung einer Arteriosklerose erheblich.

Je mehr Risikofaktoren Sie haben, desto größer ist die Gefahr, dass Sie Herz-Kreislauferkrankungen erleiden.

Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen:

* Hoher Blutdruck
* Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Eltern und Geschwistern
* Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
* Nierenerkrankungen
* Hormonelle Störungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion)
* Hormonelle Veränderungen (z. B. Pille, Wechseljahre)

Risikofaktoren, die Sie beeinflussen können:

* Erhöhte Blutfettwerte
* Rauchen
* Übergewicht
* Alkohol
* Schlechte Ernährung
* Erhöhte Kochsalzaufnahme
* Mangelnde Bewegung
* Stress

Folgen des Bluthochdrucks

Auch wenn Sie sich trotz Bluthochdruck rundum wohl fühlen: Hoher Blutdruck muss durch Medikamente oder Nicht-medikamentöse Allgemeinmaßnahmen behandelt werden. Von selbst geht er nicht zurück. Und wird zu einer der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Das Herz muss Schwerstarbeit leisten
Körper mit betroffenen Regionen

Je höher der Blutdruck, desto mehr muss das Herz arbeiten um alle Organe und das Gewebe zu versorgen. Wird der Blutdruck nicht gesenkt, hat dies Auswirkungen auf die Herzmuskulatur: Die Wand der linken Herzkammer verdickt sich, dadurch reicht die Blutzufuhr zum Herzmuskel kaum aus um eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff sicherzustellen. Die Folgen: das Herz kann versagen und wird im Extremfall auf Dauer geschädigt.

Die Gefäße sind in Gefahr

Bluthochdruck schädigt nicht nur das Herz sondern auch die Gefäße. Er kann zu Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und schließlich zum Gefäßverschluss führen.

Die Folgen:

Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche, Schlaganfall, Einschränkung der Nierenfunktion oder Durchblutungsstörungen der Beine.

Nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hand

Die obenstehende Liste macht deutlich: es gibt Risikofaktoren, die Ihr Arzt mit Medikamenten behandeln kann.

Andere Risikofaktoren können Sie selbst beeinflussen: erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Hier kann Ihr Arzt Sie zwar unterstützen – handeln aber müssen Sie. Vermindern Sie Ihre Risikofaktoren, so reduzieren sich Gefäß- und
Organkomplikationen deutlich. Studien mit vielen Patienten haben dies bewiesen.

Ursachen des Bluthochdrucks

Eine Ursache findet sich selten

Wenn sich für den Bluthochdruck keine unmittelbare Ursache finden lässt – und dies ist bei den meisten Hochdruckpatienten so – spricht man von primärer oder essenzieller Hypertonie.
Eine Ursache findet sich selten

Man nimmt an, dass diese meist genetisch bedingt ist, weshalb sie häufig bei mehreren Mitgliedern einer Familien auftritt.

Durch äußere Einflüsse, so genannte Risikofaktoren wie z. B. Rauchen und Übergewicht, wird die primäre Hypertonie verstärkt und birgt so das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Durch eine gesunde Lebensführung lässt sich dieses Risiko aber deutlich reduzieren.

Hoher Blutdruck als Symptom einer Krankheit

Ständig erhöhter Blutdruck kann auch das Anzeichen für eine Krankheit sein. Deshalb sucht Ihr Arzt zuerst nach möglichen Ursachen Ihres Hochdrucks, bevor er mit einer Behandlung beginnt. Aber nur bei jedem 30. Patienten findet sich eine Ursache – man spricht dann von sekundärer Hypertonie. Hochdruck ist oft auch das einzige Zeichen einer nicht erkannten Nierenerkrankung. Auch Drogen und Medikamente – wie z. B. die Pille und Rheumamittel – können Hochdruck auslösen. Teilen Sie Ihrem Arzt deshalb mit, welche Medikamente Sie nehmen.

Stress

Stress

Stress ist die Antwort unseres Körpers auf negative wie positive Reize. Positiver, gesunder Stress ist die Spannung vor neuen Aufgaben und Herausforderungen in Beruf oder Freizeit. Er fördert die Leistungsfähigkeit und Lebensfreude. Wenn es uns jedoch nicht gelingt Stress-Situtationen zu bewältigen und Stressfaktoren in den Griff zu bekommen, dann ist das negativer Stress. Aufgrund hormoneller Aktivierung kann er das Herzkreislaufsystem schädigen. Erhöhte Blutgerinnungsneigung und Blutfettwerte sowie eine beschleunigte Verfettung und Verkalkung der Herzkranzgefäße sind die Folgen, die für Hochdruckpatienten besonders schwer wiegen.

Der Körper in Alarmbereitschaft
Der Körper in Alarmbereitschaft

Stress löst im Körper eine Kettenreaktion aus und versetzt ihn in Alarmbereitschaft. Der Blutdruck steigt an und die Herztätigkeit wird beschleunigt. Diese Reaktion hat Sinn in gefährlichen Situationen, z. B. um schnell weglaufen zu können.

Nach Bewältigung einer solchen Situation klingt die Reaktion wieder ab, es kommt zur Entspannung.

Wenn es an Entspannung fehlt

Bleiben Ruhephasen aus, z. B. wegen eines neuen Stressreizes oder einer chronischen Belastungssituation, so schaukeln sich die Stressreaktionen immer weiter hoch. Schließlich kommt es zu einer Dauerbelastung, die manchmal sogar zu schweren Organschäden führen kann.

Wann & Wie behandeln?

Wann & Wie behandeln?

Aus einer großen Anzahl von Studien weiß man, das alle Patienten von einer Blutdruck-Senkung auf Werte kleiner 140/90 profitieren.

Neben der Blutdruck-Höhe ist das Ausmaß des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen mitentscheidend, ob u. wann eine medikamentöse Therapie begonnen werden soll.

Für Patienten mit hohem Risiko sollten noch geringere Blutdruck-Werte angestrebt werden:

RR < 130/80 bei Hochdruck u. Diabetes
RR < 125/75 bei Hochdruck u. erhöhter Eiweißausscheidung im Harn

In der sogenannten „prähypertensiven Phase“, also bei systolischen Werten zwischen 120 u. 140, sollte prinzipiell versucht werden, durch nichtmedikamentöse Maßnahmen (= eine Veränderungen des Lebensstils) den Blutdruck zu senken.

Ab einem Blutdruck von 120/80
sollte zunächst eine nichtmedikamentöse Therapie begonnen – u. auch beibehalten – werden sowie in regelmäßigen Abständen der Blutdruck gemessen werden.

Ab einem Blutdruck > 130/85
und zusätzlichen Risikofaktoren ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich.

Ab einem Blutdruck > 140/90
ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich, auch wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen.
Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Unsere Lebensweise steht in enger Beziehung zu unserem Blutdruck. Falsche Lebensweise kann hohen Blutdruck auslösen bzw. verstärken.

Hoher Blutdruck kann durch gesunde Lebensweise gebessert oder sogar beseitigt werden.

Das Ziel muss daher Vorbeugung sein, in der Fachsprache Primärprävention genannt, d.h. durch gesunde Lebensweise Entstehung von Hochdruck verhindern.

Die wichtigsten Elemente dabei sind v. a.
Gewichtsabnahme,
ausreichende Bewegung,
Rauchen aufgeben,
Einschränkung von Kochsalz, Koffein und Alkohol.

Die Risikoerhöhung beschränkt sich ja leider nicht nur auf die Höhe des Blutdrucks, sondern gleichzeitig kommt es auch zur negativen Beeinflussung weiterer Risikofaktoren (z.B. Blutfette, Blutzucker).

Nichtmedikamentöse Maßnahme / Erreichbare Blutdrucksenkung (mmHg)
Gewichtsabnahme / 5-20 pro 10kg Gewichtsverlust
Ballaststoffreiche – fettarme Ernährung / 8-14
Körperliche Aktivität / 4-9
Kochsalzreduktion / 2-8
Alkoholreduktion / 2-4

Adipositas
Führt über Hyperinsulinämie zu erhöhter Sympathikus-Aktivität, verminderter Vasodilatation, vermehrter Kochsalzretention, vermehrter Gefäß-Hypertrophie, einem Anstieg der Insulin-Resistenz zu einem Bludruckanstieg

Bewegungsmangel
Andauernde körperliche Inaktivität erhöht die Gefahr des Auftretens eines Bluthochdrucks innerhalb von 10 Jahren um 50%.

Kochsalzzufuhr
Erhöht den Blutdruck.

Nikotin
Erhöht ebenfalls den Blutdruck. Es konnte zwar bisher noch nicht schlüssig gezeigt werden, dass die Aufgabe von Nikotinkonsum den Blutdruck direkt senkt. Aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen des Rauchens wird jedoch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich ehöht.

Koffein
Erhöht den Blutdruck relativ rasch, die Wirkung hält dann etwas 2-4 Stunden an. Anschließend kann es sogar zu einem Blutdruckabfall kommen.

Alkohol
Akuter Alkoholkonsum führt zunächst (über eine Gefäßerweiterung) zu einer Blutdrucksenkung. Chronischer Konsum größerer Alkoholmengen führt allerdings zu erhöhtem Blutdruck, der sich bei Abstinenz wieder zurückbildet.

Ein täglicher Alkoholkonsum von 20g bei Frauen u. 30g bei Männern dürfte jedoch positive Effekte haben.
Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Ziel einer blutdrucksenkenden Therapie ist es, Erkrankungen und Todesfälle zu reduzieren.

Übergewicht

Übergewicht

Jeder weiß: die meisten Menschen essen zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig. Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, gestörter Zuckerstoffwechsel sind die Folgen.

Für Sie als Hochdruckpatient sind dies ernst zu nehmende weitere Risikofaktoren – die Sie einfach reduzieren können:
Nicht nur Liebe - auch Gesundheit geht durch den Magen

essen Sie bewusst!

Nicht nur Liebe– auch Gesundheit geht durch den Magen.

Der individuelle Energiebedarf

Der Energiebedarf des Körpers hängt – neben individuellen Faktoren – eng mit der körperlichen Aktivität zusammen. Bei leichter körperlicher Tätigkeit, also z. B. bei einem männlichen Büroangestellten mit Normalgewicht, reichen 2100 kcal am Tag. Eine Mahlzeit in der Kantine enthält durchschnittlich schon 1000 kcal! Der Weg zum Übergewicht ist da nicht weit. Passen Sie Ihre Nahrung Ihrem Energiebedarf an!

Gewicht normalisieren – Blutdruck senken!

Allein durch Normalisierung Ihres Körpergewichts können Sie Ihren Blutdruck senken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie das am besten schaffen.

Was ist HbA1c?

Der Langzeitzuckerwert (HbA1c) Seite 1
Autor: Univ.Doz. Dr. med. Wolfgang Hübl
Der Langzeitzuckerwert
Hämoglobin A1c (HbA1c) – Kurzbericht*
Univ. Doz. Dr. med. Wolfgang Hübl
* Den vollständigen Bericht finden Sie auf dem Link des www.ddb-nrw.de „med4You“ oder im
Internet unter „med4you.at“
Blutzucker kann sich an Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff binden, wodurch HbA1c
entsteht. Je höher der Blutzuckerspiegel und je länger hohe Blutzuckerspiegel
andauern, desto mehr HbA1c entsteht. Die Messung des HbA1c im Blut dient daher der
Langzeitkontrolle des Blutzuckerspiegels bei Zuckerkranken.
Was ist HbA1c?
HbA1c ist ein Hämoglobin, also roter Blutfarbstoff, an das sich ein Zucker, und zwar
eine Glucose gebunden hat. (Glucose ist der ganz normale Blutzucker)
Warum bestimmt man HbA1c im Blut?
Die Bestimmung von HbA1c im Blut dient der Langzeitkontrolle und der Einschätzung
des Risikos von Langzeitschäden bei Zucker-kranken (Diabetikern). Der
Blutzuckerwert, den der Zuckerkranke bei der ambulanten Kontrolle aufweist, ist nur
eine Momentaufnahme. Er sagt nichts über die Zeit davor. Eine häufige, mehrmals
tägliche Messung des Blutzuckers (Selbstmessung), ist durchführbar. Das HbA1c löst
diese Probleme, denn es erlaubt, mit einer einzigen Blutabnahme den
(durchschnittlichen) Blutzucker der letzten Monate zu bestimmen. Man schaut damit
gewissermaßen in die Vergangenheit.
Wovon hängt die Höhe des HbA1c-Wertes ab?
Der Wert wird um so höher, je höher der Blutzuckerspiegel war und je länger der hohe
Blutzuckerspiegel angedauert hat..
Welchem durchschnittlichen Blutzuckerwert entspricht ein bestimmter
HbA1c-Wert?
Da die Labormethoden für HbA1c noch nicht ausreichend vereinheitlicht sind, und
verschiedene Methoden auch verschiedene Werte ergeben können, darf die
nachfolgende Tabelle nur als grober Anhaltspunkt dienen.

Der Langzeitzuckerwert (HbA1c) Seite 2
Autor: Univ.Doz. Dr. med. Wolfgang Hübl
Durchschnittlicher Blutzuckerspiegel
gemessenes
(Plasmaspiegel; d.h. in der der
HbA1c Blutflüssigkeit gemessen)
mg/dl mmol/l
6% 135 7.5
7% 170 9.5
8% 205 11.5
9% 240 13.5
10 % 275 15.5
11 % 310 17.5
12 % 345 19.5
Quelle: American Diabetes Association, Diabetes Care, 26,
Suppl. 1, 2003. Methode: DCCT Referenzmethode
Eine Umrechnungsformel finden Sie in der Originalversion !
(siehe oben)
Was ist ein "guter" HbA1c-Wert?
gute Einstellung grenzwertige Einstellung schlechte Einstellung
HbA1c < 6.5 % 6.5 - 7.5 % > 7.5 %
Die amerikanische Diabetesgesellschaft empfiehlt HbA1c-Werte unter 7 % als

Therapieziel bei Zuckerkranken. Von Patient zu Patient mag das Ziel etwas
davon abweichen, bei Werten, die konstant über 8 % liegen, sollte aber die
Behandlungsstrategie in jedem Fall geändert werden.
(American Diabetes Association, Diabetes Care, 2003. Methode: DCCT Referenzmethode).
Referenzbereich* Einheit
4-6 % des Gesamthämoglobins
*Angabe soll nur als Orientierung dienen. Referenzbereiche sind von Methode zu Methode
In der Originalversion finden Sie ausführliche Erklärungen und Hintergrundinforma-
Der Langzeitzuckerwert (HbA1c) Seite 3
Autor: Univ.Doz. Dr. med. Wolfgang Hübl
DDB LV NRW e.V. Lothar.Rupprecht@wirdiabetiker.de oder Tel. 02133-210861

Links zu Programmen und Tabellen

Diabetiker-Programme für den PC

Programme / Tabelllen Bluthochdruck

http://www.vokotex.de/

Download

Dieses Tabellen-Programm speichert Ihre Blutdruck und Blutzucker Werte in
übersichtlichen Tabellen und bietet umfangreiche Druck-Optionen. PA- und Durchschnitts-Werte werden automatisch
ermittelt und ausgedruckt. Eine Tabelle für Ihre Medikamente kann zusätzlich eingerichtet werden.
Weiterhin ist ein umfangreiches, konfigurierbares und ausdruckbares Statistik-Modul enthalten.

Download

Systolfix mit geänderter Tabelle, statt des PA-Wertes können Sie Ihr aktuelles
Gewicht eintragen.
In dieser Version kann die Blutzucker-Tabelle auch Daten in mg/l oder mmol/l aufnehmen

Schlafapnoe


» Willkommen

Auf diesen Seiten möchten wir Sie über Schlafapnoe informieren.

Eine Krankheit, die man nicht sieht, aber hört. Eine Krankheit, die Schäden verursacht.
Eine Krankheit, die man ganz einfach mit dem Begriff "Schnarchen" ignoriert und verdrängt.

Wir würden uns freuen, wenn Sie aktiv an diesen Seiten teilnehmen.

Wir möchten Ihnen helfen, sprechen Sie mit uns.

Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) ist ein Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist. Die etymologisch korrekte Aussprache ist "Apno-ë" (griechischer Wortstamm), während Ärzte auch häufig den Begriff zu "Apnö" eindeutschen.

Die Atemstillstände führen zu einer Sauerstoff-Unterversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers), die von den Betroffenen jedoch meist nicht bewusst wahrgenommen werden. Die Folge der Aufweckreaktionen ist ein nicht erholsamer Schlaf, was zu der typischen, ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt. Das Schlafapnoe-Syndrom zählt zu den Dyssomnien und somit zu den medizinisch bedeutsamen Schlafstörungen.

- Artikel Schlafapnoe-Syndrom. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. März 2008, 08:33 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schlafapnoe-Syndrom&oldid=4328... (Abgerufen: 6. März 2008, 00:50 UTC)

Schlafapnoe ist eine im öffentlichem Bewustsein noch recht neue und daher wenig bekannte aber nichtsdestotrotz tückische Krankheit. Auf unseren Seiten wollen wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand geben, um zu lernen, wie man mit dieser Krankheit umgehen kann und welche Anlaufstellen es dazu in unserer Region gibt.

Angebot der AWO-SHG Dillenburg

Gemeinsam sind wir stärker

Wir sind von Schlafapnoe Betroffene, die auf ärztlichen Rat nur noch mit Unterstützung der Atmung durch ein Überdruckgerät (nCPAP) schlafen sollen. Diese einschneidende Maßnahme bringt große und kleine Veränderungen in unserem Leben mit sich. Handhabung und Technik, Pflege von Mensch und Maschine, medizinischer Fortschritt, Partnerschaftsfragen und manches weitere beschäftigen uns ganz anders als zu einer Zeit, in der wir von all dem keine Ahnung hatten.

Ein wichtiges Forum, in dem man gemeinsam die angedeuteten Problemkreise anschauen, von anderen lernen und seine eigenen Erkenntnisse weitervermitteln kann, ist unsere Selbsthilfegruppe (SHG) .

Bei Informations- wie Beratungsveranstaltungen unterstützen wir uns gegenseitig.

Wir freuen uns über jedes aktive Mitglied in der Gruppe, aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit sich ohne Bindung und Verpflichtung zu treffen und auszutauschen. Unsere Veranstaltungen sind grundsätzlich offen. Betroffene, Angehörige, alle Interessierten sind dabei willkommen.

Arbeit und Schlafapnoe

Arbeitgeber

Schlafapnoe, häufig unerkannt und daher nicht behandelt, führt zu erheblichen Folge- und Begleiterkrankungen wie z.B.:
Bluthochdruck, Herz - Rhythmus - Störungen, Herzinfarkt, Schlaganfall etc..
Vielfach belächelt und unter der Rubrik 'Schnarchen tut doch jeder' abgetan, wurde diesem Krankheitsbild jahrelang nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die absolut not-wendig ist.
Patienten, die sich an ihren Arzt wenden, um ihre Tagessymptomatik zu besprechen, warten in der Regel sehr lange, oft zu lange. Unkonzentriertheit, Schläfrigkeit am Tage, Antriebslosigkeit bis hin zu dadurch hevor gerufenem, veränderten Verhalten, sind Begleiterscheinungen unbehandelter Schlafapnoe.
Das hat Folgen!
Hohe Krankenstände, allein durch die Begleit- und Folgeerkrankungen unbehandelter Schlafapnoe sind zu verzeichnen und belasten die Betriebe.
Unfallgefahren durch gehäufte Verkehrsunfälle sind seit langem bekannt. Hierauf hat selbst das Bundesverkehrsministerium reagiert, indem es die Teilnahme von Personen am Straßenverkehr für unbehandelte Schlaf-apnoiker für alle Führerscheinklassen ausschloss.
Da bekannt ist, dass sich unter der regelmäßigen Therapie die Umstände der Patienten wieder normalisieren, sind behandelte Schlafapnoiker zur Teilnahme am Straßenverkehr zugelassen. Allerdings nur unter der Voraussetzung regelmäßiger Kontrolle.
Neben Verkehrsunfällen, die Leib und Leben auch Unbe-teiligter gefährden und immensen Schaden hervorrufen, treten gehäuft Unfälle am Arbeitsplatz auf. Vor allem bei monotoner Tätigkeit, z.B. Fließbandarbeiten.
Durch mangelnde Vigilanz hervorgerufene Produktionsausfälle sind mit Sicherheit ebenso zu verzeichnen, wie Kalkulationsfehler etc..
Man rechnet mit ca. 4 % Betroffener allein in der männlichen Bevölkerung Deutschlands. Bei Frauen liegt die Quote bei ca. 2 %. Davon ist der größte Teil im arbeitsfähigen Alter und mit einiger Sicherheit auch motorisierter Verkehrsteilnehmer.
Neben den - bei Behandlung vermeidbaren - Arbeits-unfähigkeitzeiten treten solche auf, die durch unnötige Krankenhausbehandlung dieser Krankheit entstehen.
So ist bekannt, dass in weit über 75 % der Fälle eine Krankenhausbehandlung medizinisch nicht indiziert ist.
Es gibt ambulante / teilstationäre Alternativen, deren Qualität und Kosteneffizienz seit Jahren erwiesen ist. Trotzdem werden Patienten gleichwohl 'gezwungen' ein Krankenhaus aufzusuchen, obwohl ihr Arzt es nicht für notwendig hält und sie selbst es nicht wünschen.
Die Folge: weitere, unnötige Au - Zeiten, deren Kosten auch ein Arbeitgeber zu tragen hat.
In Zahlen von 1995 betrugen die betriebswirtschaftlichen Kosten eines Tages AU Durchschnittlich ca. DM 640,00; die volkswirtschaftlichen Kosten beliefen sich pro Tag der AU auf ca. DM 1.300,00. (Bundesamt f. Arbeitsschutz).
Arbeitgeber sollten sich gegenüber Krankenkassen für die ambulante Variante stark machen. Die Diagnostik und Therapie der Schlafapnoe ist eine kassenärztliche Leistung, die von den Krankenkassen gezahlt werden muß.
Die Entsprechende Entscheidung des Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen ist seit langem gefallen.
Die der POLYDORM - Gruppe angehörenden Ärzte sind zu Durchführung dieser Leistung berechtigt und verfügen über Einrichtungen, die den durch den Bundesausschuss bereits 1995 ausgesprochenen Anforderungen.
Qualität, Durchführbarkeit und Kosteneffizienz wurden u. a. durch den MDS (Med. Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen) und die Universität Magdeburg ("Schlafapnoe - ein gesundheitsökonomisches HTA"), erstellt im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, bestätigt.
Ihre GKV - versicherten Mitarbeiter sollten im Zuge der Kostenreduzierung und für den Erhalt von Arbeitsplätzen die gleichen Möglichkeiten wahrnehmen können, wie ihre privat versicherten Kollegen.

