Erkennen

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie auch an Schlafapnoe leiden? Die folgende Liste mit typischen Symptomen kann Ihnen einen ersten Anhaltspunkt geben. Ob Sie tatsächlich zur Gruppe der Schlafapnoiker gehören, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt klären.

Merkmale der Schlafapnoe - Symptome:

* Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
* Ständige Müdigkeit
* Einschlafzwang am Tag
* Verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit
* Konzentrationsschwäche
* Nervosität, Gereiztheit
* Kopfschmerzen
* Albträume
* Depressionen
* Sexuelle Störungen, Impotenz
* Bettnässen bei Kindern
* Schwindelanfälle
* Persönlichkeitsänderungen
* Nächtliches Schwitzen
* und vieles mehr

Gehören Sie zu den Betroffenen oder haben Sie beruflich oder in Ihrem Umfeld mit Schlafapnoikern zu tun? Dann informieren Sie sich z.B. beim Hausarzt, Pneumologen (Lungenarzt), HNO, den Selbsthilfegruppen auf der Webseite des VdK-Fachverbands Schlafapnoe/Chronische Schlafstörungen!

Schlaf-Apnoe-Syndrom, Schlafapnoe-Syndrom, Schlafapnoesyndrom, Schlafapnoe, SAS Definition

Schlaf-Apnoe-Syndrom, Schlafapnoe-Syndrom, Schlafapnoesyndrom, Schlafapnoe, SAS
Definition

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist eine Störung der Schlaf-Wachregulation und gekennzeichnet durch Atemstörungen während des Schlafs. Es kann zu Atempausen kommen, die etwa zehn bis dreißig Sekunden andauern und mehr als zehnmal pro Stunde Schlaf auftreten. In Deutschland leiden ca. 800.000 Menschen unter dem Schlaf-Apnoe-Syndrom. Besonders betroffen sind Männer ab dem 40. Lebensjahr, die zudem unter Übergewicht leiden.

Ursachen

In Abhängigkeit der Ursachen wird das Schlaf-Apnoe-Syndrom in zwei große Gruppen unterteilt: Zum einen können die Atemwege durch eine Verengung behindert sein (obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom, OSAS). Dies geschieht beispielsweise im Rahmen von vergrößerten Rachenmandeln, Veränderungen der Nasenscheidewand, einer anlagebedingt vergrößerten Zunge etc. Im weiteren Verlauf verkümmert die Schlundmuskulatur und die Atmung wird noch stärker behindert.
Zum anderen kann die Atmung durch eine Störung in den übergeordnete Atemzentren im Gehirn (im verlängerten Rückenmark) oder aufgrund von Erkrankungen der Lunge, des Herzens oder der Muskulatur beeinträchtigt werden.
Verhältnismäßig ist jedoch die obstruktive, verengende Atemstörung mit etwa 90 Prozent der Fälle der wichtigere ursächliche Faktor.

Symptome

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom zeichnet sich nachts durch lautes, unregelmäßiges Schnarchen und plötzliche Atemaussetzer aus, denen ein geräuschvolles, heftiges Luftschnappen folgt. Während der Atempausen sinkt die Herzfrequenz und der Sauerstoffgehalt des Blutes nimmt ab. Der Kohlendioxidgehalt des Blutes steigt hingegen. Diese Steigerung löst eine verstärkte Atemarbeit aus, die zu einer reflexbedingten Aufweckreaktion mit Öffnung der Atemwege und einem lauten Schnarchgeräusch führt. Herzschlag und Sauerstoffsättigung normalisieren sich wieder bis zum nächsten Aussetzer. Als Folge der nächtlichen Atemaussetzer leiden die Betroffenen tagsüber unter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit und Leistungsbeeinträchtigung, da der natürliche Schlafzyklus erheblich gestört wird, obwohl der Patient selbst nachts nichts von den Aussetzern bemerkt. Auch Kopfschmerzen treten auf, sowie eine erhöhte Reizbarkeit und Potenzstörungen. Langfristige und gefährliche Folgekrankheiten sind Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns.

Diagnostik

Da der Betroffene selbst oft nichts über sein nächtliches Schlafverhalten aussagen kann, ist eine Partnerbefragung sinnvoll. Wird ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vermutet, kann sich der Patient einer ambulanten Schlafüberwachung unterziehen, die einem Langzeit-EKG vergleichbar ist. Eine Einweisung in ein Schlaflabor kann wichtig sein, um u.a. Schnarchgeräusche, Herz- und Atemfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung des Blutes zu messen. Anhand dieser gemessenen Werte kann eine geeignete, weitere Behandlung angeordnet werden.