Erkennen

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie auch an Schlafapnoe leiden? Die folgende Liste mit typischen Symptomen kann Ihnen einen ersten Anhaltspunkt geben. Ob Sie tatsächlich zur Gruppe der Schlafapnoiker gehören, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt klären.

Merkmale der Schlafapnoe - Symptome:

* Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
* Ständige Müdigkeit
* Einschlafzwang am Tag
* Verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit
* Konzentrationsschwäche
* Nervosität, Gereiztheit
* Kopfschmerzen
* Albträume
* Depressionen
* Sexuelle Störungen, Impotenz
* Bettnässen bei Kindern
* Schwindelanfälle
* Persönlichkeitsänderungen
* Nächtliches Schwitzen
* und vieles mehr

Gehören Sie zu den Betroffenen oder haben Sie beruflich oder in Ihrem Umfeld mit Schlafapnoikern zu tun? Dann informieren Sie sich z.B. beim Hausarzt, Pneumologen (Lungenarzt), HNO, den Selbsthilfegruppen auf der Webseite des VdK-Fachverbands Schlafapnoe/Chronische Schlafstörungen!

Schlaf-Apnoe-Syndrom, Schlafapnoe-Syndrom, Schlafapnoesyndrom, Schlafapnoe, SAS Definition

Schlaf-Apnoe-Syndrom, Schlafapnoe-Syndrom, Schlafapnoesyndrom, Schlafapnoe, SAS
Definition

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist eine Störung der Schlaf-Wachregulation und gekennzeichnet durch Atemstörungen während des Schlafs. Es kann zu Atempausen kommen, die etwa zehn bis dreißig Sekunden andauern und mehr als zehnmal pro Stunde Schlaf auftreten. In Deutschland leiden ca. 800.000 Menschen unter dem Schlaf-Apnoe-Syndrom. Besonders betroffen sind Männer ab dem 40. Lebensjahr, die zudem unter Übergewicht leiden.

Ursachen

In Abhängigkeit der Ursachen wird das Schlaf-Apnoe-Syndrom in zwei große Gruppen unterteilt: Zum einen können die Atemwege durch eine Verengung behindert sein (obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom, OSAS). Dies geschieht beispielsweise im Rahmen von vergrößerten Rachenmandeln, Veränderungen der Nasenscheidewand, einer anlagebedingt vergrößerten Zunge etc. Im weiteren Verlauf verkümmert die Schlundmuskulatur und die Atmung wird noch stärker behindert.
Zum anderen kann die Atmung durch eine Störung in den übergeordnete Atemzentren im Gehirn (im verlängerten Rückenmark) oder aufgrund von Erkrankungen der Lunge, des Herzens oder der Muskulatur beeinträchtigt werden.
Verhältnismäßig ist jedoch die obstruktive, verengende Atemstörung mit etwa 90 Prozent der Fälle der wichtigere ursächliche Faktor.

Symptome

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom zeichnet sich nachts durch lautes, unregelmäßiges Schnarchen und plötzliche Atemaussetzer aus, denen ein geräuschvolles, heftiges Luftschnappen folgt. Während der Atempausen sinkt die Herzfrequenz und der Sauerstoffgehalt des Blutes nimmt ab. Der Kohlendioxidgehalt des Blutes steigt hingegen. Diese Steigerung löst eine verstärkte Atemarbeit aus, die zu einer reflexbedingten Aufweckreaktion mit Öffnung der Atemwege und einem lauten Schnarchgeräusch führt. Herzschlag und Sauerstoffsättigung normalisieren sich wieder bis zum nächsten Aussetzer. Als Folge der nächtlichen Atemaussetzer leiden die Betroffenen tagsüber unter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit und Leistungsbeeinträchtigung, da der natürliche Schlafzyklus erheblich gestört wird, obwohl der Patient selbst nachts nichts von den Aussetzern bemerkt. Auch Kopfschmerzen treten auf, sowie eine erhöhte Reizbarkeit und Potenzstörungen. Langfristige und gefährliche Folgekrankheiten sind Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns.

Diagnostik

Da der Betroffene selbst oft nichts über sein nächtliches Schlafverhalten aussagen kann, ist eine Partnerbefragung sinnvoll. Wird ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vermutet, kann sich der Patient einer ambulanten Schlafüberwachung unterziehen, die einem Langzeit-EKG vergleichbar ist. Eine Einweisung in ein Schlaflabor kann wichtig sein, um u.a. Schnarchgeräusche, Herz- und Atemfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung des Blutes zu messen. Anhand dieser gemessenen Werte kann eine geeignete, weitere Behandlung angeordnet werden.

Auswirkungen

Die Auswirkungen des Schlaf-Apnoe-Syndroms sind vielfältig und differenziert. Sie reichen von Beeinträchtigungen des Tagesablaufs, die sich in Unkonzentriertheit, Müdigkeit, plötzlichen Schlafattacken während monotoner Tätigkeiten und erhöhter Reizbarkeit äußern, bis zu höchst gefährlichen Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck sowie einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns aufgrund der Atemstillstände. Herzinfarkte und Schlaganfälle sind demnach häufige Todesursachen von Schlaf-Apnoe-Patienten.

Therapie

Anfangs steht die Behandlung der Grunderkrankungen bzw. die Vermeidung und das Ausschalten der begünstigenden Risikofaktoren im Vordergrund.
Da insbesondere übergewichtige Personen betroffen sind, ist eine Gewichtsabnahme in den meisten Fällen schon sehr hilfreich. Ebenso sollte auf Reizstoffe wie Alkohol, Nikotin und den Genuss von fettem Essen kurz vor dem Schlafengehen verzichtet werden. Um einen optimalen Schlafrhythmus zu gewährleisten, sollte man auf regelmäßigen und vor allem ausreichenden Schlaf achten. Ebenso ist eine Änderung der Schlafposition angezeigt. So ist die Seitenlage der Rückenlage vorzuziehen; auch eine Hochlagerung des Oberkörpers wirkt sich günstig aus. Bei schweren Fällen können zusätzlich zu diesen Maßnahmen Medikamente angeordnet werden. Vor allem Theophyllin, das allerdings nur für eine gewisse Zeit eine geeignete Wirkung erzielt, ist hierbei angezeigt.
Bestehen organische Probleme, wie z.B. vergrößerte Gaumenmandeln, so können auch operative Maßnahmen in Betracht kommen, bei den meisten Patienten ist allerdings eine Atemmaske das Mittel der Wahl. Über diese Maske werden die Patienten nachts mit einem Druck beatmet, der gewährleistet, dass die Atemwege im Schlaf nicht kollabieren. Es sind derzeit zwei Gruppen von Atem- bzw. Nasenmasken auf dem Markt: Zum einen reichen bei den meisten Betroffenen die nCPAP-Masken (nasale continous positive airway pressure) aus, bei denen ein gewisser Druck für die Einatmung eingestellt wird.
Manche Patienten erfordern allerdings zwei speziell eingestellte Atemdrücke - jeweils für die Ein- und Ausatmung. Dieses System wird BIPAP (bilevel positive airway pressure) bezeichnet.
Falls diese nächtliche Beatmungsbehandlung nicht ausreicht, können spezielle Kieferschienen helfen, die die Atemwege offen halten. Weitere Möglichkeiten bieten kieferchirurgische Verfahren.

Prophylaxe

Als Vorbeugung gegen das Schlaf-Apnoe-Syndrom sind eine Gewichtsabnahme, der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Schlafmittel, regelmäßige, ausreichende Schlafenszeiten, Schlafen in Seitenlage und das Vermeiden von schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen zu nennen. Die Einhaltung dieser Maßnahmen führt schon zu einer Verringerung der Schlafstörungen. Da über 80 Prozent der Betroffenen übergewichtig sind, ist eine Gewichtsreduzierung sicherlich ein erster Schritt, um dieser Erkrankung vorzubeugen.

Bemerkungen

Leitlinieninformationen sind unter folgender URL zu finden:
http://www.awmf-leitlinien.de/.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie unter: http://www.dgsm.de/.

Literatur:
Checkliste Innere Medizin, Thieme (2003); Checkliste Pneumologie, Thieme (2000); Neurologie, Springer, 2. Auflage (2006); Innere Medizin, Urban & Fischer, 3. Auflage (2003); Innere Medizin, Herold (2008).

ac/aa/kr/rm; aktualisiert: 03/2008

Glossar

A
APAP

Als APAP (auch autoCPAP) bezeichnet man die automatische Zufuhr eines Luftstromes, der an die individuelle Atmung des Patienten angepasst ist.
ApneaLink

ApneaLink ist ein handliches und sehr effizientes Gerät, um schlafbezogene Atmungsstörungen zuverlässig festzustellen. ApneaLink wird ganz einfach zuhause angewendet, die erfassten Daten liefern einen individuellen und eindeutigen Risikoindikator.
Apnoe

Der medizinische Ausdruck für den Atemstillstand. „Apnoe” kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Windstille”
Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)

Anzahl der Apnoen und Hypopnoen pro Stunde, im Verhältnis zueinander und Messgröße für den Schweregrad der Schlafapnoe
Apnoeindex (AI)

Anzahl der Apnoen pro Stunde
Arousal

Bei der Schlafapnoe kommt es während des Schlafes zu Atemaussetzern, die vom Gehirn registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden werden.
Atmung

Unter Atmung (lat.: Respiration) versteht man allgemein den aeroben, das heißt Sauerstoff verbrauchenden Abbau (Dissimilation) von Stoffen. Dieser Abbau dient der Energiegewinnung, gleichzeitig wird Kohlendioxid abgegeben.
nach oben
B
Bilevel

Als Bilevel-Therapie bezeichnet man das Therapieverfahren, bei dem die Luft über die Atemmaske in zwei verschiedenen, fest eingestellten Druckstufen zugeführt wird. Dies ist besonders bei Patienten mit hohem Druckbedarf erforderlich.
Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist international definiert als Erhöhung des Blutdrucks auf mindestens 140/90 mmHg. Bei 90 Prozent der Betroffenen lässt sich keine Ursache für die erhöhten Blutdruckwerte feststellen. Man spricht von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Bei den übrigen zehn Prozent ist die Hypertonie eine Folge von bestimmten Grunderkrankungen oder Medikamenten (sekundäre Hypertonie).
nach oben
C
Cheyne-Stokes-Atmung (CSA)

Bei der Cheyne-Stokes-Atmung handelt es sich um eine periodische Apnoe, also Atemstillstände in gleichmäßigen Abständen. Deshalb wird diese Atmung auch als periodische oder zyklische Atmung bezeichnet. Dabei kommt es zu einem regelmäßig wiederkehrenden An- und Abschwellen der Atmung: Die Atemzüge werden immer flacher und flacher, bis sie nach einer Atempause von manchmal mehr als zehn Sekunden wieder tiefer werden, bis hin zu äußerst angestrengten Atemzügen. Zusätzlich kann sich dabei auch die Atemfrequenz verändern.
CPAP

Die CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure) ist eine intensivmedizinische Beatmungsform, bei der die eigene Atmung des Patienten notwendig ist. CPAP gehört zu den rein spontanen Ventilationsformen. Das heißt, das Gerät steuert die Atmung nicht, sondern unterstützt sie: Es wird ein kontinuierlicher Luftstrom zugeführt, der eine Art „Säule” in den oberen Atemwegen bildet und somit ein Verschließen der Atemwege verhindert.
nach oben
D
Depression

Depression ist eine Erkrankung, die mit Niedergeschlagenheit sowie körperlichen und psychischen Störungen einhergeht. Das können beispielsweise Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Verdauungsstörungen sein. Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression – in Deutschland sind das etwa vier Millionen Menschen.
Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Es werden hauptsächlich zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und hat seine Ursache in einer Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes betrifft dagegen meist ältere Menschen. Er beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin.
Dyspnoen

Dyspnoe (auch: Dispnoe) ist der medizinische Fachausdruck für Atemnot oder Luftnot, einen Zustand von Luftmangel, den ein Kranker in Ruhe oder bei leichter Belastung empfindet. Die beschleunigte Atmung im Rahmen körperlicher Anstrengung wird von gesunden Menschen meist nicht als Luftnot empfunden und beschrieben.
nach oben
E
Entsättigung

Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut.
Epworth Schläfrigkeitsskala (ESS)

Die Epworth Sleepiness Scale (ESS) ist ein Kurzfragebogen zur Erfassung der Tagesschläfrigkeit, in dem die Wahrscheinlichkeit für das Einnicken bzw. Einschlafen in acht typischen Alltagssituationen erfragt wird. Er kann allgemein bei Schlafstörungen, speziell bei Hypersomnien, eingesetzt werden. Mit dem Fragebogen wird die subjektiv erlebte Tagesschläfrigkeit erfasst, und er dient als Hinweis für das Vorliegen einer Hypersomnie. Darüber hinaus eignet er sich auch zur Verlaufs- bzw. Erfolgsmessung (z.B. bei CPAP-Patienten)
nach oben
F
Flusslimitierung, Flusslimitation (FL)

Unter Flusslimitierung versteht man den teilweisen Verschluss der oberen Atemwege, der in der Regel vor dem Schnarchen bzw. einer Apnoe auftritt. Sie ist oftmals das erste Zeichen für das bevorstehende Kollabieren der Atemwege.
nach oben
H
Herzinfarkt

Der Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens. Eine in der Humanmedizin gebräuchliche Abkürzung ist AMI (acute myocardial infarction). Es handelt sich um Absterben oder Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung (Ischämie), die in der Regel länger als 20 Minuten andauert.
Herzinsuffizienz (CHF)

Herzinsuffizienz ist ein in der Medizin häufig gebrauchter Begriff und beschreibt das Unvermögen des Herzens, im Blutkreislauf die vom Körper benötigte Blutmenge zu fördern.
Herzrhythmusstörung

Unter einer Herzrhythmusstörung (einer Arrhythmie) versteht man eine Störung der normalen Herzschlagfolge, verursacht durch nicht regelrechte Vorgänge bei der Erregungsbildung und -leitung im Herzmuskel.
Hypersomnie

Der Begriff bedeutet „übermäßiges Schlafen”. Die Betroffenen leiden unter einem gesteigerten Schlafbedürfnis, fühlen sich aber am nächsten Tag trotzdem müde und erschöpft.
Hypopnoe

Verminderung der Atemfrequenz und folgender Entsättigung von mindestens drei Prozent.
Hypoxie

Als Hypoxie bezeichnet man einen Sauerstoffmangel im Blut oder im Gewebe von Organismen. Das vollständige Fehlen von Sauerstoff wird als Anoxie bezeichnet.
nach oben
I
invasiv

In der medizinischen Diagnostik oder Therapeutik werden solche Methoden als invasiv (Vase) bezeichnet, die in den Körper oder ein Körpergefäß eindringen, also z.B. eine Biopsie oder ein Abstrich der Nasenschleimhaut.
nach oben
K
Koronare Herzkrankheit (KHK)

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels aufgrund verengter Herzkranzgefäße. Wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, nimmt er Schaden und es entstehen Schmerzen in der Brust (Angina pectoris). Vor allem bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens durch körperliche oder seelische Belastungen kommt es zu den Beschwerden. Bei manchen KHK-Patienten können die Schmerzen auch nur gering sein oder ganz ausbleiben.
nach oben
M
Mundleckagen

Wenn die Atem-Maske nicht richtig sitzt, können Leckagen auftreten – eine Austrocknung der Nasen- und Mundschleimhaut.
nach oben
N
nCPAP

Englische Abkürzung für nasal continuous positive airway pressure. Es beschreibt die Zufuhr von Luft durch die Nase.
nicht-invasiv

In der medizinischen Diagnostik oder Therapeutik werden solche Methoden als nicht-invasiv bezeichnet, die nicht in den Körper oder ein Körpergefäß eindringen, also z. B. eine Sonographie- oder Röntgenuntersuchung – aber auch die CPAP-Therapie
nach oben
O
Obstruktion

Als Obstruktion wird der Verschluss der oberen Atemwege beim Einatmen bezeichnet, das Hauptsymptom der obstruktiven Schlafapnoe.
Obstruktive Schlafapnoe (OSA)

Die OSA ist eine Atmungsstörung mit Verschluss der Luftwege. Dazu kommt es, wenn beim Einatmen der Rachen so sehr verengt wird, dass keine Luft mehr hindurch strömen kann. Die Ursache für diesen Verschluss sind stark erschlaffte Muskeln im Mund- und Rachenraum.
nach oben
P
Polygraphie (PG)

Die Polygraphie ist eine ambulante Untersuchung des Schlafes einer Person. Dabei werden Atemfluss, Schnarchgeräusche, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Puls, Körperlage sowie Bauch- und Brustbewegung aufgezeichnet.
Polysomnographie (PSG)

Die Polysomnografie, auch Polysomnographie, stellt die umfangreichste Untersuchung des Schlafes einer Person dar. Mit dieser Technik werden mehrere unterschiedliche Körperfunktionen kontinuierlich während der ganzen Nacht überwacht. In der Regel geschieht dieses stationär in einem Schlaflabor. Mit Hilfe der Aufzeichnungen kann ein individuelles Schlafprofil erstellt werden, das fast immer eine präzise Diagnose von Schlafstörungen ermöglicht.
nach oben
R
Rapid Eye Movement (REM)

Rapid Eye Movement (auf deutsch „schnelle Augenbewegung”) ist eine Schlafphase, die unter anderem durch Augenbewegungen und lebhaftes Träumen gekennzeichnet ist.
REM-Schlaf

Der REM-Schlaf wird auch Traumschlaf genannt und zeichnet sich durch eine drastische Abnahme der Muskelspannung und eine faktische Lähmung aus. Weitere charakteristische Merkmale sind eine unregelmäßige Atmung, eine erhöhte Herzfrequenz und schnelle Augenbewegungen. Während dieses Stadiums kommt es zu lebhaften Träumen, die eine komplexe Symbolik aufweisen.
Ruhelose-Beine-Syndrom (RLS)

Ruhelose-Beine-Syndrom, auch Restless-Legs-Syndrom (RLS) genannt, ist eine neurologische Erkrankung mit Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen (selten auch in den Armen), häufig einhergehend mit unwillkürlichen Bewegungen.
nach oben
S
Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS)

Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) ist der Überbegriff für die verschiedenen möglichen Formen von Atmungsstörung, die während des Schlafs auftreten können. Dazu zählt vor allem die obstruktive Schlafapnoe (OSA), die etwa 80 Prozent der SBAS ausmacht.
Schlafapnoe

Die Schlafapnoe ist ein Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie eine Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist.
Schlafstörungen

Schlafstörungen, ungenau auch als Schlaflosigkeit bezeichnet, sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten. Sie werden eingeteilt in Schwierigkeiten beim Einschlafen, Störungen des Durchschlafens, Vorzeitiges Erwachen, Übermäßiges Schlafen (Hypersomnie), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlaflosigkeit (Insomnie, Asomnie), Schlafwandeln (Mondsucht, Somnambulismus), Albträume.
Schlaganfall

Der Schlaganfall (Apoplex) ist – nach Herzerkrankungen und Lungenkrebs – die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, ein Fünftel der über 65-Jährigen ist davon betroffen. Auslöser ist ein plötzlicher Gefäßverschluss oder eine Blutung im Bereich des Gehirns.
Schnarchen

Mit Schnarchen bezeichnet man ein knatterndes Geräusch, das in den oberen Atemwegen eines schlafenden Menschen erzeugt wird. Schnarchen oder Rhonchopathie heißt auch die durch das Geräusch hervorgerufene Schlafstörung. In der Schlafmedizin spricht man auch vom Upper Airway Resistance Syndrom (UARS), bei dem im Gegensatz zum obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSAS) nur ein zeitweiliger Verschluss der oberen Atemwege vorliegt, der aber ebenso zu Hypoxie (Sauerstoffmangel) führen kann, ebenso wie zu Arousals (Aufweckreaktionen) und in Folge zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen. Mit zunehmendem Alter schnarchen rund 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen. Bei jüngeren Menschen liegen diese Zahlen erheblich niedriger.
Screening

Screening ist der englische Begriff für „Voruntersuchung”. Ein Risiko-Screening bedeutet die Ermittlung des individuellen Krankheitsrisikos für die jeweilige Krankheit.
Sekundenschlaf

Sekundenschlaf ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Müdigkeitsattacken. Hierbei handelt es sich um ein ungewolltes Einnicken für mehrere Sekunden.
nach oben
U
Überdruckbeatmung

Auch CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure) genannt, ist eine intensivmedizinische Beatmungsform, bei der die eigene Atmung des Patienten notwendig ist. CPAP gehört zu rein spontanen Ventilationsformen. Das heißt, das Gerät steuert die Atmung nicht, sondern unterstützt sie: Es wird ein kontinuierlicher Luftstrom zugeführt, der eine Art „Säule ” in den oberen Atemwegen bildet und somit ein Verschließen der Atemwege verhindert.
nach oben
Z
Zentrale Schlafapnoe

Die Atemaussetzer werden durch das Gehirn gesteuert. Der vom Gehirn ausgehende Reflex, die Atmung während des Schlafes fortzusetzen, bleibt aus. Syndrome mit ausschließlich zentralen Apnoen sind sehr selten, weniger als zehn Prozent aller Patienten sind davon betroffen.
nach oben

Schlafstörungen Definition

Schlafstörungen
Definition

Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafstörungen zählt achtzig verschiedene Formen und Ursachen für beeinträchtigten Schlaf. Diese lassen sich grob nach ICD-10 in sechs Gruppen einteilen:
Ein- und Durchschlafstörungen (G47.0), Krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis (G47.1), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (G47.2), Schlafapnoe (G47.3), Narkolepsie/Kataplexie (G47.4) und Sonstige (G47.5).
Ungefähr jeder vierte Deutsche bräuchte eine Behandlung wegen einer Schlafstörung, ein Viertel aller Verkehrsunfälle ereignen sich aufgrund von Schläfrigkeit und knapp drei Millionen Bundesbürger nehmen regelmäßig Schlafmittel ein.
Die Häufigkeit von Schlafstörungen steigt mit dem Alter an. Etwa die Hälfte aller Menschen über 65 Jahre leidet an einer Schlafstörung.

Ursachen

Zu den wichtigsten Ursachen - v.a. von Ein- und Durchschlafstörungen - zählen sicherlich psychische bzw. soziale Probleme. Ängste und Sorgen, das "Gedankenkreisen", sind fast jedem Menschen als Schlafverhinderer bekannt.
Häufig sind auch körperliche Erkrankungen für veränderte Schlafgewohnheiten verantwortlich. Schlafstörungen sind eine der häufigsten Begleitsymptome bei Krankheiten fast aller Art.
Leicht nachvollziehbar ist auch die Störung des Schlafes durch psychiatrische Erkrankungen wie etwa Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen. Überhaupt spielen Genussmittel wie Alkohol oder Rauchen eine große Rolle in der Entstehung mangelhaften Schlafs, ebenso Medikamente und Drogenmissbrauch. Der Schlaf kann jedoch auch ohne ersichtlichen Grund schwer gestört sein. Ursachen für solche "reinen" Schlafstörungen werden noch erforscht.
Sogenannte Parasomnien, d.h. Aktivitäten wie Schnarchen, Zähneknirschen, ständige Bewegungen (z.B. beim Restless-legs-Syndrom), Alpträume, Schlafwandeln etc. verhindern ebenfalls einen erholsamen Schlaf.
Eine Sonderstellung nimmt das Schlafapnoesyndrom ein, welches zu starker Tagesmüdigkeit führt, da während des Schlafs häufiger kurze Atemstillstände auftreten. Betroffen sind in der Regel übergewichtige, männliche "Schnarcher".
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können durch jegliche Form von konstanter Veränderung der Schlafenszeit hervorgerufen werden. Unter solchen sind Schlafprobleme wegen Schichtarbeit, langen Flugreisen (Jet-Lag), gewohnheitsmäßige Verlagerung der Schlafphasen nach hinten (Nachtmensch) oder vorne (Frühaufsteher) zu verstehen.
Sehr selten sind Schlafkrankheiten wie die Narkolepsie und Kataplexie, Schlafanfälle und Dämmerzustände tagsüber bzw. Sturzanfälle bei emotionalen Ereignissen. Hier sind wahrscheinlich Hirnstoffwechselveränderungen zuständig. Ebenso beim äußerst seltenen Kleine-Levin-Syndrom, bei dem es zu tagelangen Schlafphasen mit anschließenden Essattacken kommt.

Symptome

Schlafstörungen können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Ein Teil der Erkrankten (v.a. Schlafapnoepatienten) bekommt von der eigentlichen Schlafbeeinträchtigung nichts mit, beklagt aber ihre Folgen wie Tagesmüdigkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Leistungsschwäche oder Kopfschmerzen.
Vielen wird aber besonders nachts ihre Störung quälend bewusst, weil sie nicht einschlafen, öfter aufwachen oder den Schlaf zu früh beenden.
Von Einschlafstörungen spricht man, wenn jemand beim Versuch einzuschlafen regelmäßig über eine halbe Stunde wach liegt, von Durchschlafstörungen, wenn er regelmäßig vor Ablauf von sechs Stunden von selbst aufwacht.
Das wichtigste Symptom von Schlafstörungen und letztendlich bestimmend für ihre Diagnose sind allerdings die Folgen, wie oben beschrieben. Schlafbedürfnis und -gewohnheit sind starken individuellen Schwankungen unterworfen und es kann durchaus sein, dass sich jemand mit fünf Stunden Schlaf pro Tag hervorragend fühlt.

Diagnostik

Für die Diagnose ist es ratsam, zunächst organische Ursachen und psychiatrische Erkrankungen als Ursache der Schlafstörung auszuschließen.
Bei einer leichten Schlafstörung kann das Führen eines so genannten Schlafprotokolls dem Arzt helfen, ungünstige Schlafgewohnheiten und -bedingungen aufzudecken. Zur Bestimmung der Art von Schlafstörung können Fragebögen eingesetzt werden.
Bei schweren Schlafstörungen, etwa mit starker Schläfrigkeit am Tage, ist die Einweisung in ein Schlaflabor sinnvoll. Dort schläft der Betroffene unter Beobachtung von Ärzten.
Zur genauen Abklärung der Störung der einzelnen Schlafphasen kann u.a. die Messung der Gehirnströme mittels Elektroenzephalographie (EEG) vorgenommen werden.

Auswirkungen

Bei schweren und mittelgradigen Schlafstörungen kann es zu stärkeren Leistungs- und Konzentrationsschwächen kommen. Neigt der Betroffene dazu, am Tag einzuschlafen, kann dies zu außerordentlichen Gefahren wie etwa zum sogenannten Sekundenschlaf beim Autofahren führen. 25% der Verkehrsunfälle passieren aus diesem Grund.
Langzeitschäden durch Schlafstörung sind nicht zu erwarten, in der Regel erholt sich der Schlafgestörte nach Beseitigung seines Leidens innerhalb kurzer Zeit vollständig.
Die Einnahme von Schlafmitteln sollte nur auf Anraten eines Arztes erfolgen, da diese Medikamente oft süchtig machen.

Therapie

Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich nach deren Ursachen. Liegt eine organische Erkrankung zugrunde, wird diese vorrangig behandelt. In diesem Sinne muss z.B. auch das Schlafapnoesyndrom spezifisch behandelt werden, zunächst durch Gewichtsreduktion, dann durch weiterführende Maßnahmen.
Bei leichteren Schlafstörungen empfiehlt sich zur Verbesserung des Schlafs die optimale Gestaltung des Schlafumfelds und das Erlernen einer Entspannungstechnik wie etwa autogenes Training. Bleibt die Störung auch nach Vermeidung ungünstiger Schlafgewohnheiten bestehen, kann auch eine psychologische Begleitung das Leiden mindern.
Die Nutzung der Heilpflanzen Baldrian, Hopfen, Lavendel oder Melisse als Tropfen, als Tee oder auch als Bad vor dem Einschlafen kann, am besten nach ärztlicher Verordnung, eine Verbesserung der Beschwerden bewirken.
Bei schweren Schlafstörungen und hohem Leidensdruck kann die Gabe von schlafanstoßenden Medikamenten, wie z.B. Chloralhydrat oder Zoplicon, kurzfristig unterstützend wirken. Benzodiazepine sollten aufgrund der Suchtgefahr und Nachwirkungen allenfalls kurzzeitig genutzt werden.

Prophylaxe

Zur Vorbeugung von Schlafstörungen sollten v.a. auslösende Faktoren im Alltag vermieden werden. Auf Alkohol, Koffein, Nikotin, Sport oder größere Mahlzeiten sollte etwa vier Stunden vor dem Zubettgehen verzichtet werden. Kleine Milchproduktmahlzeiten können allerdings förderlich wirken.
Reizüberflutung in den Abendstunden, wie etwa langes Fernsehen - vor allem bei Kindern - sollte vermieden werden. Auch das Weglassen von Tagesschlaf, wie z.B. dem Mittagsschlaf, kann sich günstig auswirken. Die Einhaltung eines regelmäßigen Schlafrhythmus, auch am Wochenende, begünstigt einen gesunden Schlaf.
Der Schlafgestörte sollte darauf achten, das Schlafumfeld optimal zu gestalten (dunkel, lärmgeschützt, aufgeräumt) und andere Tätigkeiten (lesen, fernsehen, essen) möglichst in einem anderen Raum vorzunehmen. Das Bett sollte nicht Lebensraum sondern Schlafraum sein.

Bemerkungen

Die Internetanschrift der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung lautet: http://www.dgsm.de/.
Weitere Anschriften:
http://www.schlafmedizin.de.
Informationen zu Selbsthilfegruppen finden Sie unter:
http://www.schlafstoerungen-online.de/.

Literatur:
Berger, M., Riemann, D. (Hrg.): Handbuch des normalen und gestörten Schlafs. Berlin: Springer 1992; Checkliste Neurologie, Grehl/Reinhardt, Thieme, 3. Aufl., 2005; Neurologie, Poeck/Hacke, Springer, 12. Aufl., 2006; Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Gesenhues, Urban & Fischer, 4. Aufl., 2003.

cr/ib;mb; aktualisiert: 11/2007

Schnarchen schädigt das Gehirn

Schnarchen schädigt das Gehirn

Starkes mit Atemaussetzern verbundenes Schnarchen, die so genannte Schlafapnoe, sollte man nicht als lästiges Übel abtun. Nicht nur ist die Schlafqualität bei den Betroffenen deutlich herabgesetzt, die Apnoe hat auch langfristige gesundheitliche Folgen. So wurde nun eine Schädigung des Gehirns bei starken Schnarchern festgestellt.

Neurobiologen der Universität in Los Angeles verglichen Magnetresonanztomogramme der Hirnaktivität von 43 Schlafapnoikern mit denen von gesunden Kontrollpersonen. Dabei stellten sie fest, dass die Mamillarkörper bei den Schnarchern um bis zu 20 Prozent kleiner waren als bei den Vergleichspersonen. Mamillarkörper sind paariger Erhebungen am Boden des Zwischenhirns. Sie gelten als Schaltstelle des limbischen Systems. "Diese Erkenntnis ist ziemlich wichtig, denn auch Patienten, die aufgrund anderer Syndrome wie Alkoholismus oder Alzheimer an Gedächtnisverlust leiden, weisen eine derartige Degeneration der Mamillarkörper auf", kommentiert Studienleiter Rajesh Kumar den Befund in "Neuroscience Letters". Verantwortlich für den Gewebeverlust bei den Mamillarkörpern ist den Studienautoren zufolge wahrscheinlich die mit einer Schlafapnoe einhergehende regelmäßige Sauerstoffunterversorgung im Gehirn. Sie führt auf Dauer zum Absterben von Zellen und begünstigt zudem die Entstehung von Entzündungen. Der Zusammenhang soll in weiteren Studien näher untersucht werden. Auch wollen die Wissenschaftler testen, ob die Gabe von hoch dosiertem Vitamin B1, die bei alkoholsmusbedingtem Gedächtnisverlust durchgeführt wird, der Hirnschädigung bei Schlafapnoe entgegen wirken kann. Generell sei es sehr wichtig, die Atemstörung so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu therapieren.

Quelle: Kumar, R. et al.: Neurosci. Lett. 438 ( 3), 330-334 (2008).

Was bedeutet Schlafapnoe

Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) ist ein Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist. Die etymologisch korrekte Aussprache ist "Apno-ë" (griechischer Wortstamm), während Ärzte auch häufig den Begriff zu "Apnö" eindeutschen.

Die Atemstillstände führen zu einer Sauerstoff-Unterversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers), die von den Betroffenen jedoch meist nicht bewusst wahrgenommen werden. Die Folge der Aufweckreaktionen ist ein nicht erholsamer Schlaf, was zu der typischen, ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt. Das Schlafapnoe-Syndrom zählt zu den Dyssomnien und somit zu den medizinisch bedeutsamen Schlafstörungen.

- Artikel Schlafapnoe-Syndrom. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. März 2008, 08:33 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schlafapnoe-Syndrom&oldid=4328... (Abgerufen: 6. März 2008, 00:50 UTC)

Schlafapnoe ist eine im öffentlichem Bewustsein noch recht neue und daher wenig bekannte aber nichtsdestotrotz tückische Krankheit. Auf unseren Seiten wollen wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand geben, um zu lernen, wie man mit dieser Krankheit umgehen kann und welche Anlaufstellen es dazu in unserer Region gibt.

Was passiert im Schlaflabor?

Was passiert im Schlaflabor?

Das Ambulante Schlafzentrum hat sich auf die Untersuchung und Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen und Schlafstörungen aller Art spezialisiert. Durch eine entsprechende Gestaltung der Schlafumgebung bleibt trotz aufwendiger Diagnostik das Schlafverhalten so natürlich wie möglich. Im Schlafzentrum wird teilstationär behandelt, d.h. die Patienten werden am Abend aufgenommen und am nächsten Morgen wieder entlassen. Die Begleituntersuchungen erfolgen ambulant, so daß die berufliche Tätigkeit des Patienten nicht unterbrochen wird.

Folgende Störungen können im ambulanten Schlafzentrum erkannt und behandelt werden:

* Ein- und Durchschlafstörungen
* Schnarchen mit atempausen
* diverse Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen
* Restless-legs-Syndrom
* schlafbezogene Atmungsstörungen
* Epilepsie
* Abklärung bei Depressionen
* Klärung unklarer Tagesmüdigkeit
* Aktometrie
* Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
* Bewegungsstörungen

Diagnostik/Erstgespräch:
Der Mensch im Mittelpunkt -
die Technik im Hintergrund!

* Ein- und/oder Durchschlafstörungen?
* Früherwachen?
* Zeitdauer? (über 3 Monate?)
* Richtungsweisend für das Schlafapnoesyndrom (SAS): Schnarchen? – Atempausen? – Tagesmüdigkeit? – Cephalgie? - Adipositas? – Hypertonie

Abklärung der Grunderkrankungen:

Neurologische: dissoziierte Schlaf- Wachstörung, Depressionen, Narkolepsie, Restless legs, hirnorganische Veränderungen
Internistische: Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen mit nächtlichen Ischämien, pulmonologische Erkr. und Asthma, immunologische Erkr., Hypertonie? Peptisches Ulcus, Gastroösophagaler Reflux
HNO: obstruktive Erkr., NNH, Otitis
Psychiatrische: Depressionen mit Morgentief, Aufwachstörungen, Psychosen
Allgemeine: Bruxismus, Enuresis, Alkohol- Drogen, Lärmbelästigung, Schichtarbeit, Zeitzonenwechsel, Angsterkrankungen.

Therapie:

* Grundleiden behandeln
* Informationen zur Schlafhygiene geben (Alkohol – Gewichtsabnahme)
* Entspanungsverfahren
* Psychotherapie
* Pflanzliche Mittel zur Schlafförderung (Baldrian)
* Sonstige Mittel (Melatonin? Kurzzeitig Benzo. usw., Antidepressiva, Neuroleptika)

Procedere SAS:

Interdisziplinäre Abklärung: Neurologe - HNO – Pulmonologe – Allgemeinmedizin erf.
Neurologie: EEG DOPPLER MESAM MSLT (multipler Schlaflatenztest) projektive Tests (FPI? KAI ? Abend- Morgenprotokoll) 1-2x Screening (z.B. Mesam o.ä) zyklische Entsättigungen unter 90%? Apopnoeindex ? 1-2x Polysomnographie ambulant mit Einstellung auf nCPAP wenn erforderlich. Einübungsphase für Patienten zu Hause 6-8 Wochen, danach Verschreibung eines Gerätes, jährlich 1-2x Schlaflaborkontrolle wenn Drucktitrierung nötig, evtl. auch 6 monatliche Kontrollen (MESAM) zu Hause wenn komplikationsloser Verlauf.

http://www.schlafmedizin.de/

Der Ablauf im Schlaflabor

Unter diesem Link könnenSie einen Ablauf in einem Schlaflabor als Bilderstory sehen.

Bildgeschichte von der Kliniken der Stadt Köln Schlafmedizinisches Zentrum Köln-Merheim

Pierre Beier, der Zivildienstleistende im Schlafmedizinischen Zentrum (SMZ) hat es erkannt, viele Patienten würden gerne wissen, wie so der normale Durchlauf bei einer Erstdiagnose und Behandlungen bei einem typischen Schlafapnoepatienten im Schlaflabor aussieht. Verbal erklären kostet viel Zeit und geschrieben ist es meistens nicht mehr verständlich.

Er kam auf die gute Idee eine Fotoserie in Form eines Fotoromans zu erstellen und diesen in den Wartebereich des SMZ auszulegen. Der Patient kann sich dann in Ruhe das "Bilderbuch" ansehen und im Bedarfsfall bei seinem Gespräch mit dem Arzt oder Schlafwächter gezielt fragen. Wir finden die "Patienteninformation Schlaflabor" gelungen.

Hier im Internet haben Sie die Möglichkeit, sich schon einmal ein Bild darüber zu machen, wie der Standarddurchlauf bei einer Schlafapnoe-Behandlung ist. In diesem Fotoroman werden die einzelnen Schritte von der Ankunft, über die Diagnose, bis hin zur Therapieeinstellung und Überprüfung an einem Fallbeispiel beschrieben.

Sie werden sehen, es ist alles relativ einfach und übersichtlich. Sie brauchen keine Angst vor einer Untersuchung in einem Schlaflabor haben. Und zur Beruhigung einiger Zweifler, es können weder Gedanken noch Träume sichtbar gemacht werden. Ratsam ist es auch, wenn es sich zeitlich einrichten lässt, vor einer Schlaflaboruntersuchung zu einem Patientenseminar zu gehen. Dort wird Ihnen erklärt und an Beispielen erläutert, was gemessen wird und warum.

Schauen Sie sich den Bildroman an!

Zur Bilderstory http://www.schlafmedizin-koeln-merheim.de/

Messungen im Schlaflabor

Messungen im Schlaflabor

Datenerhebung und Auswertungen, die zur Verfügung stehen im Detail:

* Auswertkriterien der Polygraphie (Standardpolysomnographie Stufe I)
EEG 2x, EOG, EMG(Kinn), EKG, Luftfluß, Atmungsanstrengung, O2 Sättigung, Lage, EMG-Bein 2x

Die Auswertungen erfolgen von :

* EEG : Stage I Stage II Stage III Stage IV REM Spikeanalyse usw.
* EKG: Herzfrequenz , Amplitude, Rhythmus,zyklische Entsättigungen
* Schlaflatenzen, Schlaftiefe und Anteile der Phasen
* EMG: Restless legs, Mobilitätsindex usw.
* Schlafzeit Effizienz, rel Verteilung usw.
* Entsättigungen (Apnoeindex usw.)
* SAS Stufendiagnostik: Zuordnungskriterien
* Schnarchen :obstruktiv oder zentral, Frequenzanalyse
* Schweregrade einer SAS (leicht mittel schwer)
* Druck bei nCPAP, biPAP, Druckeinstellung online

Restless Legs

Restless Legs
Wenn die Beine nicht zur Ruhe kommen

Die quälenden Beschwerden sind seit Jahrhunderten bekannt: Bereits 1685 wurde das Krankheitsbild der "unruhigen Beine" auch medizinisch "Restless- Legs- Syndrom"(RLS)- erstmalig beschrieben. Seit 1945 ist das Syndrom als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Immer dann, wenn sich ein Betroffener entspannen will, um den Streß des Tages abzuschütteln, wird er durch unruhige und "kribbelnde" Beine erheblich gestört - an Schlaf ist da oft nicht zu denken.

Schätzungen gehen davon aus, daß etwa 2 bis 5% der Bevölkerung an diesem lästigen Leiden erkrankt sind. Der Anteil der behandlungsbedürfigen Fälle liegt bei etwa 1%. Neben der ererbten Veranlagung für das RLS existieren auch erworbene Formen - beispielsweise bei Nierenschwäche, Eisenmangel und während der Schwangerschaft. Nach Untersuchungen zeigen 15% der an einer künstlichen Niere behandelten Patienten Krankheitszeichen wie Unruhe, Kribbeln oder andere sensible Störungen der Beine wie Reißen, Ziehen oder gar Schmerzen.

Lästig ist der unangenehme Bewegungsdrang der Beine, die Arme sind nur selten betroffen. Typisch für beide Formen des RLS ist das von allen Patienten geschilderte Phänomen, daß die Beschwerden durch Bewegung oder Gymnastik der Beine (Kniebeugen Treppensteigen. Fahrrad-Ergometer) gebessert werden können. Ruhesituationen wie lange Fahrten, Theater und Kinobesuche Langstreckenflüge, etc. sind typische Auslöser für den schmerzhaften Bewegungsdrang und die begleitenden unangenehmen Gefühlswahrnehmungen.

Am meisten leiden die betroffenen Menschen aber unter Schlafstörungen - besonders in der Einschlafphase. Später kommt häufiges Erwachen durch ständig wiederholtes Beinezucken (pms = periodic movement in sleep) hinzu.

Die Ursache dieser Störung ist nicht geklärt.

Funktionsstörungen des Nervensystems bzw. Mangelzustände an bestimmten Nervenbotenstoften werden angenommen. Die Behandlung war in der Vergangenheit schwierig. Doch jetzt haben klinische Untersuchungen gezeigt. daß die Kombination der beiden Wirkstoffe Levodopa und Benserazid zu einer deutlichen Reduktion der Beschwerden führt. Bestehen neben Einschlafstörungen in der zweiten Nachthälfte auch Durchschlafstörungen so kann zusätzlich eine langsam wirkende Depot -Form des Medikaments Levodopa eingenommen werden.

Geräte

Alternativen zur CPAP-Therapie

Alternativen zur CPAP-Therapie

In einzelnen Fällen gibt es für Schlafapnoe-Patienten Alternativen zur CPAP-Therapie. Welche Behandlungsformen eventuell in Frage kommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Im Folgenden werden Ihnen die Möglichkeiten kurz vorgestellt.
Behandlung mit Medikamenten

Es gibt bestimmte Medikamente (z.B. Theophyllin), die auf das zentrale Nervensystem einwirken und damit die Atmung während des Schlafs verbessern können. Allerdings enthalten diese Präparate eine Substanz, die mit dem Koffein verwandt ist und auch so wirkt. Damit besteht die Gefahr von typischen Nebenwirkungen wie Herzrasen und Ruhelosigkeit. Dies wiederum führt zu Schlafstörungen, die eigentlich durch die Medikamenten-Therapie behandelt werden sollen.
Operative Eingriffe

Manche anatomischen Veränderungen können operativ korrigiert werden. So kann zum Beispiel die Verkrümmung der Nasenscheidewand die Ursache dafür sein, dass die oberen Luftwege verengt sind. Es gilt jedoch zu bedenken, dass eine Operation ein erheblicher Eingriff ist und damit immer auch eine Belastung für Ihren Körper. Sie sollten sich daher umfassend von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) beraten lassen und in Ruhe Chancen und Risiken eines Eingriffes gegeneinander abwägen. Denn meistens ist eine Operation weder notwendig, noch führt sie zu den gewünschten Ergebnissen.
Orale Schiene

Für Schnarchpatienten ohne Schlafapnoe oder junge, schlanke Menschen mit leichten Beschwerden gibt es eine Alternative zur CPAP-Therapie: ein interorales Protusionsgerät. Es handelt sich dabei um eine Schiene, die während der Nacht im Mund den Unterkiefer um wenige Millimeter nach vorne verlagert. Allerdings ist diese Methode längst nicht so wirksam wie die nasale Überdruckbeatmung. Außerdem können morgens Schmerzen im Kiefergelenk auftreten, oft ist auch die Kaumuskulatur verspannt.