Auswirkungen

Die Auswirkungen des Schlaf-Apnoe-Syndroms sind vielfältig und differenziert. Sie reichen von Beeinträchtigungen des Tagesablaufs, die sich in Unkonzentriertheit, Müdigkeit, plötzlichen Schlafattacken während monotoner Tätigkeiten und erhöhter Reizbarkeit äußern, bis zu höchst gefährlichen Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck sowie einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns aufgrund der Atemstillstände. Herzinfarkte und Schlaganfälle sind demnach häufige Todesursachen von Schlaf-Apnoe-Patienten.

Therapie

Anfangs steht die Behandlung der Grunderkrankungen bzw. die Vermeidung und das Ausschalten der begünstigenden Risikofaktoren im Vordergrund.
Da insbesondere übergewichtige Personen betroffen sind, ist eine Gewichtsabnahme in den meisten Fällen schon sehr hilfreich. Ebenso sollte auf Reizstoffe wie Alkohol, Nikotin und den Genuss von fettem Essen kurz vor dem Schlafengehen verzichtet werden. Um einen optimalen Schlafrhythmus zu gewährleisten, sollte man auf regelmäßigen und vor allem ausreichenden Schlaf achten. Ebenso ist eine Änderung der Schlafposition angezeigt. So ist die Seitenlage der Rückenlage vorzuziehen; auch eine Hochlagerung des Oberkörpers wirkt sich günstig aus. Bei schweren Fällen können zusätzlich zu diesen Maßnahmen Medikamente angeordnet werden. Vor allem Theophyllin, das allerdings nur für eine gewisse Zeit eine geeignete Wirkung erzielt, ist hierbei angezeigt.
Bestehen organische Probleme, wie z.B. vergrößerte Gaumenmandeln, so können auch operative Maßnahmen in Betracht kommen, bei den meisten Patienten ist allerdings eine Atemmaske das Mittel der Wahl. Über diese Maske werden die Patienten nachts mit einem Druck beatmet, der gewährleistet, dass die Atemwege im Schlaf nicht kollabieren. Es sind derzeit zwei Gruppen von Atem- bzw. Nasenmasken auf dem Markt: Zum einen reichen bei den meisten Betroffenen die nCPAP-Masken (nasale continous positive airway pressure) aus, bei denen ein gewisser Druck für die Einatmung eingestellt wird.
Manche Patienten erfordern allerdings zwei speziell eingestellte Atemdrücke - jeweils für die Ein- und Ausatmung. Dieses System wird BIPAP (bilevel positive airway pressure) bezeichnet.
Falls diese nächtliche Beatmungsbehandlung nicht ausreicht, können spezielle Kieferschienen helfen, die die Atemwege offen halten. Weitere Möglichkeiten bieten kieferchirurgische Verfahren.

Prophylaxe

Als Vorbeugung gegen das Schlaf-Apnoe-Syndrom sind eine Gewichtsabnahme, der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Schlafmittel, regelmäßige, ausreichende Schlafenszeiten, Schlafen in Seitenlage und das Vermeiden von schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen zu nennen. Die Einhaltung dieser Maßnahmen führt schon zu einer Verringerung der Schlafstörungen. Da über 80 Prozent der Betroffenen übergewichtig sind, ist eine Gewichtsreduzierung sicherlich ein erster Schritt, um dieser Erkrankung vorzubeugen.

Bemerkungen

Leitlinieninformationen sind unter folgender URL zu finden:
http://www.awmf-leitlinien.de/.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie unter: http://www.dgsm.de/.

Literatur:
Checkliste Innere Medizin, Thieme (2003); Checkliste Pneumologie, Thieme (2000); Neurologie, Springer, 2. Auflage (2006); Innere Medizin, Urban & Fischer, 3. Auflage (2003); Innere Medizin, Herold (2008).

ac/aa/kr/rm; aktualisiert: 03/2008

Glossar

A
APAP

Als APAP (auch autoCPAP) bezeichnet man die automatische Zufuhr eines Luftstromes, der an die individuelle Atmung des Patienten angepasst ist.
ApneaLink

ApneaLink ist ein handliches und sehr effizientes Gerät, um schlafbezogene Atmungsstörungen zuverlässig festzustellen. ApneaLink wird ganz einfach zuhause angewendet, die erfassten Daten liefern einen individuellen und eindeutigen Risikoindikator.
Apnoe

Der medizinische Ausdruck für den Atemstillstand. „Apnoe” kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Windstille”
Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)

Anzahl der Apnoen und Hypopnoen pro Stunde, im Verhältnis zueinander und Messgröße für den Schweregrad der Schlafapnoe
Apnoeindex (AI)