Auf keinen Fall verwenden sollten Sie mechanische Geräte, die zum Beispiel die Zunge leicht aus dem Mund nach vorne ziehen. Medizinische Untersuchungen haben erwiesen, dass solche Behandlungen absolut wirkungslos sind.

Welche *PAP Geräte gibt es

Besser Luftholen mit der CPAP-Therapie (Überdruckbeatmumg)

Ist die Schlafapnoe stärker ausgeprägt, genügen Änderungen der Alltagsgewohnheiten alleine nicht mehr. Die nächtliche Atmung muss zusätzlich unterstützt werden, am besten durch die nasale Überdruckbeatmung. Hier finden Sie mehr Informationen über diese erfolgreiche Behandlungsmethode.

Tief durchatmen, ohne dabei aufzuwachen: Dafür benötigen Apnoe-Patienten für die Nacht oft eine Atemhilfe mittels einer Atemmaske. Diese sehr erfolgreiche Therapie heißt CPAP-Therapie. Die Abkürzung leitet sich aus dieser englischen Bezeichnung ab: continuous positive airway pressure. Übersetzt heißt das kontinuierliche Überdruckbeatmung.
So funktioniert die Beatmung
Über eine Atemmaske wird dem Patienten ständig Luft in die Atemwege zugeführt. Dabei verdrängt ein leichter Überdruck wie eine Art Luftsäule die erschlaffte Rachen- und Mundmuskulatur: Die Zunge und der weiche Teil des Gaumens können nicht mehr "herunterfallen", so bleiben die Luftwege offen. Der Effekt: Der Patient kann die ganze Nacht hindurch ruhig durchatmen, die Atmung bleibt regelmäßig. Es gibt keine Atemstillstände mehr und damit verschwindet auch das Schnarchen.
Verschiedene Therapiegeräte
Für die Überdruckbeatmung wurden verschiedene Geräte entwickelt. Sie sind komfortabel, passen problemlos auf einen Nachttisch und sind ganz einfach zu bedienen:

CPAP-Geräte erhöhen anfangs den kontinuierlich zugeführten Luftdruck in den oberen Atemwegen (Rampe) bis der eingestellte Therapiedruck erreicht ist. Während des Ein- und Ausatmens bleibt dieser immer gleich. Wie hoch der Druck genau ist, wird bei jedem Patienten vom behandelnden Arzt im Schlaflabor ermittelt.

APAP-Geräte (Automatic Positive Airway Pressure) dagegen passen den Luftdruck bestimmten „Atmungsereignissen” an, so genannten respiratorischen Ereignissen. Typische Beispiele dafür sind Atemaussetzer oder heftiges Schnarchen. Der Druck passt sich dabei innerhalb vorgegebener Grenzen an. Diese werden als Minimal- und Maximaldruck im Schlaflabor festgelegt.

Bilevel-Geräte funktionieren ähnlich wie CPAP-Geräte. Allerdings können hier für die Ein- und Ausatmung zwei unterschiedliche Druckwerte eingestellt werden. Diese Geräte werden fast ausschließlich bei Patienten eingesetzt, die einen sehr hohen Überdruck benötigen. Da der Druck für die Ausatmung individuell eingestellt werden kann, wird das Ausatmen spürbar erleichtert. Zum Teil werden Bilevel-Geräte auch für die Behandlung der zentralen Schlafapnoe eingesetzt.
Morgens wieder ausgeruht – mit geringsten Nebenwirkungen

Die CPAP-Therapie ist in den allermeisten Fällen die optimale Methode, um eine Schlafapnoe erfolgreich zu behandeln. Sie können wieder ruhig schlafen und finden zu einem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus zurück. Ihr Körper bekommt die notwendige Ruhephase, um sich zu regenerieren. Tagsüber sind Sie ausgeruht, ausgeprägte Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit und alle anderen typischen Symptome gehören endlich der Vergangenheit an. Und das nahezu ohne Nebenwirkungen, ohne medizinische Eingriffe oder komplizierte Anwendungen – ein echtes Plus für Ihre Lebensqualität.

Wissenswertes zu den Atemtherapiegeräten

Wissenswertes zu den Atemtherapiegeräten
der Produktgruppe 14.24.07xxxx und 14.24.09.xxxx (x = laufende Nr.)

Die Therapie mit einem Gerät ist für den Betroffenen eine notwendige Änderung der Lebensgewohnheit, um einen Therapieerfolg zu erreichen - analog der Einsicht in eine notwendige Operation. Hierzu muss die Einsicht und Mitarbeit - die Akzeptanz - (auch als Compliance bezeichnet) des Patienten bei der Anwendung der Therapie erreicht werden. Dies geschieht im wesentlichen durch die Verordnung des geeigneten Therapiegerätes, der richtigen Atemmaske und die notwendige Aufklärung über Therapieanwendung (Therapiegerät und Atemmaske) sowie die Beratung bei der Anwendung selbst. Auch eine Betreuung bei psychologischen Problemen ist erforderlich. Dies ist im wesentlichen im Schlaflabor zu leisten. Weitere Unterstützung bei der Therapieanwendung und bei der Lösung von Problemen erhalten Betroffene in ihrer Selbsthilfegruppe. Hier ist auch der Austausch von Erfahrungen und gegenseitige Hilfe möglich.

Jeder Patient hat ein Anrecht auf ein gelistetes Gerät,
das eine gültige Hilfsmittel-Nummer erhalten hat !

Der Arzt verordnet die Geräte-Gruppe (nCPAP, BiLevel, Bilevel ST oder Auto-CPAP) entsprechend den medizinisch notwendigen Therapieerfordernissen.

Der Patient hat aber ein Mitspracherecht bei der Auswahl des gelisteten Gerätes eines Herstellers aus dieser Gerätegruppe !

Dies erhöht die Akzeptanz - Compliance - und Selbstverantwortung des Patienten bei der Therapieanwendung. Die Hilfsmittelnummer stellt sicher, dass dieses Gerät als Therapiegerät zugelassen ist, sie stellt keine Aussage über die therapeutischen Daten und die Leistungsfähigkeit eines Gerätes dar. Die Auswahlmöglichkeit des Gerätes durch den Patienten ermöglicht eine stärkere Identifikation des Betroffenen mit seinem täglich zu nutzendem Therapiegerät und sichert so erst den geforderten Therapieerfolg mit ab.

Jeder Patient hat einen Anspruch auf den medizinischen, wissenschaftlichen und technischen Fortschritt zur effektiven Therapie mit einem gelisteten Therapiegerät mit gültiger Hilfsmittelnummer.

Dazu Dr. Klaus Ladage, Vorsitzender des 3. Senats des Bundesgerichtes:

"Aus juristischer Sicht sei eigentlich jede technische Neuerung, die eine Verbesserung für den Patienten darstellt "wirtschaftlich und notwendig". Denn "ausreichend" ist die Hilfsmittelversorgung fast nie, weil das Handicap des Patienten lediglich ausgeglichen aber nie vollständig beseitigt werden könne."

Hilfsmittel nach § 139 des Sozialgesetzbuch V ( SGB V )

1. Die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam und einheitlich sollen zur Sicherung einer ausreichenden, zweckmäßigen, funktionsgerechten und wirtschaftlichen Versorgung der Versicherten
mit Hilfsmitteln für bestimmte Hilfsmittel Qualitätsstandards entwickeln. Die Qualitätsstandards sind im Hilfsmittelverzeichnis nach § 128 SGB V zu veröffentlichen.
2. Voraussetzung zur Aufnahme neuer Hilfsmittel in das Hilfsmittelverzeichnis ist, daß der Hersteller die Funktionstauglichkeit und den therapeutischen Nutzen des Hilfsmittels sowie seine Qualität nachweist. Über die Aufnahme in das Hilfsmittelverzeichnis entscheiden die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam und einheitlich, nachdem der Medizinische Dienst die Voraussetzungen geprüft hat.

Bei der Erstellung der Qualitätsstandards, die Anfang November 1998 in Kraft getreten sind, hat der Bundesfachverband Schlafapnoe / Atemstillstand und chronische Schlafstörung e. V. maßgeblich mitgewirkt.

Diese Qualitätsstandards sind Mindestforderungen !

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand des Bundesfachverbandes haben folgende Therapiegeräte der Produktgruppe 14.24.07.xxxx und 14.24.09.xxxx die neue Hilfsmittel-Nummer erhalten:

Auszug vom:
LANDESFACHVERBAND SCHLAFAPNOE /
ATEMSTILLSTAND UND CHRONISCHE SCHLAFSTÖRUNGEN e.V.
* Der Landesfachverband Schlafapnoe des Landes Thüringen *

Im Straßenverkehr

Straf- und bußgeldrechtliche Risiken des Schlafapnoekranken im Straßenverkehr
Von Rechtsanwalt Dr. jur. Ingo E. Fromm, Koblenz

Der Verfasser ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht in der Kanzlei Caspers & Mock in Koblenz.

Bei chronischen Schlafstörungen besteht bekanntlich eine stark erhöhte Verkehrsunfallgefahr. Personen mit Schlafapnoe haben statistisch eine siebenmal höhere Unfallrate als andere motorisierten Verkehrsteilnehmer. Neben diversen nachteiligen zivilrechtlichen Folgen hat der Schlafapnoiker vor allem straf- und bußgeldrechtliche Konsequenzen zu befürchten. Werden durch einen Unfall andere Verkehrsteilnehmer verletzt - oder in schweren Fällen - getötet, droht eine Bestrafung wegen Fahrlässiger Körperverletzung (§ 229 Strafgesetzbuch) oder Fahrlässiger Tötung (§ 222 Strafgesetzbuch).

Die Fahrlässigkeit des Schlafapnoekranken besteht darin, die im Verkehr erforderliche Sorgfalt dadurch außer Acht gelassen zu haben, dass trotz der chronischen Schlafstörung die Gefährdung Dritter und das Einschlafen hingenommen wird. Nickt der Unfallverursacher im fließenden Verkehr am Lenkrad ein, muss er demnach damit rechnen, mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren überzogen zu werden.

Bei unbehandelter, aber diagnostizierter Schlafapnoe besteht das zusätzliche Risiko, dass die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten eine vorsätzliche Straftat vorwirft, da er den Verkehrsunfall billigend in Kauf genommen habe. Dem Beschuldigten wird also vorgeworfen, die Müdigkeit bemerkt zu haben und sich dennoch ans Steuer gesetzt zu haben. Bei fahrlässigen Körperverletzungen kann eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren drohen, bei fahrlässiger Tötung kann eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren ausgesprochen werden. Es muss aber für eine strafrechtliche Verurteilung nicht unbedingt zum Schlimmsten, dem Unfall, kommen: Schon wer Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert durch gesundheitliche Mängel konkret gefährdet, begeht den Straftatbestand der Gefährdung im Straßenverkehr gem. § 315 c StGB.

Die extreme Übermüdung ist als Mangel in diesem Sinne von der höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie dem juristischen Schrifttum anerkannt (vgl. Bundesgerichtshof VRS 14, S. 284, Cramer/Sternberg-Lieben, in Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, 27. Auflage 2006).

Aufgrund der gravierenden straf- und bußgeldrechtlichen Folgen sollte unbedingt ein Rechtsanwalt aufgesucht werden. Dessen Aufgabe wird es sein, zu prüfen, ob der Schlafapnoiker überhaupt schuldfähig ist bzw. war.

Gem. § 20 StGB handelt ohne Schuld, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. Gem. § 21 StGB liegt verminderte Schuldfähigkeit vor, wenn die Fähigkeit des Täters, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, aus einem der in § 20 bezeichneten Gründe bei Begehung der Tat erheblich reduziert ist.

Bei Schlafapnoikern, die von Sekunde zu Sekunde im Straßenverkehr einschlafen, besteht die Problematik, dass der Tat ein willentlich gesteuerter Akt zugrunde liegen muss (Grundsatz "nulla poene sine culpa"). Der Nachweis einer Schuld ist also unerlässliche Voraussetzung einer strafrechtlichen Schuld. Bei Schlafenden ist in Literatur und Rechtsprechung anerkannt, dass diese nicht in der Lage sind, einen strafrechtlich relevanten Willen zu entfalten (Lenckner/Eisele, in Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, 27.Auflage 2006,Vorbemerkungen zu den §§ 13ff., Rn 39). Die Übermüdung, die zur tiefgreifenden Bewusstseinsstörung zählt (Lenckner/Perron, in Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, 27. Auflage 2006, § 20 StGB, Rn 13), kann daher zu einem Schulunfähigkeitsgrund führen. Im Einzelfall kann die Einholung eines Sachverständigengutachtens im Prozess notwendig werden. Gegen einen Verschuldensvorwurf kann im Einzelfall sprechen, dass keine wahrnehmbaren Anzeichen oder Vorwarnungen vorlagen.

Daneben können bußgeldrechtlich beim Einschlafen im Verkehr Geldbußen und Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg drohen. Überfährt der Schlafapnoiker bei Rot eine Ampel, kann ein Bußgeldbescheid (Nr. 132.1 BKat, § 37 II StVO), ggfl. mit Fahrverbot ergehen. Selbiges gilt für das Verursachen eines Verkehrsunfalls. Da dem Beschuldigten ein gesetzliches Schweigerecht zusteht, sollten gegenüber der Polizei keinerlei Angaben zur Sache gemacht werden.

Unabhängig davon, ob es zu einer Verurteilung aufgrund eines Verkehrsdelikts kommt, droht jedenfalls ein Nachspiel für die Inhaber von Führerscheinen. Diese müssen gem. § 11 der deutschen Fahrerlaubnis-Verordnung die hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllen. Die Anforderungen sind insbesondere nicht erfüllt, wenn eine Erkrankung oder ein Mangel nach Anlage 4 oder 5 vorliegt. Die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen wird hierdurch eingeschränkt bzw. ausgeschlossen.

Der Gesetzgeber hat in Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung Regelungen zur Eignung und bedingten Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen für Menschen mit chronischen Schlafstörungen vorgesehen. Unbehandelte Schlafstörungen mit Tagesschläfrigkeit sollen nach dem Willen des Gesetzgebers nach Ziff. 11.2.1 zur Fahruntauglichkeit führen, wenn eine messbare auffällige Tagesschläfrigkeit vorliegt. Nur behandelte Schlafstörungen führen zur Fahrtauglichkeit, wenn keine messbar auffällige Tagesschläfrigkeit mehr vorliegt.

In jedem Fall fordert der Gesetzgeber als Auflagen regelmäßige Kontrollen von Tagesschläfrigkeit. Die Frage, was der Gesetzgeber unter einer ausreichenden "Behandlung" versteht, wird offen gelassen. Verlangt werden muss hier, dass ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird oder eine Therapie (z.B. CPAP) absolviert worden ist.

Nicht ausreichend dürfte allein die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ohne fachliche medizinische Betreuung sein. Schon drei bis vier Wochen nach Beginn einer CPAP-Therapie ist die Fahrtauglichkeit nach wissenschaftlichen Erkenntnissen im Regelfall wiederhergestellt. Bestimmte Atemgeräte können übrigens auch bei laufendem Motor über Zigarettenanzünder angewendet werden. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind unbedingt anzuraten. Unter der Voraussetzung, dass die Führerscheinstelle Kenntnis von der Schlafstörung erhält, muss demnach ernsthaft mit der Entziehung der Fahrerlaubnis gerechnet werden.

Geht die Verwaltungsstelle zu Unrecht von falschen Tatsachen aus, z.B. von einer unbehandelten Schlafstörung, so kann gegen eine Entziehung der Fahrerlaubnis Widerspruch eingelegt werden. Wird der sofortige Vollzug der Führerscheinentziehung angeordnet, kann im Eilrechtsschutz vor dem Verwaltungsgericht Hilfe beansprucht werden. Diese Regelungen der Fahrerlaubnis-Verordnung gelten wohlgemerkt für alle Führerscheinklassen und nicht etwa nur für Berufslastkraftfahrer. Wird die Fahrerlaubnis entzogen, darf der Schlafapnoiker nicht mehr Fahrzeuge im Straßenverkehr führen, ansonsten droht eine Bestrafung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gem. § 21 StVG.

Autofahren und Sekundenschlaf

Übermüdeten Berufskraftfahrern droht das Aus
Unter schweren Schlafattacken leidende Berufskraftfahrer müssen schon bald das Steuer aus der Hand geben. Das Bundesverkehrsministerium will in den nächsten Monaten die Fahrerlaubnisordnung entsprechend ergänzen. In die amtliche Beurteilung der Fahreignung soll dann die von krankhafter Müdigkeit ausgelöste Tagesschläfrigkeit aufgenommen werden. Allerdings gelte dies nur für professionelle Fahrer von Lastkraftwagen, Omnibussen und Taxen, betonte ein Ministeriumssprecher Anfang März 2007. Der normale Führerscheininhaber sei von der Änderung nicht betroffen.

Für Berufskraftfahrer heißt es dann aber: Bei Schlafstörungen in Verbindung mit "auffälliger Tagesschläfrigkeit" kann die gesundheitliche Eignung als Voraussetzung der Fahrerlaubnis in Frage gestellt werden. Nach Informationen des Auto Clubs Europa (ACE) beruft sich das Bundesverkehrsministerium bei seiner Gesetzesinitiative auf Studien, wonach der Anteil ermüdungsbedingter Unfälle deutlich höher liegt als in der amtlichen Unfallstatistik angegeben. 2005 etwa habe es offiziell 1.780 Unfälle wegen Übermüdung gegeben.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat laut ACE festgestellt, dass Übermüdung die zweithäufigste Unfallursache im Lkw-Güterverkehr ist. Der Autoclub verwies auch auf Forschungsergebnisse der deutschen Versicherungswirtschaft: Danach werden 24 Prozent der Lkw-Unfälle durch Einschlafen verursacht. Der Anteil der darin verwickelten Berufskraftfahrer sei entsprechend hoch. Dies habe aber nicht immer etwas mit der auch in der Reisebusbranche üblichen Missachtung von Lenk- und Ruhezeiten zu tun, betonte der ACE. Verkehrsmediziner gingen vielmehr von einer hohen Anzahl von Personen aus, die an krankhaften Schlafstörungen litten. Diese seien ein Verkehrssicherheitsrisiko.

Unter behandlungsbedürftigen Schlaf-Wach-Störungen leiden schätzungsweise mehr als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Ein Großteil dieser Störungen bleibt unerkannt, weil die damit verbundenen nächtlichen Atemstillstände vielfach nicht bemerkt werden. Einer der größten Risikofaktoren für das so genannte Schlafapnoe-Syndrom ist Übergewicht. Vor allem Fernfahrer mit einem Body-Maß- Index von über 30 sind nach Angaben von Fachärzten davon betroffen. Patienten mit derartigen Erkrankungen haben auf Grund übermäßiger Tagesschläfrigkeit ein erhöhtes Unfallrisiko. Nach Expertenangaben verändert jede schlaflose Nacht Wachheit und Konzentrationsfähigkeit so, als hätte man 0,8 Promille Alkohol im Blut.

ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner sagte: "Von Müdigkeitsattacken werden Autofahrer nicht nur gepeinigt, wenn sie nachts unterwegs sind." Besonders gefährlich wirke die krankhafte Tagesschläfrigkeit. "Statt darin aber ein Alarmzeichen zu sehen, wird diese Art von Müdigkeit von vielen noch verdrängt", kritisierte der Experte.

(Quelle: Yahoo-News vom 11.03.2007)

erschienen in Schlafapnoe Aktuell, Heft 25

Risiko Sekundenschlaf

Die Zeitschrift ADAC motorwelt informiert in ihrer Ausgabe Nr: 7/2002 wie folgt:

'Risiko. Ist Sekundenschlaf aufgrund von Schlafapnoe

Unfallursache, muß die Kasko nicht zahlen. Diese

Krankheit verursacht chronische Tagesmüdigkeit.

Das Einnicken wertete das Gericht als Bewußtseinsstörung (LG Hannover, ADAJUR Dok.-Nr.19004).'

Patienten / Autofahrer aufgepaßt:

Ein unbehandelter Schlafapnoiker ist in keiner Führerscheinklasse zur Teilnahme am Straßenverkehr zugelassen! Behandelte Schlafapnoiker nur unter der Bedingung regelmäßiger Kontrolle!

Nutzen Sie Ihr Therapiegerät regelmäßig! Brechen Sie die Therapie ab, ist es aus mit Auto fahren!

Halten Sie Ihre regelmäßigen, überwachten, Kontrolluntersuchungen durch Ihren Arzt ein!

Ein Unfall kann jeden treffen - auch ohne Sekundenschlaf!

Das kann für unbehandelte Apnoiker, vor allem aber für solche, die ihre Therapie abbrechen oder nur kurzzeitig unterbrechen, fatale Folgen haben!

Sekundenschlaf: Ursache vieler Unfälle

Sekundenschlaf: Ursache vieler Unfälle

von Dr. Hans-Günter Weeß

Viele Autounfälle sind auf Tagesschläfrigkeit bzw. Übermüdung des Kraftfahrers zurückzuführen. Das Schlafzentrum des Pfalzklinikums Klingenmünster hat zwei Studien zum Thema »Schläfrigkeit am Steuer« durchgeführt - mit teilweise erschreckenden Ergebnissen.

Um die Fahrtauglichkeit und die Tagesschläfrigkeit von Kraftfahrern zu untersuchen, führten wir an der Raststätte Gräfenhausen (Nähe Darmstadt) zwei Studien durch. An jeder nahmen ca. 160 LKW- und PKW-Fahrer teil.
Die Fahrer wurden gebeten, Fragebögen zur aktuellen Fahrsituation, zum Vorliegen von Schlafstörungen, körperlichen Erkrankungen usw. auszufüllen. Wir fragten sie auch, wie und wie lange sie in der vorigen Nacht geschlafen hatten. Außerdem wurde mit jedem Autofahrer ein pupillografischer Schläfrigkeitstest durchgeführt.
Man weiß, dass der Durchmesser der Pupille im Dunkeln bei Schläfrigkeit Schwankungen unterliegt, während er im Wachzustand gleich bleibt. Mit einer Infrarotvideokamera vermaßen wir im Dunkeln die Pupille jedes Kraftfahrers elf Minuten lang; ein Rechner wertete das Ausmaß der Schwankungen aus.
Die erste dieser Studien fand im April 2001 statt; Ende Juni dieses Jahres wiederholten wir die Studie noch einmal an einem Hitzetag mit Spitzentemperaturen über 36°C.

Jeder zehnte Fahrer auf der Autobahn ist fahruntüchtig
Wir teilten die Schläfrigkeitswerte der untersuchten Kraftfahrer in drei Kategorien ein:
• unauffällige Werte (keine Schläfrigkeit am Steuer)
• grenzwertige Fälle (deutliche Hinweise auf Fahruntüchtigkeit, wobei man jedoch davon ausgeht, dass der Fahrer nach einer Pause, einem Schläfchen oder dem Genuss eines koffeinhaltigen Getränks vielleicht doch noch für eine halbe, maximal eine Stunde fahrtüchtig ist)
• pathologische Fälle (absolute Fahruntüchtigkeit).

Bei der Studie im April letzten Jahres ergaben sich folgende Ergebnisse: 75% aller Kraftfahrer waren fahrtüchtig, 15% grenzwertig, 10% absolut fahruntüchtig. Manche schliefen beim pupillografischen Schläfrigkeitstest sogar im Sitzen ein. Man kann also davon ausgehen, dass jeder zehnte Kraftfahrer, der auf der Autobahn an uns vorbeifährt, eigentlich absolut fahruntüchtig ist! Und bei jedem vierten ist die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt.
Bei der zweiten Untersuchung Ende Juni dieses Jahres waren die Ergebnisse noch bedenklicher: Nur 92 der untersuchten Verkehrsteilnehmer hatten unauffällige Schläfrigkeitswerte, 46 waren grenzwertig, 24 fahruntüchtig.

Sekundenschlaf Bei längere

Übermüdete Fahrer überschätzen sich häufig
Wir fragten die Verkehrsteilnehmer auch, wie lange sie schon gefahren waren und wann sie ihre nächste Fahrpause planten. Die nicht mehr fahrtüchtigen hatten mit 6,8 Stunden und 500 km Fahrleistung viel länger am Steuer gesessen als die grenzwertigen und die unauffälligen (4 Stunden/ 300–350 km Fahrleistung). Und wir stellten fest, dass gerade die total übermüdeten Autofahrer ihre Fahrtüchtigkeit bedenklich überschätzen: Sie hatten teilweise vor, noch mehrere 100 km zu fahren.
Ein Fernfahrer mit hochpathologischem Untersuchungsergebnis hatte bereits 1400 km und rund 20 Stunden Fahrzeit hinter sich, wollte aber noch bis Griechenland durchfahren, ohne eine Schlafpause einzulegen. Er erklärte, sich völlig verkehrstauglich zu fühlen. Dieses Phänomen beobachteten wir bei allen untersuchten Autofahrern mit erhöhten Schläfrigkeitswerten: Sie gaben zwar zu, schläfrig zu sein, fühlten sich aber alle noch fahrtauglich.
Anhand dieser Untersuchungsergebnisse kann man ein Risikoprofil für den Sekundenschlaf am Steuer aufstellen: Hauptrisikofaktoren stellen Schlafstörungen und eine zu lange Fahrzeit dar. Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist eine monotone Fahrsituation, also z. B. eine nächtliche Autofahrt bei relativ geringem Verkehrsaufkommen oder ein LKW-Fahrer, der bei dichtem Verkehr mit 80 Stundenkilometern in der Kolonne fährt, womöglich auch noch ohne Überholmöglichkeit. Solche Situationen rufen Schläfrigkeit hervor, vor allem, wenn der Schlaf während der Nacht wenig erholsam war (etwa bei Schlafapnoikern).
Schichtarbeit (also Schlaf zum chronobiologisch falschen Zeitpunkt - nicht in der Nacht, sondern tagsüber, wie dies bei Fernfahrern häufig der Fall ist) erhöht das Risiko noch mehr. Das gilt auch für Nachtfahrten: Denn nachts ist unser Organismus nicht auf Leistung, sondern auf Schlaf eingestellt. Wenn der Nachtschlaf zu kurz war (z. B. bei Urlaubsreisenden, die morgens um drei Uhr schon losfahren), ist ebenfalls mit einem erhöhten Unfallrisiko zu rechnen. Auch Hitze (vor allem in Kraftfahrzeugen ohne Klimaanlage) begünstigt die gefährliche Schläfrigkeit am Steuer.
»Durchhalten« ist also bei langen Autofahrten genau die falsche Parole. Wer 17 Stunden nicht geschlafen hat, dessen Reaktionsvermögen entspricht einem Blutalkoholspiegel von 0,5 Promille! Man sollte Pausen deshalb auf keinen Fall zu lange hinauszögern, sondern beim ersten Anzeichen von Schläfrigkeit den nächsten Parkplatz oder die nächste Raststätte ansteuern.

»Durchhalten« kann gefährlich sein
Vielleicht ist diese leider immer noch weit verbreitete »Durchhalte-Mentalität« unter anderem auch auf das falsche Bild zurückzuführen, das in unserer Gesellschaft immer noch vorherrscht – dass jemand, der am Stück von Hamburg bis nach Sizilien durchfährt, ein »toller Hecht« ist. Vermutlich wird die Anzahl der schläfrigkeitsbedingten Unfälle immer noch unterschätzt. Kaum ein Kraftfahrer wird nach einem Unfall zugeben, dass er am Steuer eingeschlafen ist, da er sonst seinen Führerschein verliert.
In einem Auszug aus den Begutachtungsleitlinien für die Kraftfahrzeugeignung heißt es: »Für Schwächezustände durch akute, vorübergehende, sehr selten vorkommende oder nur kurzzeitig anhaltende Störungen ist es dem Verantwortungsbewusstsein jedes Verkehrsteilnehmers aufgegeben, durch kritische Selbstprüfung festzustellen, ob er unter den jeweils gegebenen Bedingungen noch am Straßenverkehr teilnehmen kann oder nicht.«
Das heißt, der Kraftfahrzeugführer muss vor Antritt seiner Fahrt überprüfen, ob er fahrtüchtig ist. Verursacht er schläfrigkeitsbedingt einen Unfall und ihm wird dies nachgewiesen, so wird er ebenso zur Verantwortung gezogen, wie wenn er sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt hätte. Daher ist es gerade für Schlafapnoiker wichtig, sich auch unter CPAP-Therapie regelmäßig im Schlaflabor untersuchen zu lassen, wenn sie einem Beruf nachgehen, bei dem eine hohe Eigen- oder Fremdgefährdung infolge potentieller Tagesschläfrigkeit besteht.

Warnsignale, die Ihnen verraten, dass Sie müde werden: J schwer

Dr. Hans-Günter Weeß ist Leiter des interdiszipliären Schlafzentrums
am Pfalzklinikum Klingenmünster

Anfang

Aus der Zeitschrift "Das Schlafmagazin" Ausgabe

Unbehandelte Schlafapnoe

Nicht behandelte Schlafapnoe führt durch die auftretende Tagessymptomatik sehr häufig zu Verkehrsunfällen mit oft verheerendem Ausgang.

Mangelnde Vigilianz, Einschlafneigung, der sog. Sekundenschlaf, sind immer wieder Auslöser der uns durch die Presse nahegebrachten Unfälle auf Autobahnen. Hier spielt die monotone und oft stundenlange Fahrsituation eine große Rolle.

Informationen über Untersuchungen der Unfallhäufigkeit in Deutschland finden Sie auf den AfaS - Seiten.

Nun hat eine kanadische Studie den Nachweis erbracht, daß gut therapierte Schlafapnoiker in der Unfallhäufigkeit anderen, gesunden Verkehrsteilnehmern entsprechen, also keine erhöhtes Risiko darstellen.

Hieraus ergibt sich, welche Bedeutung eine schnelle Behandlung und Therapieeinleitung für Gesundheit und die gesamte Volkswirtschaft hat. Lange Wartezeiten auf einen Meßplatz, dadurch verzögerte Behandlung und Therapie, erzeugen gefahren nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für seine Mitmenschen im Straßenverkehr.

Wichtig: die einmal eingeleitete Therapie, z.B. mittels CPAP - Gerät, muß konsequent durchgeführt werden, um wirksam zu sein!

Therapieabbrüche versetzen Patienten schnell wieder in den Zustand, in dem sie vor ihrer Behandlung waren.

Das die Therapie und deren Nutzen und Einhaltung regelmäßig kontrolliert werden müssen, steht außer Frage. So sind jährliche, überwachte Kontrollen des Therapiedruckes und der Compliance vorgeschrieben.

Auch das Bundesverkehrsministerium hat die in unbehandelter Schlafapnoe liegenden Gefahren für Verkehrsteilnehmer erkannt und mit dem Gesetz zur 'Zulassung von Personen am Straßenverkehr' aus August 1998 reagiert.

Demnach sind unbehandelte Schlafapnoiker in keiner Führerscheinklasse zu Straßenverkehr zugelassen, behandelte nur unter der Bedingung der regelmäßigen Kontrolle.

Das ist wichtig für die Patienten! Therapieabbruch bedeutet demnach Verlust der Zulassung zur Teilnahme am Straßenverkehr, weil sie dann unbehandelt sind!

Zur Information nochmals der Artikel über die kanadische Studie:

CPAP - Therapie normalisiert Unfall-Risiko von Apnoikern

Güte der Behandlung entscheidet über Fahrtüchtigkeit

London/Kanada (wie) - Autofahrer, die aufgrund eines unbehandelten Schlafapnoe-Syndroms (SAS) während der Fahrt mit dem Schlaf kämpfen, verursachen zwei- bis viermal mehr Verkehrsunfälle wie "ausgeschlafene" Fahrer. Werden ihre nächtlichen Apnoe-Anfälle jedoch effektiv behandelt, normalisiert sich das Unfallrisiko, wie eine kanadische Studie ausweist.

Schläfrigkeit untertags, vermindertes Reaktionsvermögen und mangelnde Konzentrations-Fähigkeit sind der Tribut, den eine obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit mindestens zehn Apnoe- und/oder Hypopnoe-Episoden pro Stunde fordert, sofern es nicht erkannt und behandelt wird. Setzt sich der Patient trotzdem ans Steuer, kommt es überdurchschnittlich häufig zum "Crash". Doch läßt sich die erhöhte Unfallrate auf durchschnittliche Werte senken, wenn man SAS-Patienten effektiv behandelt, etwa mittels kontinuierlicher Beatmung gegen erhöhten Druck ("Continuous Positive Airway Pressure" , CPAP). Dieser Erfahrungswert ist bisher allerdings noch nicht ausreichend durch Daten belegt.

Geeignete Zahlen liefert jetzt C.F. George von der University of Western Ontario. In seiner Untersuchung verglich er die Zahl der Kraftfahrzeug-Unfälle von 210 Patienten mit obstruktivem SAS drei Jahre vor und nach nasaler CPAP-Behandlung mit einer Kontrollgruppe gleichen Alters und Geschlechts.

Während die Kollisions-Rate, das heißt die Zahl der Unfälle pro Person und Jahr, bei den unbehandelten SAS-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe ums Dreifache höher lag, bestand drei Jahre nach Therapiebeginn kein Unterschied mehr zwischen beiden Gruppen. Wie nicht anders zu erwarten, blieb die Kollisions-Rate innerhalb der Kontrollgruppe konstant.

Effektive Behandlung vorausgesetzt, sind Patienten mit SAS demnach genau so verkehrs- und fahrtüchtig wie jeder andere Verkehrsteilnehmer. Dies speziell für Ärzte von Belang, die bei Gerichtsverhandlungen gutachterlich tätig sind und über die Fahrtüchtigkeit von SAS-Patienten zu entscheiden haben.

Aus: Thorax 56 (2001) 508-512

Links zu Gerätehersteller und Versorger

Hier finden Sie weiter Links zum Thema Gerätehersteller usw.

Firma Resmed
Masken und Geräte-Hersteller mit Vertrieb.
Auf den Seiten der Firma Resmed finden Sie eine Menge weitere Info´s
einschl. Krankheiten die mit Schlafapnoe zusammen gehören können wie z.B. Diabetes
hier
direkt zu den Patienteninformationen
hier

Heinen + Löwenstein GmbH, Bad Ems
hier

WeinmannGeräte für Medizin GmbH + Co. KG
hier

IFM GmbH, Wettenberg
hier

Schlafen und Schlafapnoe -

Gesunder Schlaf

Schlaf Gesunder Schlaf

Unser Leben wird bestimmt von einem ständigen Wechsel zwischen Wachsein und Schlafen. Dabei beträgt das Verhältnis der beiden unterschiedlichen Zustände etwa 2:1. Das heißt, dass der Mensch etwa ein Drittel seines Lebens im Schlaf verbringt. Noch um die Wende zum 20. Jahrhundert war über die Funktion des Schlafes wenig bekannt. Lange ging man davon aus, dass der Schlaf nutzlos vertane Zeit wäre. Erst in den letzten 40 Jahren wurde damit begonnen, den Schlaf genauer zu untersuchen. Man fand heraus, dass der Schlaf kein dem Tod ähnlicher Zustand, sondern ein notwendiger Bestandteil des Lebens ist.

Jeder Mensch hat ein unterschiedliches Schlafbedürfnis. Einige kommen mit 6 Stunden nächtlichen Schlafs aus, andere fühlen sich nach 8 Stunden noch nicht ausgeschlafen (die Bandbreite beträgt 4-10 Stunden und mehr). In den Industrienationen liegt die durchschnittliche Schlafdauer bei 7 bis 8 Stunden. Ältere Menschen schlafen in der Regel kürzer, Junge länger. In Studien wurde herausgefunden, dass sowohl zu wenig, als auch zu viel Schlaf zu einer verkürzten Lebenserwartung führen kann.

Wer wissen will, ob er persönlich genügend bzw. das richtige Quantum an Schlaf bekommt, kann dies mit einem Selbsttest überprüfen: Im „grünen Bereich" befindet sich im Allgemeinen jeder, der tagsüber auch bei längerer Tätigkeit im Sitzen konzentriert arbeiten kann, ohne müde zu werden.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die den Schlaf beeinflussen. Dazu gehören Faktoren wie Krankheit, Stress oder psychisch bedingte Probleme. Zu den umweltbedingten Störfaktoren gehören Lärm, ungenügender Schlafkomfort, unregelmäßige Arbeitszeiten und hohe Reiseaktivität.

aus:http://www.lungenaerzte-im-netz.de

Hintergrundwissen zu Schlafstörungen

Hintergrundwissen zu Schlafstörungen
Ursachen

Die einzelnen Ursachen der Schlafstörungen sind sehr unterschiedlich. Zum einen können familiäre oder berufliche Probleme den Schlaf beeinträchtigen. Aber auch körperliche Schmerzen verhindern einen ruhigen gesunden Schlaf.

Insgesamt werden Schlafstörungen in fünf verschiedene Kategorien eingeteilt:

physikalische Ursachen

z.B. Schlafapnoe, ruheloses-Bein-Syndrom, Lärm, helles Licht

physiologische Ursachen

z.B. Schichtarbeit

psychologische Ursachen

z.B. Ärger, Stress

psychiatrische Ursachen

z.B. Depression, Manie

pharmakologische Ursachen

z.B. Konsum von Kaffee, Alkohol, Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Appetitzügler)

Hintergründe

Hintergrundwissen zu Schlafstörungen
Therapie

Nach wie vor ist eines der größten Probleme in der Schlafmedizin, dass Patienten mit Ihren Schlafbeschwerden zu spät zum Arzt kommen, bzw. Ihre Symptome nicht vollständig schildern.

Dies gilt insbesondere auch für Beschwerden, die nach Meinung vieler Leute nichts mit dem Schlaf zu tun hätten (z.B. Schnarchen, zunehmende Vergesslichkeit u.v.a.).

Pauschale Therapieempfehlungen für die einzelnen Krankheiten können prinzipiell nicht gegeben werden. Die häufigen Ein- und Durchschlafstörungen z.B. können vielfältige Ursachen haben, und ihre Therapie ist deswegen auch sehr unterschiedlich.

Fragen Sie bitte Ihren Arzt, oder wenden Sie sich direkt an ein Schlaflabor, mit denen die Bundesrepublik jetzt flächendeckend versorgt ist.
Die genaueste Diagnose ist in diesen Schlaflabors mittels Polysomnographie möglich. Hier werden während einer oder zwei Übernachtungen die Augenbewegungen zur Erkennung der Schlafphasen (Elektrookulographie: EOG), Gehirnströme (Elektroenzephalographie: EEG), Herz- und Atemtätigkeit, Blutdruck, Körperbewegungen und Muskelspannung (Elektromyographie: EMG) und Sauerstoffanreicherung des Blutes elektronisch aufgezeichnet.

Eine Therapie mit Schlafmitteln sollte, außer bei kurzdauernder Einnahme, immer mit Ihrem Arzt abgesprochen werden. Eine sogenannte Lichttherapie wird mit Erfolg bei Schlafstörungen angewandt, bei denen die Ursache in einem verschobenen inneren Schlaf/Wach-Rhythmus liegt.

Bei länger anhaltenden Schlafstörungen empfiehlt es sich in jedem Fall, den Arzt aufzusuchen und mit ihm gemeinsam festzustellen, woher die Schlafstörungen kommen und was man dagegen tun kann.
Tipps & Tricks

Bei leichteren Formen der Schlafstörung gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man sich auf eine ruhige Nacht einstellen kann.
Entspannen Sie Ihren Körper mit einem warmen Bad (34°C - 36°C). Sie können auch verschiedene Zusätze ins Badewasser geben, die die Körperentspannung zusätzlich fördern. Empfehlenswert sind Melissen-, Baldrian-, oder Hopfenzusätze.
Trinken Sie ein Glas warme Milch mit Honig.
Versuchen Sie sich geistig zu entspannen. Gerade schwerwiegende Probleme oder Sorgen sollten nicht vor dem Einschlafen diskutiert werden.
Wenn man absolut nicht einschlafen kann, sollte man sich auch nicht zu lange damit plagen: Stehen Sie auf und beschäftigen Sie sich noch eine Weile. Kochen Sie sich einen Tee oder lesen Sie etwas "Leichtes", bis Sie wieder müde sind.
Baldrian, Melisse, Hopfen oder Labendelblüten in Form von Tees wirken schlaffördernd.
Ein Glas Wein oder Bier kann ebenfalls das Einschlafen unterstützen. Jedoch sollte es nicht zu einem täglichen Mittel werden, da übermäßiger Alkoholkonsum wiederum zu Einschlafstörungen führen kann.
Ein kleiner Abendspaziergang an der frischen Luft kann helfen, zur Ruhe zu kommen.
Essen Sie nicht zu spät und zu reichhaltig. Das liegt schwer im Magen. Aber auch hungrig schläft es sich schlecht.
Wenden Sie eine der Entspannungstechniken an wie Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, die man beispielsweise an den örtlichen Volkshochschulen lernen kann.
Lüften Sie Ihr Schlafzimmer ausreichend. Die Raumtemperatur sollte 18°C nicht überschreiten. Sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Dunkelheit im Zimmer. Bekanntermaßen schläft es sich schlecht mit Lärm.
Ein gutes Bett und eine gute Matratze sind Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf.
Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein.
Treiben Sie nicht unmittelbar vor dem Schlafen gehen Sport, da sonst der Kreislauf zu sehr angeregt wird.
Wichtig ist ein "Schlaf-Ritual", das den Abend und das Schlafengehen immer wieder gleich einleitet.

Schlaf / Schlafstörungen

Schlaf / Schlafstörungen

Allgemeines

Die Schlafforschung der letzten Jahre hat eines ganz klar herausgefunden: wir brauchen Schlaf, um uns zu erholen. Bekommen wir, egal aus welchen Gründen, zu wenig Schlaf, so können die unterschiedlichsten Störungen auftreten - von ausgeprägter Tagesmüdigkeit, über eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen bis hin zu Depressionen.

Wenn Sie persönlich abschätzen möchten, ob Sie unter erhöhter Tagesmüdigkeit leiden, machen Sie den folgenden Online-Test zur Einschätzung Ihrer Tagesmüdigkeit und füllen den Online-Fragebogen aus. Hinweis: Dieser Test ist keine Diagnose. Er soll lediglich die Einschätzung Ihrer Tagesmüdigkeit erleichtern. Je höher die Punktzahl ist, desto schwerwiegender ist Ihre (Tages-) Müdigkeit. Bei einer hohen Punktzahl (ab 10 Punkten) sollten Sie sich daher bitte an einen Facharzt (zum Beispiel einen Lungenfacharzt bzw. Pneumologen) wenden.

Um erholsam zu schlafen, ist es notwendig, alle Schlafphasen mehrfach und vollständig zu durchlaufen. Wird man beispielsweise in mehr als 4 Nächten hintereinander aus dem REM-Schlaf geweckt, so erhöht sich der Anteil an REM-Schlaf in ungestörten Nächten von normalerweise 20% bis 25% auf bis zu 30%. Besonders ausgeprägt ist aber die gesteigerte Dauer an Tiefschlaf, die nach Schlafentzug auftritt.

Viele Menschen fühlen sich dauerhaft müde. Genaue Gründe dafür sind nicht bekannt, es wurde aber beobachtet, dass unter Arbeitnehmern besonders diejenigen betroffen sind, die wenig Mitgestaltungsmöglichkeiten bei ihrer Arbeit und wenig Unterstützung durch Kollegen haben. Weiterhin haben Untersuchungen ergeben, dass sich Übergewicht bei Männern und Untergewicht bei Frauen negativ auf das Schlafverhalten auswirkt.