Anzahl der Apnoen pro Stunde
Arousal

Bei der Schlafapnoe kommt es während des Schlafes zu Atemaussetzern, die vom Gehirn registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden werden.
Atmung

Unter Atmung (lat.: Respiration) versteht man allgemein den aeroben, das heißt Sauerstoff verbrauchenden Abbau (Dissimilation) von Stoffen. Dieser Abbau dient der Energiegewinnung, gleichzeitig wird Kohlendioxid abgegeben.
nach oben
B
Bilevel

Als Bilevel-Therapie bezeichnet man das Therapieverfahren, bei dem die Luft über die Atemmaske in zwei verschiedenen, fest eingestellten Druckstufen zugeführt wird. Dies ist besonders bei Patienten mit hohem Druckbedarf erforderlich.
Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist international definiert als Erhöhung des Blutdrucks auf mindestens 140/90 mmHg. Bei 90 Prozent der Betroffenen lässt sich keine Ursache für die erhöhten Blutdruckwerte feststellen. Man spricht von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Bei den übrigen zehn Prozent ist die Hypertonie eine Folge von bestimmten Grunderkrankungen oder Medikamenten (sekundäre Hypertonie).
nach oben
C
Cheyne-Stokes-Atmung (CSA)

Bei der Cheyne-Stokes-Atmung handelt es sich um eine periodische Apnoe, also Atemstillstände in gleichmäßigen Abständen. Deshalb wird diese Atmung auch als periodische oder zyklische Atmung bezeichnet. Dabei kommt es zu einem regelmäßig wiederkehrenden An- und Abschwellen der Atmung: Die Atemzüge werden immer flacher und flacher, bis sie nach einer Atempause von manchmal mehr als zehn Sekunden wieder tiefer werden, bis hin zu äußerst angestrengten Atemzügen. Zusätzlich kann sich dabei auch die Atemfrequenz verändern.
CPAP

Die CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure) ist eine intensivmedizinische Beatmungsform, bei der die eigene Atmung des Patienten notwendig ist. CPAP gehört zu den rein spontanen Ventilationsformen. Das heißt, das Gerät steuert die Atmung nicht, sondern unterstützt sie: Es wird ein kontinuierlicher Luftstrom zugeführt, der eine Art „Säule” in den oberen Atemwegen bildet und somit ein Verschließen der Atemwege verhindert.
nach oben
D
Depression

Depression ist eine Erkrankung, die mit Niedergeschlagenheit sowie körperlichen und psychischen Störungen einhergeht. Das können beispielsweise Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Verdauungsstörungen sein. Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression – in Deutschland sind das etwa vier Millionen Menschen.
Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Es werden hauptsächlich zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und hat seine Ursache in einer Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes betrifft dagegen meist ältere Menschen. Er beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin.
Dyspnoen

Dyspnoe (auch: Dispnoe) ist der medizinische Fachausdruck für Atemnot oder Luftnot, einen Zustand von Luftmangel, den ein Kranker in Ruhe oder bei leichter Belastung empfindet. Die beschleunigte Atmung im Rahmen körperlicher Anstrengung wird von gesunden Menschen meist nicht als Luftnot empfunden und beschrieben.
nach oben
E
Entsättigung

Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut.
Epworth Schläfrigkeitsskala (ESS)

Die Epworth Sleepiness Scale (ESS) ist ein Kurzfragebogen zur Erfassung der Tagesschläfrigkeit, in dem die Wahrscheinlichkeit für das Einnicken bzw. Einschlafen in acht typischen Alltagssituationen erfragt wird. Er kann allgemein bei Schlafstörungen, speziell bei Hypersomnien, eingesetzt werden. Mit dem Fragebogen wird die subjektiv erlebte Tagesschläfrigkeit erfasst, und er dient als Hinweis für das Vorliegen einer Hypersomnie. Darüber hinaus eignet er sich auch zur Verlaufs- bzw. Erfolgsmessung (z.B. bei CPAP-Patienten)
nach oben
F
Flusslimitierung, Flusslimitation (FL)

Unter Flusslimitierung versteht man den teilweisen Verschluss der oberen Atemwege, der in der Regel vor dem Schnarchen bzw. einer Apnoe auftritt. Sie ist oftmals das erste Zeichen für das bevorstehende Kollabieren der Atemwege.
nach oben
H
Herzinfarkt

Der Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens. Eine in der Humanmedizin gebräuchliche Abkürzung ist AMI (acute myocardial infarction). Es handelt sich um Absterben oder Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung (Ischämie), die in der Regel länger als 20 Minuten andauert.
Herzinsuffizienz (CHF)