Betrachtet man alle Altersgruppen, so leiden Männer häufiger an Schlafstörungen als Frauen. Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass Männer eine stärkere Veranlagung haben, an schlafassoziierten Atemstörungen zu leiden, als Frauen. Bereits männliche Säuglinge haben häufiger Atemschwierigkeiten und sterben öfter an plötzlichem Kindstod als Mädchen. Möglicherweise sind Frauen durch das weibliche Geschlechtshormon Progesteron vor im Schlaf auftretenden Atemstörungen geschützt. Denn nach der Menopause, die ja mit einer hormonellen Umstellung einhergeht, klagen auch Frauen vermehrt über Schlafstörungen und leiden öfter an Atemstörungen.
aus:/www.lungenaerzte-im-netz.de

Schnarchen / Syndrom / Apnoe

Schnarchen
Schnarchen ist eine Volkskrankheit. Während im Alter von unter 20 Jahren weniger als jeder Zehnte schnarcht, sind ab dem 65. Lebensjahr 40 bis 50% der Menschen betroffen. Das so genannte primäre oder einfache Schnarchen ist durch laute Atemgeräusche, die in den oberen Atemwegen entstehen, gekennzeichnet. Es stellt an sich keine Gefahr für die Gesundheit dar und muss deswegen in den meisten Fällen nicht behandelt werden. Unregelmäßiges, lautes Schnarchen jedoch ist nicht nur eine lästige Eigenschaft, sondern kann zudem auf ernst zu nehmende Atmungsstörungen hinweisen.

Schlafapnoe-Syndrom
Etwa 2 bis 3% der erwachsenen Bevölkerung leidet am so genannten Schlafapnoe-Syndrom. Mit steigendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, eine Schlafapnoe zu bekommen, wobei vor allem Männer betroffen sind. Schlafapnoe bedeutet übersetzt „Atemstillstand im Schlaf“. Bei einer Schlafapnoe sind die Atemwege der Betroffenen so verengt, dass die Atmung nicht nur deutlich erschwert ist, sondern sogar vollständig aussetzt. Das Schnarchen kann in manchen Fällen eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel erreichen, was in etwa der Lautstärke eines Presslufthammers entspricht. Die typischen Geräusche des Schnarchens, bei denen sich Atempausen mit heftigem Luftschnappen abwechseln, geben das Aus- und Einsetzen der Atmung akustisch wider. Bei der Schlafapnoe unterscheidet man zwischen einer obstruktiven und einer zentralen Apnoe.

Obstruktive Schlafapnoe
Vor allem Männer höheren Alters leiden an der obstruktiven Schlafapnoe. So sind etwa 20% der 40- bis 60-Jährigen und bis zu 60% der 65- bis 70-jährigen Männer betroffen. Frauen bleiben auf Grund einer anderen Anatomie im Halsbereich meist bis zur Menopause verschont. Danach sinken die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Zentrale Schlafapnoe
Die Wahrscheinlichkeit, an zentraler Schlafapnoe zu leiden, nimmt mit steigendem Alter zu. Jeder Vierte der über 60-Jährigen leidet unter schlafbezogenen Atmungsstörungen. Sie sind meist eine Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Therapie von Schlafstörungen

Therapie von Schlafstörungen

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie unter einer Schlafstörung leiden, die einer professionellen Behandlung bedarf.

In welchen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Wenn Ein- oder Durchschlafstörungen (Insomnien) länger als einen Monat andauern und sich auch auf das Wohlbefinden am Tage auswirken.
Wenn Sie oder Ihre Kinder an Aufwachstörungen (Parasomnien) leiden, die eine übermäßige Tagesmüdigkeit zur Folge haben, aggressives Verhalten im Schlaf auftritt und dabei Verletzungsgefahr besteht, und wenn die Aufwachstörung eine gravierende Beeinträchtigung anderer Familienmitglieder nach sich zieht.
Wenn Verdacht auf Narkolepsie besteht.
Wenn Sie oder Ihr Partner unter dem Syndrom der ruhelosen Beine oder der periodischen Gliedmaßenbewegungen leiden.
Wenn Sie oder Ihr Partner laut und unruhig schnarchen und der Verdacht nahe liegt, dass Atemaussetzer auftreten.
Wenn ohne erklärbare Gründe die Fahrtüchtigkeit oder Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist, die Ausdauer bei der Verrichtung alltäglicher Routinearbeiten mangelhaft ist, oder Einschlafen in der Schule beobachtet wird.

Ob bei Ihnen Verdacht auf eine behandlungsbedürftige Schlafstörung besteht, können Sie hier testen.

Wenn Sie in diesem Fragebogen mehr als 3 Fragen mit „Ja" beantworten, liegt die Vermutung nahe, dass Sie unter einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung leiden. Dann sollten Sie bitte einen Facharzt (zum Beispiel einen Pneumologen) aufsuchen.

aus:
www.lungenaerzte-im-netz.de

Untersuchungen beim Pneumologen

Untersuchungsmethoden

Besuch beim Pneumologen

Fast jede medizinische Untersuchung beginnt mit einer Anamnese: Der Arzt befragt seinen Patienten nach seiner Krankengeschichte, seinen Beschwerden und den Umständen bzw. Situationen, in denen diese auftreten, um alle Anzeichen, die auf eine bestimmte Erkrankung hindeuten, zusammenzutragen. Dabei beabsichtigt er, neben den möglichen ursächlichen Faktoren auch persönliche Risikofaktoren (zum Beispiel Rauchen, berufliche Belastung) zu erfassen. In der folgenden körperlichen Untersuchung und möglichen apparativen Verfahren geht es dann darum, den Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung zu erhärten bzw. ähnliche Erkrankungen auszuschließen. In der Pneumologie sind die häufigsten Untersuchungsmethoden die folgenden (in alphabetischer Reihenfolge):
Allergie-Diagnostik
Blutgasanalyse
Computertomografie (CT)
Endoskopische Methoden (Bronchoskopie, Thorakoskopie & Mediastinoskopie)
Kernspintomografie (MRT)
Körperliche Untersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation
Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie)
Lungenszintigramm
Pleurapunktion
Röntgen
Sputum-Diagnostik
Ultraschall-Diagnostik (Sonografie)

Ursachen für Schlafstörungen

Ursachen für Schlafstörungen

Psychologische Ursachen
Unzureichender Schlaf kann zu Depressionen führen, wenn auch die Ursachen von Depressionen in vielen Fällen nicht bekannt sind. Umgekehrt können auch Depressionen die Ursache für Schlafprobleme sein. An Depression erkrankte Personen leiden oft an Schlaflosigkeit (Insomnie) oder wachen vorzeitig auf und können dann nicht mehr einschlafen. Unabhängig davon, ob eine Schlafstörung durch eine Depression bedingt ist oder umgekehrt, kann die Einhaltung der Regeln der Schlafhygiene eine deutliche Verbesserung des Schlafes bringen. Um eine Depression mit Medikamenten behandeln zu lassen, soll in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Auch Angstgefühle und großer Druck in der Schule oder am Arbeitsplatz, familiäre oder gesundheitliche Probleme oder der Verlust einer geliebten Person können zu depressiven Verstimmungen und damit zu Ein- und Durchschlafstörungen führen. Stress ist die häufigste Ursache für kurzzeitige Schlafstörungen.

Andere Erkrankungen als Ursache
Viele Erkrankungen können sich negativ auf den Schlaf auswirken. So hat man festgestellt, dass mehr als 75% aller Parkinsonpatienten nicht ausreichend schlafen. Auch viele andere neurologische Erkrankungen bringen die Betroffenen um ihren Schlaf. Dazu zählen Erkrankungen des Kleinhirns, Chorea , Dystonie , Epilepsie , Multiple Sklerose und Erkrankungen des Muskelapparates. Ebenso können chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (wie chronisch obstruktive Bronchitis, Lungenemphysem oder COPD ) und nächtliche Asthmabeeschwerden Ursachen für Schlafstörungen sein.

Umweltbedingte Schlafstörungen
Schlaflosigkeit und/oder übermäßige Schläfrigkeit können auch durch störende Umweltfaktoren verursacht werden. Lärm, egal ob er von Verkehrsmitteln am Boden oder in der Luft ausgeht, zu niedrige oder zu hohe Temperaturen, Sturm oder Erschütterungen können sich störend auf den Schlaf auswirken. Dazu zählen auch Störungen durch Mitmenschen - beispielsweise schnarchende Bettpartner, Säuglinge, die in regel- oder unregelmäßigen Abständen gestillt werden wollen oder andere pflegebedürftige Familienangehörige - sowie Konflikte mit Mitmenschen, die Stress verursachen. In der Regel normalisiert sich der Schlaf, wenn die umweltbedingte Störung wieder wegfällt.

Durch chemische Substanzen verursachte Schlafstörungen
Es gibt eine Vielzahl von chemischen Stoffen, die den Schlaf stören können. Dazu gehören viele Medikamente, zum Beispiel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, wie Asthma, chronisch obstruktive Bronchitis, oder Lungenemphysem . Dadurch wird das Ein- und Durchschlafen erschwert. Einige der Medikamente beinhalten Theophyllin, das stimulierend wirken kann. Ebenso können Antidepressiva, Nasen-Sprays, Antihistaminika , aspirinhaltige Arzneimittel und koffeinhaltige Schmerzmittel den Schlaf und den Wachzustand negativ beeinflussen. Medikamente zur Behandlung von Herzerkrankungen können neben Schlaflosigkeit auch Alpträume auslösen. In jedem Fall sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, um zu besprechen, ob ggf. bestimmte Medikamente, die Sie einnehmen, den Schlaf beeinflussen könnten und welche möglichen Alternativen es gibt.

Nicht nur künstlich hergestellte Stoffe können den Schlaf stören. Natürliche, hormonelle Veränderungen, wie sie regelmäßig während des Menstruationszyklus auftreten, können zum Beispiel Krämpfe und Kopfschmerzen hervorrufen, die einen erholsamen Schlaf erschweren. Ebenso können Veränderungen durch eine Schwangerschaft oder die Menopause, wie Hitzewallungen oder übermäßiges Schwitzen, Schlafstörungen verursachen.

aus:/www.lungenaerzte-im-netz.de

verschiedene Schlafstörungen

So vielfältig wie die Ursachen von Schlafstörungen sein können, so unterschiedlich sind auch die Symptome, die bei Patienten mit Schlafstörungen zu finden sind:

Müdigkeit am Tage
Einschlafneigung und Schlafzwang in langweiligen Situationen
Kopfschmerzen
verminderte Leistungsfähigkeit
Stress am Arbeitsplatz
Gedächtnisstörungen
Gereiztheit oder Traurigkeit bis hin zur Depression
Sexualstörungen wie Impotenz
Ein- und Durchschlafstörungen
Ohrgeräusche
übermäßiges nächtliches Schwitzen
vermehrt nächtliches Wasserlassen

Schnarchen als Beziehungskiller

Therapie

Falten im Magenausgang stoppen sauren Reflux

Falten im Magenausgang stoppen sauren Reflux
Im Zusammenhang mit der Erkrankung an Schlafapnoe klagen viele Betroffene über nächtlichen sauren Reflux. Diese Erkrankung wurde jetzt erstmalig von irischen Medizinern am St. James Hospital in Dublin erfolgreich behandelt, indem man per Endoskop durch zwei Nähte Gewebefalten in der Kardia gebildet habe, die den Reflux von Mageninhalt verhindern.

Die Mediziner berichten über ihre Erfahrungen bei 22 Patienten im mittleren Alter von 39 Jahren, die wegen einer hartnäckigen Refluxerkrankung langfristig Protonenpumpenhemmer (PPI ) einnehmen oder operiert werden mussten. Als Alternative bot sich das endoskopische Verfahren mit Bildung von Kardia-Falten an, dem die Patienten zustimmten. Die Behandlung war so erfolgreich, dass die sofort nach dem Eingriff festgestellte Verbesserung auch nach einem Jahr noch genauso wirksam war.

Häufigkeit und Ausprägung von Sodbrennen waren innerhalb des ersten Jahres nach der Therapie konstant signifikant geringer gewesen als vor der Behandlung. Auch der Bedarf an PPI war ein Jahr nach dem endoskopischen Eingriff noch immer 64 Prozent niedriger als vor der Therapie.

Zwölf Monate nach der Behandlung benötigten nur 35 Prozent der beteiligten Patienten überhaupt noch das säurehemmende Medikament. Weiterhin stellte man fest, dass der positive Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten, bewertet wurden hier etwa Schlafstörungen oder Einschränkungen im sozialen Bereich, gleichmäßig erhalten blieb.

Für eine endgültige Bewertung der endoskopischen Therapie sind nach Meinung der irischen Mediziner noch längere Nachbeobachtungszeiten nötig, aber auch prospektive Studien, in denen die neue Therapieform mit der medikamentösen und der chirurgischen Standardtherapie verglichen wird. Die neue endoskopische Therapie wird in Deutschland derzeit auch in einer Multizenterstudie geprüft, berichtet PD Dr. Karel Caca von der Universitätsklinik in Leipzig.

(Quelle: Ärztezeitung)

Therapie der Schlafapnoe

Therapie der Schlafapnoe

Zu den Therapiemöglichkeiten gehören:

* Nasale Atemtherapiegeräte = wirksamste Standardtherapie,
über 90 %

* Medikamente (Theophyllin)

* Biß-Schienen

* Operation bei Anomalien

* Zungenmuskeltraining

* Somniplastik (Radiofrequenzverfahren)

Nach kurzer Anwendung der Atemtherapie verbessert sich das Befinden drastisch. Diese Therapie setzt eine Akzeptanz und einen Lernprozess beim Einzelnen voraus.

Therapiebegleitmaßnahmen:
* Dauerstress reduzieren
* Verzicht bzw. Einschränkung auf Alkohol und Nikotin
* Gewichtsreduktion
* Oberkörperhoch- und Seitenlagerung beim Schlaf
* keine Nachtschichtarbeit

Diagnose / Therapie - Schlafapnoesyndrom (SAS)

Das Ziel muss sein: den mündigen Patienten in den Ablauf von Diagnose / Therapie mit einzubeziehen,
damit die volle Therapieakzeptanz erreicht wird.

Folgender Ablauf brachte bisher die besten Ergebnisse:

Jeder Arzt sollte die Symtome des SAS kennen und entsprechend handeln
- umgehende Überweisung zu einem Somnologen, der die notwendigen Untersuchungen durchführt:
* Screening, soweit evtl. weitere notwendige Facharztuntersuchungen
* Patienten zur Kontaktaufnahme mit einer Selbsthilfegruppe anhalten
* bei entsprechendem Befund Überweisung in ein qualifiziertes Schlaflabor
* Wartezeiten bis zur Behandlung im Schlaflabor:
- in dringenden Fällen umgehend, sonst höchstens 6 Wochen

im Schlaflabor:
* Patienten über den Sinn und Zweck der Verkabelung informieren
* Aufklärung des Patienten über das SAS:
* Auswirkungen bei Nichtbehandlung, Folgekrankheiten usw., bei der Erstversorgung mit einem Atemtherapiegerät (nur mit Atemluftbefeuchter) bestimmt der Arzt die Kategorie: nCPAP, BiLevel, oder BiLevel ST, der Patient hat einen Anspruch auf die Wahl des Gerätes (verordnungsfähig sind nur Geräte mit einer neuen Hilfsmittelnummer)
der Patient muss eine eingehende Einweisung in / über das Atemtherapiegerät erhalten:
* Handhabung, Bedienung, Wartung, Pflege, sowie über die Wirkung und Nebenwirkungen aufgeklärt werden (die Therapie mit einem Gerät ist eine notwendiger Eingriff in die Lebensgewohnheit, um einen Erfolg zu erzielen - analog einer Operation)
* Aussuchen einer passenden und vom Patienten akzeptierten Maske mit entsprechender
Kopfbänderung und ggf. das notwendige Ausatemventil
* eingehende Einweisung zur Reinigung und Pflege des Zubehörs
* Psychologische Vorbereitung des Patienten im Hinblick auf das Leben mit einer Maske / Gerät
* dem Patienten eine Kopie der Befunde aushändigen
* Patienten wieder zu einer Selbsthilfegruppe verweisen
* dem Patienten eine Kopie der Befunde aushändigen
* notwendige Kontrolluntersuchungen einplanen und durchführen
* Rücküberweisung an den Hausarzt / Facharzt:
* diese müssen bestehende Dauermedikationen überprüfen und ggf. neu einstellen

Therapie - Beeinträchtigungen:

Folgende Krankheiten oder Ursachen können unter anderem die
Schlafapnoetherapie zum Teil erheblich beeinträchtigen:
* Atemtherapiegerät / Maske

- kein adäquates Gerät
- Druckeinstellung nicht korrekt
- BiLevel Geräte: Triggerung nicht richtig eingestellt
- BiLevel ST Geräte: Triggerung und / oder Ein-/Ausatmung (in %) nicht richtig eingestellt
- fehlender Atemluftbefeuchter
- Gerät wird zeitweise nicht benutzt
- Maske nicht passend
- Fehlende Psychologische Betreuung bei der Geräte- Erstverordnung:
- auf das Leben mit dem Gerät und der Maske

* Azidose - (Störung im Säure - Base - Haushalt)
* Bluthochdruck - nicht richtig eingestellt
* Borreliosen - (Bakterien die durch Läuse oder Zecken übertragen werden) mittels
Dunkelfelduntersuchung durch Giemsa - Färbung darstellbar
* Diabetes - nicht richtig eingestellt
* Geldrollen -Zusammenkleben der roten Blutkörperchen
* Herzrhythmusstörungen - nicht richtig eingestellt
* andere chronische Schlafstörungen (z.B. RLS, Narkolepsie)
* Epilepsien
Auszug vom:
LANDESFACHVERBAND SCHLAFAPNOE /
ATEMSTILLSTAND UND CHRONISCHE SCHLAFSTÖRUNGEN e.V.
* Der Landesfachverband Schlafapnoe des Landes Thüringen *

Tipps & Hilfe für Betroffene

Noch keine Informationen

Atemmaske

Atemmaske

Was mache ich, wenn Hautrötungen und Druckstellen auftreten?
Möglicherweise hat Ihre Maske die falsche Größe. Druckstellen können bei ungünstigem Sitz der Maske im Bereich des Nasenrückens dadurch beheben, indem man die Stellen, die mit der Haut in Berührung kommen, mit einem weichen Material (Pflaster) abklebt.
Manchmal reicht es schon aus, wenn die Kopfhalterung der Maske gelockert wird.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung anderer Maskengrößen oder –formen.

Wie reagiere ich auf Augenreizungen, die durch die entweichende Luft entstehen?
Möglicherweise ist die Maske undicht. Entweder Sie dichten die Maske zusätzlich ab oder bitten Ihr Schlaflabor um Ersatz bzw. eine andere Größe der Maske.

Was kann ich machen, wenn die eingeatmete Luft zu kalt ist?
Man kann entweder die Raumtemperatur erhöhen oder den Schlauch unter die Bettdecke legen.
Wie wird die Maske gereinigt?
Eine Reinigung der Maske soll täglich vorgenommen werden. Am besten mit Geschirrspülmittel reinigen, anschließend mit klarem Wasser abspülen und trocknen lassen. Außerdem sind die Reinigungs- und Pflegehinweise in der Gebrauchsanleitung unbedingt zu beachten.

Was macht man, wenn das Therapiegerät zu laut ist und man dadurch nicht schlafen kann?
Die modernen Therapiegeräte sind in der Regel sehr leise (unter 30 dB) und stören den Schlaf nicht mehr. Empfindet man das noch zu laut, kann man das Gerät hinter einen Gegenstand oder unter das Bett stellen.

Der gesundheitliche Domino-Effekt

Der gesundheitliche Domino-Effekt

Wenn eine Schlafapnoe nicht behandelt wird, wirkt sich dies schon bald negativ auf den gesamten Organismus aus. Dieses Kapitel verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick, welche gesundheitlichen Folgen die nächtlichen Atemaussetzer nach sich ziehen können.

Ein regelmäßiger, ruhiger Nachtschlaf ist ganz entscheidend für unsere Gesundheit. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Schlafstörungen wirken sich in weiten Bereichen negativ auf Lebensqualität und tägliches Wohlbefinden aus.

Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, zieht dies eine ganze Reihe teils gravierende Folgeerkrankungen nach sich – ähnlich wie bei einem umgestoßenen Dominostein, der automatisch weitere Steine umfallen lässt. Letztlich verkürzt eine ausbleibende Behandlung der Schlafapnoe die Lebenserwartung, das haben verschiedene wissenschaftliche Studien erwiesen.
Auswirkungen auf das Herz-/Kreislaufsystem

Besonders ernst nehmen sollten Sie die Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und das Gehirn. Die Schlafapnoe kann lebenswichtige Körperfunktionen empfindlich stören, die Folgen reichen von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzinfarkt. Außerdem erhöht sich im Alter das Risiko, im Schlaf einem plötzlichen Herztod oder Schlaganfall zu erliegen.

Einen direkten Zusammenhang gibt es auch zwischen SBAS und Bluthochdruck: Medizinische Untersuchungen zeigen, dass zwischen 50 und 70 Prozent der Apnoe-Patienten unter dauerhaft erhöhtem Blutdruck leiden. Gleichzeitig sind fast ein Drittel der Menschen mit Bluthochdruck auch von einer Schlafapnoe betroffen. Insofern kann die Schlafapnoe tatsächlich eine Ursache für Bluthochdruck sein.
Vorsicht Unfall!

Wer nicht erholsam schläft, ist tagsüber permanent müde und kann sich nicht richtig konzentrieren. Gerade im Straßenverkehr kann das fatal werden: Nach einer Untersuchung des HUK-Verbandes¹ ist das Einschlafen am Steuer die häufigste Unfallursache mit Todesfolge auf Autobahnen, und mindestens ein Viertel aller Autobahnunfälle gehen auf das Konto der Schlafapnoe.
Die möglichen Folgen der Schlafapnoe im Überblick:
Herzrhythmusstörungen
Koronare Herzkrankheit
Herzinfarkt
Herzinsuffizienz
plötzlicher Herztod
Schlaganfall
schwer oder gar nicht einstellbarer Bluthochdruck
krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen
nächtliches Nasenbluten
erektile Dysfunktion (Impotenz)
Depressive Verstimmungen, Depressionen

Neben den rein körperlichen sind auch psychische Probleme nicht zu unterschätzen. Angefangen von emotionaler Antriebslosigkeit und geistiger Erschöpfung bis hin zur Depression können SBAS die Seele und das psychische Gleichgewicht stark durcheinander bringen.

Das „Henne-Ei-Prinzip”

Keine Ursache ohne Wirkung, das ist ein Grundprinzip. Aber was war zuerst da – die eigentliche Erkrankung oder die Folge davon? Leider wird diese Frage in ärztlichen Untersuchungen oft falsch beantwortet. Die Schlafapnoe wird nicht als eigentliche Ursache für viele Erkrankungen diagnostiziert. Der wahre Auslöser bleibt im Verborgenen, stattdessen werden nur die Symptome behandelt.

Wenn Sie vermuten, dass Ihre Beschwerden vielleicht etwas mit einer nächtlichen Atmungsstörung zu tun haben – zögern Sie nicht, sich Ihrem Hausarzt oder Internisten anzuvertrauen. Denn die aktuelle Schlafforschung und -medizin kann mit Früherkennung und richtiger Behandlung sehr viel erreichen, damit Sie (sich) gesund schlafen können.

1) Quelle: HUK-Verbandsstudie
„Abschätzung des Unfallrisikos bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) durch Fahrsimulation”; Pneumologie 2002; 56: 13-18, DOI: 10.1055/s-2002-19587

Downladen von Vorlagen

Desweiteren sehen Sie zwei vorgefertigte Anträge zum beantragen einer Stromkostenerstattung bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Als Schlafapnoe-Kranker, der ein Beatmungsgerät benutzt, steht Ihnen lt. Gesetz zumindest eine pauschale Teilerstattung der Stromkosten des vergangenen Jahres zu!! Mit Doppelklick auf http://www.schlafapnoe-kassel.de/erstattungbkkdeutschland.doc bekommen Sie den entsprechenden Vordruck auf Ihren Rechner! Sollten Sie kein Mitglied bei der BKK sein, laden Sie sich den anderen Antrag mit http://www.schlafapnoe-kassel.de/erstattungkrankenkassen.doc auf Ihren Rechner!! Bei diesem so genannten downloaden (herunterladen), dürfen Sie in dem folgenden Fenster nicht auf ÖFFNEN klicken, sondern müssen den Auftrag SPEICHERN benutzen!! Hierbei ist es wichtig, sich zu merken, wo der Download auf Ihrem PC landet, denn nur so können Sie ihn wiederfinden und weiterverarbeiten!!!! Wenn Interesse besteht, können Sie sich hier auch eine Ärzteliste downloaden. Es handelt sich hierbei um Ärzte bzw. Schlaflabore in Hessen, welche mit dieser Krankheitsform vertraut sind und auf alle Fälle helfen können. Klicken Sie hier

Fragen und Antworten

Schlaf-Apnoe allgemein

Was ist Schlaf-Apnoe?
Apnoe heißt Atemstillstand. Schlaf-Apnoe bedeutet, dass es während des Schlafes zu Atemstillständen kommt, die länger als 10 Sekunden dauern. Jeder Mensch hat im Schlaf wenige und kurze Apnoen, das ist normal. Treten pro Stunde Schlaf mehr als fünf Apnoen auf, so liegt eine Schlaf-Apnoe vor.

Welche Formen von Apnoen gibt es im Schlaf?
Die Mehrzahl der Patienten leidet an einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom. Hierbei entstehen die Atempausen (Apnoen) durch einen Verschluss der oberen Atemwege infolge eines passiven Kollaps der Gewebe im Rachen. Ein relativ kleiner Teil der Patienten leidet an einem zentralen Schlaf-Apnoe-Syndrom. Im Gegensatz zu den obstruktiven Apnoen entsteht der Atemstillstand bei den sogenannten "zentralen Apnoen” nicht durch einen Verschluss der oberen Atemwege, sondern durch ein Ausbleiben der stimulierenden Impulse des Atemzentrums an die Atemmuskulatur. Die Atemwege selbst bleiben hierbei im Regelfall offen. Häufig werden während Polysomnographien so genannte "gemischte Apnoen” beobachtet. Hier beginnt die Apnoe mit einem "zentralen Teil” und geht kontinuierlich in einen "obstruktiven" Teil über. Diese Form von Apnoe entspricht weitgehend den obstruktiven Apnoen und gehört somit zum obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom.

Wie gefährlich ist Schlaf-Apnoe?
Dies ist u.a. abhängig von dem Schweregrad des obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms. Durch eine Schlaf-Apnoe erhöht sich das Risiko zu Bluthochdruck und damit deren Folgekrankheiten wie Herzerkrankung oder Schlaganfall.

Gibt es eine Schweregradeinteilung bei der Schlaf-Apnoe?
Man geht z.B. vom Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) aus und stellt fest, dass Personen mit einem AHI < 10/h einen leichtgradigen Befund haben und Patienten mit einem AHI > 40/h einen schwergradigen Befund aufweisen. Eine Definition des Schweregrades einer Erkrankung muss aber neben Messwerten immer auch die Symptome und Beschwerden der Patienten mit einbeziehen.

Was heißt AHI?
AHI bedeutet Apnoe-Hypopnoe-Index und beschreibt die Anzahl an Atemstillständen und Perioden deutlich verminderter Atemtiefe mit Sauerstoffabfall in der Stunde. Ein Beispiel: Bei 20 Apnoen und 10 Hyopnoen beträgt der AHI = 30.

Warum sind nächtliche Atempausen so gefährlich?
Durch die Apnoe sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Der Organismus wird nicht immer ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Besonders die stark sauerstoffverbrauchenden Organe wie das Gehirn und das Herz sind hiervon betroffen. Es können Herzrhythmusstörungen auftreten, der Blutdruck kann steigen (statt, wie normalerweise, im Schlaf abzusinken). Durch die wiederholten Sauerstoffabfälle "schlägt das Gehirn Alarm", der natürliche Schlafablauf wird unterbrochen (Weckreaktion). Tief- und Traumschlaf werden nicht erreicht, der Schlaf ist nicht mehr erholsam, der Betroffene ist tagsüber müde.

Welches sind die wichtigsten Folgen bei Schlaf-Apnoe?

* Schlafstörungen
* lautes Schnarchen
* extreme Tagesmüdigkeit
* sich permanent unausgeschlafen fühlen
* verminderte Leistungsfähigkeit
* Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit
* morgendlicher Kopfschmerz
* Auswirkungen auf die Körperfunktionen (Herz, Blutdruck)
* depressive Verstimmungen
* Angstzustände
* Schwindelattacken
* abnehmendes Selbstwertgefühl
* nächtliche Unruhe mit starkem Schwitzen und Nykturie (nächtliches Wasserlassen)
* Albträume
* Impotenz
* Schlafzwang
* übermäßiger Kaffeekonsum und/oder Esszwang, um die Müdigkeit zu kompensieren
* verminderte Teilnahme am sozialen Leben
* verminderte Lebensqualität

Sind Atemstillstände immer gefährlich?
Auch gesunde Menschen haben nachts gelegentlich Atempausen. Hier entscheidet die Häufigkeit und Länge der Atempausen über die Bedrohung des Gesundheitszustandes. Ab 5 Atempausen pro Stunde mit mehr als 10 Sekunden Dauer pro Atemstillstand sollte behandelt werden.

Ist Schnarchen in jedem Fall gesundheitsschädlich?
Nicht von vornherein, solange es nicht zu Atemstillständen bestimmten Ausmaßes kommt oder sich keine Veränderung der gesunden Schlafstruktur einstellt.

Wann ist das Risiko zu einer obstruktiven Schlaf-Apnoe erhöht?
Patienten mit Übergewicht sind besonders gefährdet. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter. Übermäßiger Alkoholkonsum und stark beruhigende Medikamente (auch Schlafmittel) sind zu vermeiden.

Ist Schlaf-Apnoe heilbar?
Bei einem leichtgradigen obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom kann es gelingen, z. B. durch eine deutliche Gewichtsreduktion oder durch operative Eingriffe am Rachen bzw. am Kiefer, tatsächlich eine Heilung zu erzielen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur für einen sehr kleinen Teil der Patienten. Für die weit überwiegende Mehrheit steht nur eine symptomatische Therapie, z. B. im Sinne einer nasalen CPAP-Therapie, zur Verfügung.

Was ist ein Arousal?
Es handelt sich um eine sogenannte "Not”- oder "Schutz”-Weckreaktion des Körpers aufgrund eines Sauerstoffmangels im Blut – verursacht durch Atemstillstände. Hierdurch wird der Schlaf unterbrochen. In den meisten Fällen merkt der Betroffene gar nichts davon.

___________________________________________________________________________________________________________________________
Schlaf-Apnoe-Diagnose

Wie wird Schlaf-Apnoe diagnostiziert?
Wichtig ist die Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese). Berichte vom Bettpartner beobachten. Schnarchen lässt häufig den Verdacht auf eine Schlafapnoe zu. Erhöhtes Körpergewicht und Erhöhung des Halsumfanges sprechen überdies für diese Diagnose. Weitere typische Symptome wie Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung am Tage und bei Männern Potenzstörungen erfassen. Die weitere Diagnostik sollte dann durch eine ambulante Untersuchung mit einfachen Messmethoden erfolgen. Hier kann mit ausreichender Sicherheit eine Ausschlussdiagnose erfolgen. Bei der Messung eines Apnoe-Hypopnoe-Index von über 10 pro Stunde sollte immer eine Untersuchung im Schlaflabor erfolgen.
__________________________________________________________________________________________________________________________

Schlaf-Apnoe-Therapie

Was heißt nCPAP?
Unter nCPAP (nasal continuous positiv airway pressure = nasaler kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck) wird eine Therapie verstanden, bei der durch ein Therapiegerät ein positiver Luftdruck in den Atemwegen aufgebaut wird. Die Höhe des Drucks wird zuvor im Schlaflabor für jeden Patienten individuell ermittelt und am Therapiegerät fest eingestellt.

Was verbirgt sich hinter APAP bzw. auto-CPAP?
Einige Patienten mit obstruktiver Schlaf-Apnoe weisen einen stark schwankenden Druckbedarf auf. Hier können "auto-CPAP-Geräte" oder auch "intelligente CPAP-Geräte" weiterhelfen. Sie erkennen zu jedem Zeitpunkt, ob sich eine Obstruktion aufbaut und greifen rechtzeitig steuernd, d.h. mit einer Druckerhöhung, ein, um den Verschluss der Atemwege zu verhindern.

Was ist Bi-Level?
Bi-Level ist eine spezielle Beatmungsform bei der Therapie der Schlaf-Apnoe und wird bei Patienten mit ständig hohen Druckwerten eingesetzt. Bi heißt zwei, d.h., es gibt 2 unterschiedliche Druckniveaus. Während der Ausatmung ist der Druck niedriger als in der Einatemphase. Die Gesamtdruckbelastung wird dadurch geringer.

Wie häufig sollte das Gerät benutzt werden?
Jede Nacht, es gibt keine Ausnahme. Ansonsten wird kein erholsamer Schlaf erzielt.

Warum haben manche Patienten speziell angefertigte Masken?
Für den Effekt der nächtlichen Beatmung ist der gute Maskensitz von größter Bedeutung. Wenn in Einzelfällen die serienmäßig angebotenen verschiedenen Maskenmodelle nicht passen, muss anhand eines Gipsabdruckes eine spezielle Maske angefertigt werden.

Bekommt man mit der Nasenmaske genügend unverbrauchte Luft zum Einatmen?
An oder kurz hinter der Maske befindet sich ein "Ausatemventil”. Hierbei handelt es sich entweder um ein luftdurchlässiges Porenmaterial, um einen Ringschlitz oder ein einfaches Loch, aus dem die ausgeatmete Luft garantiert entweichen kann. Selbst mit einer Mund-Nasenmaske kann ganz normal ausgeatmet werden.

Welche Nebenwirkungen können bei der CPAP-Therapie auftreten?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind durch die Maske hervorgerufene Druckstellen im Gesicht, Fließschnupfen, trockene Nase oder/und trockener Mund, Reizung der Augenbindehaut durch Zugluft, Druckgefühl über den Nasennebenhöhlen und gegebenenfalls Luftübertritt in den Magen. Die meisten der erwähnten Nebenwirkungen können durch eine bessere Maskenanpassung oder/und den Einsatz eines Atemluftbefeuchters behoben werden. Bei einem empfindlichen Magen kann über eine auto-CPAP-Therapie nachgedacht werden, da hier der mittlere Therapiedruck niedriger liegt.

Was hilft gegen eine ausgetrocknete Nase?
Abhilfe kann ein Atemluftbefeuchter verschaffen, der die Luft anfeuchtet und damit das Austrocknen der Schleimhäute verhindert.

Die eingeatmete Luft ist zu kalt.
Die Eigenwärme der Patienten erhöht die Lufttemperatur um 5° C. Wenn es immer noch zu kalt ist, kann der knicksichere Schlauch einfach unter die Bettdecke gelegt werden.

Kann man sich durch die nCPAP-Behandlung erkälten?
Nein. Allerdings klagen einige Patienten über Beschwerden bei der Einatmung kalter Luft. Hier hilft eine Erwärmung der Einatemluft.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gerätegebrauch

Wie häufig ist das Gerät zu reinigen?
Die Maske, das Ausatemventil und der Anfeuchter sollten täglich gereinigt werden. Die Kopfbefestigung sollte in dem Rhythmus, in dem der Patient auch seine Nachtwäsche wechselt, gewaschen werden. Schlauchverbindungen sollten mindestens einmal im Monat gereinigt werden. Eine Übersicht zu den Details erhalten Sie vom Hersteller, ansonsten ist alles in der Gebrauchsanweisung angegeben.
__________________________________________________________________________________________________________________________________

Bestellhinweise/Kostenübernahme

Kann das Gerät direkt beim Hersteller bestellt werden?
Hersteller vertreiben die Therapieprodukte oft nicht direkt, sondern über speziell geschulte Fachhändler. Der für Sie zuständige Fachhändler übernimmt die gesamte Versorgung und ist stets bei Fragen zum Gerät oder zum Zubehör für Sie da. Auch wenn es um Bestellungen geht, sollten Sie sich generell an Ihren Fachhändler wenden, i.d.R. finden Sie auf Ihrem Gerät einen Aufkleber mit dem Hinweis, welcher Fachhändler Sie berät.
___________________________________________________________________________________________________________________________________

Wer übernimmt die Kosten der Schlaf-Apnoe-Therapie?
Die Kosten werden, wenn ärztlicherseits die Notwendigkeit bescheinigt ist, von den Krankenkassen getragen. Lediglich einige Privatversicherungen tragen die Kosten nur zum Teil oder gar nicht, sofern die nCPAP-Therapie in den Versicherungsverträgen nicht ausdrücklich erwähnt ist. Dennoch übernehmen die meisten Privatversicherungen die Therapiekosten auf dem Kulanzweg.

Merkblatt Schlafapnoe und operative Eingriffe

Merkblatt Schlafapnoe und operative Eingriffe

Es ist bekannt, dass Schlafapnoe ein erschwerender Faktor bei der Anästhesie sein kann. Es ist auch bekannt, dass der Anästhesist, wenn ihm bei dem für eine Operation vorzubereitenden Patienten eine Schlafapnoe bekannt ist und er geeignete Maßnahmen zur Offenhaltung der Atemwege ergriffen hat, die mit der Anwendung der Anästhesie bei diesen Patienten verbundenen Risiken bedeutend reduzieren kann.

Obgleich es bisher keine klinischen Untersuchungen bezüglich Anästhesie bei Schlafapnoe-Patienten gegeben hat, zeigt die klinische Erfahrung die besondere Problematik der Anästhesie bei diesen Patienten. Der Grund für mögliche Probleme ist in der Natur des Schlafapnoe-Syndroms zu suchen, das durch wiederholte Obstruktionen der oberen Atemwege gekennzeichnet ist. Bekanntlich kann das Schlafapnoe-Syndrom auch von Aufweckreaktionen und arterieller Sauerstoffentsättigung begleitet werden.

Die Narkose unterdrückt die Muskelaktivität der oberen Atemwege und kann deshalb die Atmung durch Verschluss der oberen Atemwege zusätzlich beeinträchtigen, das heißt dass die Anzahl und Dauer der Apnoen sich erhöhen und die arterielle Sauerstoffsättigung sich reduzieren kann. Darüber hinaus verhindert die Narkose die Weckreaktionen, die während des normalen Schlafs eintreten. Die auf die Schlafapnoe gerichtete Aufmerksamkeit sollte sich in der nachoperativen Phase fortsetzen, weil durch die andauernd schmerzstillenden und die Atmung dämpfenden Effekte des Narkosemittels Schwierigkeiten auftreten können, ebenso wie mit einigen Schmerzmitteln.

Bei der Erkrankung Schlafapnoe ist es deshalb anzuraten, solche Patienten noch für einige Stunden nachdem ihnen die letzte Dosis Narkotikum, Opiate oder Beruhigungsmittel verabreicht wurden in der Intensivmedizin überwachen zu lassen, jedenfalls länger als es Patienten benötigen, die keine Schlafapnoe haben. Am besten wäre es, wenn die Schlafapnoe-Patienten noch über eine volle Schlafperiode intensiv überwacht würden. Deswegen scheint in vielen Fällen auch die ambulante Operation für Schlafapnoe-Patienten ungeeignet zu sein.

Bei der voroperativen Bewertung und physischen Untersuchung des Patienten muss der Anästhesist die voroperative Medikation, z. B. die Beruhigungsmittelgabe sehr sorgfältig planen, da diese, ebenso wie die Narkose, die Muskeltätigkeit der oberen Atemwege unterdrückt. Während der Operation selbst gilt die erste Sorge des Anästhesisten der Offenhaltung der Atemwege.

Die Aufwachphase aus der Narkose kann für Schlafapnoe-Patienten ebenfalls problematisch sein. Bei Patienten, die zur Behandlung der Schlafapnoe operiert wurden, können die Atemwege durch Schwellung und Entzündung verengt sein. Es kann auch Schwellungen der oberen Atemwege im Zusammenhang mit In- oder Extubation geben. Wenn in der postoperativen Phase Narkotika gegeben werden müssen, ist eine geeignete Überwachung von Sauerstoffsättigung, Luftzufuhr und Herzrhythmus notwendig, weil narkotische Schmerzmittel Apnoen herbeiführen oder ihre Zahl vergrößern können, was zu Atemstillstand führen kann. Die die Operation begleitende Sorgfalt muss sich in der postoperativen Phase fortsetzen.

Viele Patienten brauchen postoperative Intubation und ein Beatmungsgerät, bis sie vollständig wach sind. Patienten die bereits ein nCPAP-Gerät anwenden, sollten es auch in der postoperativen Phase benutzen, wobei der Beatmungsdruck ständig überwacht werden sollte damit er den Erfordernissen immer individuell angepasst ist.

Dies führt zu dem Schluss, dass Schlafapnoe-Patienten solange unter Überwachung bleiben sollen, bis sichergestellt ist, dass ihre Atmung nicht eingeschränkt ist. Es ist also im Interesse der betroffenen Patienten, dass die Anästhesisten der Schlafapnoe weitestgehend Rechnung tragen und mit äußerster Umsicht die Anästhesie vorbereiten und bei Operation und Nachbehandlung begleiten.

(Quelle: American Sleep Apnea Association, 2003)

Schlafapnoe und Blutspenden

Schlafapnoe und Blutspende
Der DRK -Blutspendedienst Nordhrein-Westfalen hat im Jahr 1999 ein Faltblatt herausgegeben, in dem über Risiken von Schlafapnoe-Patienten und deren grundsätzliche Eignung als Blutspender Auskunft gegeben wird. Nachstehend veröffentlichen wir den entsprechenden Text:
"Aufgrund der bei Ihnen vorliegenden Diagnose müssen wir Sie zu Ihrem eigenen Schutz leider auf die Dauer von der Blutspende zurückstellen.

Bei der Schlafapnoe wird eine Regulationsstörung in der Sauerstoffversorgung des Gehirns angenommen. Im Rahmen der Blutspende wird einem Spender mit den 500 ml Blut auch eine gewisse Anzahl roter Blutkörperchen entnommen, die den Sauerstoff zu allen Organen unseres Körpers transportieren. Im ungünstigsten Fall könnte daher bei einer bereits vorliegenden Störung der Versorgung eines Organs bei einem Blutspender durch die Spende selbst ein Schaden entstehen.

Da uns das Wohlergehen unserer Spender sehr am Herzen liegt, wir auch durch Richtlinienvorgaben dazu angehalten sind, dürfen wir keinen Spendewilligen zur Blutspende zulassen, für den die Spende mit einem erhöhten Risiko verbunden sein könnte.“

Schlafhygiene

Schlafhygiene

Im Folgenden möchte ich Ihnen noch einige allgemeine Ratschläge zur Schlafvorbereitung an die Hand geben:

* Genehmigen Sie sich eine wirkliche Erholungspause nach den Aktivitäten des Tages (Spaziergang, Lesen, Musikhören, Entspannungsübungen).
* Ritualisieren Sie Ihre Zu-Bett-Geh-Phase: Kräutertee, Milch, ein Bad (Baldrian, Melisse, Lavendel), Tagebuch - ein Ausklang des Tages, der Ihnen Harmonie gibt. Aufgaben und Probleme für den nächsten Tag notieren, dann kommen Ihnen die Gedanken »nicht auf die Bettdecke« !
* Gestalten Sie Ihr Schlafzimmer so, daß Sie sich behaglich fühlen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ambiente, gesunde Matratze).
* Gehen Sie möglichst immer zur selben Zeit zu Bett, auch am Wochenende. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
* Folgen Sie den Signalen Ihres Körpers, und gönnen Sie ihm die Erholung, wenn er sie fordert. Nicht den »toten Punkt« überwinden!
* Essen Sie abends (nach 21 Uhr) nichts Schweres, Fettes oder Scharfes. Das regt den Magen, den Darm und das Gehirn an.
* Vermeiden Sie abends Kaffee (anregend), Alkohol (wirkt schlaferzwingend wie Barbiturate, stört aber den Schlafrhythmus und vermindert den Tiefschlaf) und Nikotin (gefäßverengend).
* Keinen Sport am späten Abend. Spätestens 4 Stunden vor dem Schlafengehen! Keine körperlichen Hochleistungen, das wirkt ebenfalls anregend für Körper und Seele und beeinträchtigt den Schlaf erheblich.
* Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden: Kein Mittagsschlaf!
* Beruhigende oder Schlafmedikamente nur in akuten Krisensituationen! (Sie beeinträchtigen den natürlichen, erholsamen Schlafablauf durch Unterdrücken der wichtigen REM-Phasen.)
* Bereiten Sie das Aufstehen so vor, daß Sie sich darauf freuen können (Wecker nicht auf die letzte Minute, ein gutes Frühstück vorbereiten).
* Nehmen Sie sich für morgens etwas Schönes vor!
* Schlafen Sie mit einem schönen Gedanken ein!
Gefunden bei:
http://www.schlafmedizin.de/information/ratgeber/selbsthilfe/schlafhygie...