Herzinsuffizienz ist ein in der Medizin häufig gebrauchter Begriff und beschreibt das Unvermögen des Herzens, im Blutkreislauf die vom Körper benötigte Blutmenge zu fördern.
Herzrhythmusstörung

Unter einer Herzrhythmusstörung (einer Arrhythmie) versteht man eine Störung der normalen Herzschlagfolge, verursacht durch nicht regelrechte Vorgänge bei der Erregungsbildung und -leitung im Herzmuskel.
Hypersomnie

Der Begriff bedeutet „übermäßiges Schlafen”. Die Betroffenen leiden unter einem gesteigerten Schlafbedürfnis, fühlen sich aber am nächsten Tag trotzdem müde und erschöpft.
Hypopnoe

Verminderung der Atemfrequenz und folgender Entsättigung von mindestens drei Prozent.
Hypoxie

Als Hypoxie bezeichnet man einen Sauerstoffmangel im Blut oder im Gewebe von Organismen. Das vollständige Fehlen von Sauerstoff wird als Anoxie bezeichnet.
nach oben
I
invasiv

In der medizinischen Diagnostik oder Therapeutik werden solche Methoden als invasiv (Vase) bezeichnet, die in den Körper oder ein Körpergefäß eindringen, also z.B. eine Biopsie oder ein Abstrich der Nasenschleimhaut.
nach oben
K
Koronare Herzkrankheit (KHK)

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels aufgrund verengter Herzkranzgefäße. Wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, nimmt er Schaden und es entstehen Schmerzen in der Brust (Angina pectoris). Vor allem bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens durch körperliche oder seelische Belastungen kommt es zu den Beschwerden. Bei manchen KHK-Patienten können die Schmerzen auch nur gering sein oder ganz ausbleiben.
nach oben
M
Mundleckagen

Wenn die Atem-Maske nicht richtig sitzt, können Leckagen auftreten – eine Austrocknung der Nasen- und Mundschleimhaut.
nach oben
N
nCPAP

Englische Abkürzung für nasal continuous positive airway pressure. Es beschreibt die Zufuhr von Luft durch die Nase.
nicht-invasiv

In der medizinischen Diagnostik oder Therapeutik werden solche Methoden als nicht-invasiv bezeichnet, die nicht in den Körper oder ein Körpergefäß eindringen, also z. B. eine Sonographie- oder Röntgenuntersuchung – aber auch die CPAP-Therapie
nach oben
O
Obstruktion

Als Obstruktion wird der Verschluss der oberen Atemwege beim Einatmen bezeichnet, das Hauptsymptom der obstruktiven Schlafapnoe.
Obstruktive Schlafapnoe (OSA)

Die OSA ist eine Atmungsstörung mit Verschluss der Luftwege. Dazu kommt es, wenn beim Einatmen der Rachen so sehr verengt wird, dass keine Luft mehr hindurch strömen kann. Die Ursache für diesen Verschluss sind stark erschlaffte Muskeln im Mund- und Rachenraum.
nach oben
P
Polygraphie (PG)

Die Polygraphie ist eine ambulante Untersuchung des Schlafes einer Person. Dabei werden Atemfluss, Schnarchgeräusche, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Puls, Körperlage sowie Bauch- und Brustbewegung aufgezeichnet.
Polysomnographie (PSG)

Die Polysomnografie, auch Polysomnographie, stellt die umfangreichste Untersuchung des Schlafes einer Person dar. Mit dieser Technik werden mehrere unterschiedliche Körperfunktionen kontinuierlich während der ganzen Nacht überwacht. In der Regel geschieht dieses stationär in einem Schlaflabor. Mit Hilfe der Aufzeichnungen kann ein individuelles Schlafprofil erstellt werden, das fast immer eine präzise Diagnose von Schlafstörungen ermöglicht.
nach oben
R
Rapid Eye Movement (REM)

Rapid Eye Movement (auf deutsch „schnelle Augenbewegung”) ist eine Schlafphase, die unter anderem durch Augenbewegungen und lebhaftes Träumen gekennzeichnet ist.
REM-Schlaf

Der REM-Schlaf wird auch Traumschlaf genannt und zeichnet sich durch eine drastische Abnahme der Muskelspannung und eine faktische Lähmung aus. Weitere charakteristische Merkmale sind eine unregelmäßige Atmung, eine erhöhte Herzfrequenz und schnelle Augenbewegungen. Während dieses Stadiums kommt es zu lebhaften Träumen, die eine komplexe Symbolik aufweisen.
Ruhelose-Beine-Syndrom (RLS)