Stromkostenerstattung

Vorname Name

Straße, Hausnummer

PLZ Ort

Mitgliedsnummer

Geburtsdatum

An die

Ort, Datum

Antrag auf Erstattung der Betriebskosten für ein Therapie-Gerät bei:
Schlafapnoe / chronischen Schlafstörungen / Atemstillstand

Geräte-Hersteller:

Typ Nr. :

Leistung (Watt):

Betriebsstunden:

Hiermit beantrage ich die Erstattung der Betriebskosten nach Pauschalsystem bzw.
nach den tatsächlichen Kosten aufgrund der Betriebsstunden des Gerätes.
Mit freundlichen Grüßen

Ich bitte um Überweisung auf mein Konto:
Konto-Inhaber: ........................................................................
Konto-Nummer: ........................................................................
Bankleitzahl: .........................................................................
Bank/Sparkasse: ..........................................................................

Stromkostenerstattung anderer Krankenkassen

Absender: Datum:

An

Beantragung der laufenden Stromkosten für die tägliche Benutzung meines Atemtherapiegerätes

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bundessozialgericht ist mit Urteil vom 06.02.1997 (Landesstrom-Urteil) zu dem Schluss gekommen, dass „ ... so weit zum Betrieb eines Gerätes, das als Hilfsmittel geleistet wird, auch eine Energie-versorgung gehört, ... diese ebenfalls von den Krankenkassen zu übernehmen.." sei.

Da bisher keine bundeseinheitlichen Werte bezüglich der Stromkosten von Atemtherapiegeräten (CPAP usw. ) vorlagen, wurde von mir auch noch kein entsprechender Erstattungsantrag bei Ihnen gestellt.

Erst durch die MDK Projektgruppe "Schlafapnoe" wurde im Oktober 1998 eine Arbeitshilfe für Krankenkassen und MDK Gutachter geschaffen, die unter Punkt 2.9.4 - Stromkosten - die durchschnittlichen Jahreskosten auf ca. 50 € bis 60 € beziffert.

Ich benutze mein Atemtherapiegerät seit dem ……………… regelmäßig und bitte Sie deshalb um Erstattung der Stromkosten als Pauschale.

Bitte überweisen Sie auf mein Konto bei der

BLZ: ……...…...……………….

Konto - Nr.:………………………..

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Stromkostenerstattung der BKK

Name: ............................ Datum: ..........................................

Vorname: ............................

Adresse: ....................................
....................................

BKK Deutschland
Abt. Hilfsmittel

Fax.: 0511 – 9667 760

Antrag auf Stromkostenerstattung für CP AP - Gerät

Zeitraum: .....................................
Versicherten-Nummer der Krankenversicherungskarte: ................................................

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem .............................. habe ich ein CPAP - Gerät, welches ich dauernd benutze.

Ich beantrage für die Zeit vom ..................... bis .................... die Erstattung der
Stromkostenpauschale auf mein Konto:

Konto Nr.:...................................................

BLZ.: .....................................................

Name der Bank:...................................................

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Tips für gesunden Schlaf

Tips für gesunden Schlaf

Einhalten eines regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus durch:

* Konstante späte Zubettgehzeit
* Konstante Aufstehzeiten am Morgen, unabhängig vom Zeitpunkt
des Einschlafens (auch am Wochenende bzw. Urlaub!)
* Möglichst kein Tagesschlaf (wenn, dann regelmäßig)
* Insgesamt Verkürzen der Bettzeit

Schaffen einer positiven Einstellung zum Schlafengehen:

* Nur bei Müdigkeit zu Bett gehen
* Entspannungsübungen
* Schaffen von Schlafritualen (z.B. ein glas Milch trinken)
* Aufstehen bei quälender Schlaflosigkeit (aber nichts aktivierendes
unternehmen, sondern z. B. im Dunkeln Musikhören)
* Keine Ausübung von mit Schlaf unvereinbaren Tätigkeiten im Bett
(z. B. Essen, Arbeiten, etc.), sexuelle Aktivitäten ausgenemmen
* Nachts möglichst nicht auf die Uhr schauen und damit Schlafstörungen
an bestimmte Zeiten binden (i.S. eines Lernprozesses)

Allmähliche Verringerung der geistigen und körperlichen
Anspannung vor dem Zubettgehen durch:

* Regelmäßige körperliche Aktivität am Tag (mögl. vormittags)
* Entspannungsübungen
* Entspannende Schlafrituale (z.B. warmes Bad nehmen)
* Keine anstrengenden körperlichen oder geistigen Tätigkeiten vor dem
Zubettgehen

Äußere und innere Störquellen ausschalten durch:

* Lärmdämmung
* Angenehme Temperatur (z. B. 16°C)
* Wecker umdrehen oder unters Bett stellen
* Vermeiden von Koffein, Nikotin, Alkohol und schweren Mahlzeiten
am späten Nachmittag und Abend
* Wenn Schlafmittel nötig sind, dann nicht länger als 3 Wochen
und nicht jede Nacht einnehmen

nach "Grünes Rezept"

gefunden bei:
http://www.schlafmedizin.de/information/ratgeber/selbsthilfe.html

Tips für Urlaub-Freizeit-Camping- Reisen, Safari Stromausfall uva

In den letzten Monaten habe ich einige Anfragen zum Thema Sicherheit, Urlaub, Camping usw. erhalten.
Ich bin nicht für die genannten Hersteller tätig und bekomme auch nichts von diesen.

Nach etwas Suchen im Internet bin ich auch fündig geworden:

Stromausfall:

Netzausfall-Alarmierung - Ein Gerät welchen mit einem CPAP-Gerät an einer Steckdose betrieben wird.
Bei Stromausfall gibt es einen Alarmton von bis zu 100db lt. Hersteller ab.
Einsatzmöglichkeiten; zur Überwachung von Tiefkühltruhen, Heizungssteuerungen, Pumpen usw.

Ich durfte das Gerät ausprobieren habe auch noch Unterlagen hier

Anbieter:
Firma A.Baumann
Am Leuchtturm 43
27628 Sandstedt
Tel: 04702 / 1397
Fax 04702 / 920291
joerg.baumann@gmx.de

Preis um 70,-€
-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Holinger Solar AG. Wattwerkstr., 4416 Bubendorf, hilft Apnoikern im Outback, in Berghütten und auf dem See, mit Solarstrom vom elektrischen Netz unabhängig zu werden:
www.holinger-solar.ch
gefunden bei:Selbsthilfe-Gruppe Schlafapnoe
Nordwestschweiz

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Bürstenfabrik Erzinger AG in 8820 Wädenswil stellt Schlauchbürsten (sogenannte Putzer), speziell für den Druckschlauch der Apnoe-Geräte in Durchmesser, Faserstärke und Spiralsteigung her. Lieferung engros an Lungenligen, Schlafkliniken und Arztkliniken zum Wiederverkauf
www.erzinger.ch
gefunden bei: Selbsthilfe-Gruppe Schlafapnoe
Nordwestschweiz

--------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wie kann ich mein
nCPAP- oder BiLevel - Gerät
ohne Netzanschluss
unterwegs betreiben ?
gefunden bei:Selbsthilfe-Gruppe Schlafapnoe
Nordwestschweiz

Anschluß einer 2. Batterie im Auto / Bus/ Boot

http://www.schlafapnoe-selbsthilfe.ch/cms/index.php?id=46

Ursachen und Folgen

Schlafstörung erhöht Risiko für Schlaganfall

* Startseite <
* Ursachen und Folgen <

Schlafstörung erhöht Risiko für Schlaganfall
Sieben Stunden Schlaf pro Nacht müssten ausreichen, sagt der Schlafforscher Jürgen Zulley. Wer dann immer noch müde ist, muss sich fragen, ob er gut schläft. Der Professor, der auch Leiter der Akademie für gesunden Schlaf ist, hält die Qualität des Schlafes für entscheidend. Nach Zulleys Studien leiden viele Menschen unwissentlich an Schlafproblemen und häufig werde auch in Medizinerkreisen der Zusammenhang mit Herzinfarkten, Schlaganfällen, Bluthochdruck und Depressionen unterschätzt.

Selbst Kinder seien häufiger betroffen als angenommen. Tragisch sind die Folgen meist dann, wenn jemand am Steuer sitzt. Bei Autobahnunfällen ist laut Zulley der Sekundenschlaf häufiger die Ursache als Alkohol. Nach Schätzungen des Schlafforschers leiden mehr als 42 Prozent der Deutschen an Schlafstörungen, gut 37 Prozent schnarchen, was auch eine Form von Schlafstörung ist. Zulley erklärt das häufigere Schnarchen von Männern im Vergleich zu Frauen mit anatomischen Gegebenheiten.

Übergewichtige seien ebenfalls deutlich häufiger betroffen. Es ist zudem nachgewiesen, dass 60 Prozent aller Schlaganfallpatienten unter der so genannten Schlafapnoe (Atemstillstände) leiden. Das sind längere Atempausen beim Schlafen, die zu Sauerstoffmangel führen.

Am gefährlichsten ist die obstruktive Schlafapnoe, wo die Atemaussetzer länger als zehn Sekunden dauern. Das Schnarchen ist die Folge einer übermäßigen Erschlaffung der Rachenmuskulatur, die die Atemwege einengt oder gar verschließt. Wenn die nächtlichen Ellenbogenstupser der Ehefrau nicht mehr helfen, empfiehlt Zulley, sich beim Arzt für 25 Euro einem Risikotest zu unterziehen, der per Atemmessschlauch und Drucksensor zu Hause im eigenen Bett erfolgen kann. Schwere Schnarcher erfahren Abhilfe mit einem Gerät, das per Überdruckbeatmung den Rachen offen hält.

(Autorin: Gabriele Rettner-Halder, Mitarbeiterin der SHG „Schnarchen und Schlafapnoe“, Quelle: SHG „Schnarchen und Schlafapnoe“ Ludwigshafen Vorderpfalz)

Schnarcher kosten zwei Lebensjahre

Schnarcher kosten zwei Lebensjahre
Wer einen Partner hat, der schnarcht, und mit diesem seine Nächte verbringt, verliert auf seine Lebenszeit gerechnet etwa zwei Jahre seines Schlafs.

Das hat eine Studie ergeben, die von der britischen Gesellschaft für Schlafapnoe vorgestellt worden ist, berichtet die Online-Agentur Ananova.

Im Durchschnitt werden danach Menschen durch ihre schnarchenden Partner pro Nacht um zwei Stunden ihres Schlafs gebracht, so die Studie. Dauert eine Partnerschaft 24 Jahre, so ergibt sich das errechnete Schlafdefizit.

Frauen verlieren auf diese Weise weit mehr Schlaf, da die meisten Schnarcher männlich sind. Viele Frauen gaben bei einer Umfrage zudem an, dass durch das ständige Schnarchen und das eigene Schlafdefizit auch ihr Sexualleben beeinträchtigt sei. 85 Prozent schließlich waren überzeugt davon, dass ihre Beziehung schöner verliefe, wenn ihr Partner nicht schnarchte.

(Quelle: Ärzte Zeitung vom 10.04.2007)

Schnarchen als Beziehungskiller

Frauen gehen oft zu gutmütig mit "sägenden" Männern um

Auch Frauen brauchen ihren Schlaf, doch wenn schnarchende Männer dies unmöglich machen kann das schnell das Ende einer Beziehung bedeuten. Ein englisches Forscherteam der University of Surrey www.surrey.ac.uk/ analysiert derzeit in einer breit angelegten Studie das Schlafverhalten von Paaren und hat nun erste Ergebnisse bekannt gegeben, berichtet die BBC. Demnach besteht das zentrale Problem vieler Paare darin, dass Frauen viel zu nachsichtig auf das Schnarchen ihrer Partner reagieren und so auf bis zu fünf Stunden Schlaf in der Woche verzichten. Dadurch werden nicht nur die Leistungen am Arbeitsplatz, sondern auch die Fahrtüchtigkeit und die Fitness der Frauen stark beeinträchtigt.

Das Forscherteam hat bis jetzt 25 Paare eingehend analysiert und kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass bei einigen Paaren die Männer den schnarchenden Part übernehmen, während bei manchen Paaren auch die Frauen diese Verhaltensweise an den Tag legen. Männer realisieren dies jedoch meist nicht, da sie einen viel tieferen Schlaf haben als Frauen. Frauen hingegen werden durch das Schnarchen der Männer leicht aufgeweckt, reagieren dann jedoch nicht auf das Verhalten ihrer Männer, um deren Schlaf nicht zu stören. "Frauen akzeptieren das Schnarchen der Männer, um das zu tun, was das Beste für ihre Männer ist. Meist hören sie dem Schnarchen nur zu oder stören ihren Partner gegebenenfalls nur so leicht, dass dieser zu schnarchen aufhört, jedoch nicht aufwacht. Manche Frauen wechseln auch das Zimmer, um Ruhe zu finden. Sogar wenn das Paar Kinder hat, fahren Sie mit dieser Gewohnheit fort. Frauen sollten jedoch das Recht auf eine ganze Nacht voller Schlaf einfordern", erklärte Sue Venn, Mitglied des Forscherteams.

Denn umgekehrt gehen die Männer mit ihrer besseren Hälfte weit weniger behutsam um. Das Gros der Männer weckt ihre Partnerin ganz einfach auf, konnten die Forscher feststellen. "Männer, die durch ihre schnarchenden Frauen geweckt werden, zeigen eine höhere Bereitschaft dem Schnarchen ihrer Frauen durch einen Schubs oder durch Wachrütteln ein Ende zu bereiten", so die Experten. Darüber hinaus sind die Frauen meist beschämt über ihr Schnarchen und es ist ihnen peinlich, sich dieses Verhalten einzugestehen. "Frauen glauben, dass es nicht "Lady-like" ist zu Schnarchen", erklärte Melissa Hack, Vorsitzende der British Sleep Society, www.sleeping.org.uk/.

Für das Beziehungsleben der Paare kann das Schnarchen eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen, erklärten die Experten. "Schnarchen hat einen katastrophalen Effekt auf die Beziehung und führt nicht selten zur Trennung", resümiert Hack. Dabei ist es so einfach gegen das Schnarchen vorzugehen. Schnarchen ist prinzipiell nur eine einfache Vibration, die während des Schlafens durch die Erschlaffung der Muskeln in der hinteren Kehle entsteht. Begünstigt wird das Schnarchen noch zusätzlich durch Übergewicht, durch die Stellung des Kiefers und durch die eigene Anatomie der Atemwege. Durch eine Reduktion des Alkohol- und Zigarettenkonsums, durch eine geänderte Schlafstellung oder durch spezielle Mundschienen, welche die Muskeln stützen und so das Schnarchen verhindern, kann das Problem schon wesentlich reduziert werden, erklärten die Experten.

(Quelle: Helmut Himmighoffen, Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstörungen Rhein-Main)

erschienen in Schlafapnoe Aktuell, Heft 25

Schnarchen als Beziehungskiller

Frauen gehen oft zu gutmütig mit "sägenden" Männern um

Auch Frauen brauchen ihren Schlaf, doch wenn schnarchende Männer dies unmöglich machen kann das schnell das Ende einer Beziehung bedeuten. Ein englisches Forscherteam der University of Surrey www.surrey.ac.uk/ analysiert derzeit in einer breit angelegten Studie das Schlafverhalten von Paaren und hat nun erste Ergebnisse bekannt gegeben, berichtet die BBC. Demnach besteht das zentrale Problem vieler Paare darin, dass Frauen viel zu nachsichtig auf das Schnarchen ihrer Partner reagieren und so auf bis zu fünf Stunden Schlaf in der Woche verzichten. Dadurch werden nicht nur die Leistungen am Arbeitsplatz, sondern auch die Fahrtüchtigkeit und die Fitness der Frauen stark beeinträchtigt.

Das Forscherteam hat bis jetzt 25 Paare eingehend analysiert und kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass bei einigen Paaren die Männer den schnarchenden Part übernehmen, während bei manchen Paaren auch die Frauen diese Verhaltensweise an den Tag legen. Männer realisieren dies jedoch meist nicht, da sie einen viel tieferen Schlaf haben als Frauen. Frauen hingegen werden durch das Schnarchen der Männer leicht aufgeweckt, reagieren dann jedoch nicht auf das Verhalten ihrer Männer, um deren Schlaf nicht zu stören. "Frauen akzeptieren das Schnarchen der Männer, um das zu tun, was das Beste für ihre Männer ist. Meist hören sie dem Schnarchen nur zu oder stören ihren Partner gegebenenfalls nur so leicht, dass dieser zu schnarchen aufhört, jedoch nicht aufwacht. Manche Frauen wechseln auch das Zimmer, um Ruhe zu finden. Sogar wenn das Paar Kinder hat, fahren Sie mit dieser Gewohnheit fort. Frauen sollten jedoch das Recht auf eine ganze Nacht voller Schlaf einfordern", erklärte Sue Venn, Mitglied des Forscherteams.

Denn umgekehrt gehen die Männer mit ihrer besseren Hälfte weit weniger behutsam um. Das Gros der Männer weckt ihre Partnerin ganz einfach auf, konnten die Forscher feststellen. "Männer, die durch ihre schnarchenden Frauen geweckt werden, zeigen eine höhere Bereitschaft dem Schnarchen ihrer Frauen durch einen Schubs oder durch Wachrütteln ein Ende zu bereiten", so die Experten. Darüber hinaus sind die Frauen meist beschämt über ihr Schnarchen und es ist ihnen peinlich, sich dieses Verhalten einzugestehen. "Frauen glauben, dass es nicht "Lady-like" ist zu Schnarchen", erklärte Melissa Hack, Vorsitzende der British Sleep Society, www.sleeping.org.uk/.

Für das Beziehungsleben der Paare kann das Schnarchen eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen, erklärten die Experten. "Schnarchen hat einen katastrophalen Effekt auf die Beziehung und führt nicht selten zur Trennung", resümiert Hack. Dabei ist es so einfach gegen das Schnarchen vorzugehen. Schnarchen ist prinzipiell nur eine einfache Vibration, die während des Schlafens durch die Erschlaffung der Muskeln in der hinteren Kehle entsteht. Begünstigt wird das Schnarchen noch zusätzlich durch Übergewicht, durch die Stellung des Kiefers und durch die eigene Anatomie der Atemwege. Durch eine Reduktion des Alkohol- und Zigarettenkonsums, durch eine geänderte Schlafstellung oder durch spezielle Mundschienen, welche die Muskeln stützen und so das Schnarchen verhindern, kann das Problem schon wesentlich reduziert werden, erklärten die Experten.

(Quelle: Helmut Himmighoffen, Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstörungen Rhein-Main)

erschienen in Schlafapnoe Aktuell, Heft 25

Wichtige Adressen

Wichtige Adressen

Hier finden Sie eine Liste mit Selbsthilfegruppen, die bei Schlafstörungen weiterhelfen können: www.lundbeck.de/01_betroffene/01_04_09_03.html

Ein Verbund der Selbsthilfegruppen zum Thema Schlafapnoe ist der Bundesverband Schlafapnoe Deutschland (BSD):

Bundesverband Schlafapnoe Deutschland (BSD) e.V.
Hans Joachim Schneider
Sprecher des BSD
Turnierstr. 5
55218 Ingelheim
Tel. 06132/41393
Fax. 06132/799734
www.bsd-web.de/

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) ist eine Fachgesellschaft, die sich mit Schlafforschung, Therapiemethoden der Schlafmedizin und der Akkreditierung von Schlaflaboren befasst. Sie finden auf den Internetseiten fundierte Informationen zu Schlaf, Schlafstörungen und vielem mehr. Außerdem hält die DGSM eine Liste mit Selbsthilfegruppen bereit.

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
Prof. Dr. Thomas Penzel
Klinikum der Philipps-Universität Marburg
Baldingerstraße
35033 Marburg
www.dgsm.de

Die Deutsche Lungenstiftung ist auf Initiative von Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 1994 gegründet worden und bietet vielfältige Informationen für Patienten zum Herunterladen oder Bestellen sowie praktische Tipps für den Alltag.

Deutsche Lungenstiftung
Geschäftsstelle:
Herrenhäuser Kirchweg 5
30167 Hannover
Tel: 0511 / 21 55 110
Fax: 0511 / 21 55 113
E-Mail: deutsche.lungenstiftung@t-online.de
Internet: http://www.lungenstiftung.de

Die Deutsche Narkolepsie-Gesellschaft hilft Menschen, die an einer Erkrankung der Schlaf-Wach-Regulierung leiden.

Deutsche Narkolepsie-Gesellschaft e. V.
www.dng-ev.de

Schlafapnoe e. V.
Deutschlands Patientenorganisation Schlaf
Schlafapnoe e. V. organisiert seit Jahren Patientenveranstaltungen zum Thema Schnarchen - Schlafstörungen - Schlafapnoe. Über 100 Dozenten haben den Verein bisher unterstützt.
Am Burgholz 6
42349 Wuppertal
Tel. 0202 40 89 17
Fax 0202 40 87 646
info@schlafapnoe-online.de
www.schlafapnoe-online.de

Auf der Internetseite www.schlafgestoert.de finden Sie Wissenswertes rund um das Thema Schlafstörungen, damit verbundene Krankheiten und Therapiemöglichkeiten. Weiterhin finden Sie unter www.schlafgestoert.de/Wohilfe/seitewohilfe.html wertvolle Tipps zur Selbsthilfe und eine Liste mit Selbsthilfegruppen.

Internetforen zu verschiedenen Themen rund um das Thema Schlaf finden Sie unter:
www.schlafkampagne.de/schlaf-forum/index.php