Ruhelose-Beine-Syndrom, auch Restless-Legs-Syndrom (RLS) genannt, ist eine neurologische Erkrankung mit Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen (selten auch in den Armen), häufig einhergehend mit unwillkürlichen Bewegungen.
nach oben
S
Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS)

Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) ist der Überbegriff für die verschiedenen möglichen Formen von Atmungsstörung, die während des Schlafs auftreten können. Dazu zählt vor allem die obstruktive Schlafapnoe (OSA), die etwa 80 Prozent der SBAS ausmacht.
Schlafapnoe

Die Schlafapnoe ist ein Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie eine Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist.
Schlafstörungen

Schlafstörungen, ungenau auch als Schlaflosigkeit bezeichnet, sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten. Sie werden eingeteilt in Schwierigkeiten beim Einschlafen, Störungen des Durchschlafens, Vorzeitiges Erwachen, Übermäßiges Schlafen (Hypersomnie), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlaflosigkeit (Insomnie, Asomnie), Schlafwandeln (Mondsucht, Somnambulismus), Albträume.
Schlaganfall

Der Schlaganfall (Apoplex) ist – nach Herzerkrankungen und Lungenkrebs – die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, ein Fünftel der über 65-Jährigen ist davon betroffen. Auslöser ist ein plötzlicher Gefäßverschluss oder eine Blutung im Bereich des Gehirns.
Schnarchen

Mit Schnarchen bezeichnet man ein knatterndes Geräusch, das in den oberen Atemwegen eines schlafenden Menschen erzeugt wird. Schnarchen oder Rhonchopathie heißt auch die durch das Geräusch hervorgerufene Schlafstörung. In der Schlafmedizin spricht man auch vom Upper Airway Resistance Syndrom (UARS), bei dem im Gegensatz zum obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSAS) nur ein zeitweiliger Verschluss der oberen Atemwege vorliegt, der aber ebenso zu Hypoxie (Sauerstoffmangel) führen kann, ebenso wie zu Arousals (Aufweckreaktionen) und in Folge zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen. Mit zunehmendem Alter schnarchen rund 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen. Bei jüngeren Menschen liegen diese Zahlen erheblich niedriger.
Screening

Screening ist der englische Begriff für „Voruntersuchung”. Ein Risiko-Screening bedeutet die Ermittlung des individuellen Krankheitsrisikos für die jeweilige Krankheit.
Sekundenschlaf

Sekundenschlaf ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Müdigkeitsattacken. Hierbei handelt es sich um ein ungewolltes Einnicken für mehrere Sekunden.
nach oben
U
Überdruckbeatmung

Auch CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure) genannt, ist eine intensivmedizinische Beatmungsform, bei der die eigene Atmung des Patienten notwendig ist. CPAP gehört zu rein spontanen Ventilationsformen. Das heißt, das Gerät steuert die Atmung nicht, sondern unterstützt sie: Es wird ein kontinuierlicher Luftstrom zugeführt, der eine Art „Säule ” in den oberen Atemwegen bildet und somit ein Verschließen der Atemwege verhindert.
nach oben
Z
Zentrale Schlafapnoe

Die Atemaussetzer werden durch das Gehirn gesteuert. Der vom Gehirn ausgehende Reflex, die Atmung während des Schlafes fortzusetzen, bleibt aus. Syndrome mit ausschließlich zentralen Apnoen sind sehr selten, weniger als zehn Prozent aller Patienten sind davon betroffen.
nach oben

Schlafstörungen Definition

Schlafstörungen
Definition

Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafstörungen zählt achtzig verschiedene Formen und Ursachen für beeinträchtigten Schlaf. Diese lassen sich grob nach ICD-10 in sechs Gruppen einteilen:
Ein- und Durchschlafstörungen (G47.0), Krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis (G47.1), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (G47.2), Schlafapnoe (G47.3), Narkolepsie/Kataplexie (G47.4) und Sonstige (G47.5).
Ungefähr jeder vierte Deutsche bräuchte eine Behandlung wegen einer Schlafstörung, ein Viertel aller Verkehrsunfälle ereignen sich aufgrund von Schläfrigkeit und knapp drei Millionen Bundesbürger nehmen regelmäßig Schlafmittel ein.
Die Häufigkeit von Schlafstörungen steigt mit dem Alter an. Etwa die Hälfte aller Menschen über 65 Jahre leidet an einer Schlafstörung.

Ursachen

Zu den wichtigsten Ursachen - v.a. von Ein- und Durchschlafstörungen - zählen sicherlich psychische bzw. soziale Probleme. Ängste und Sorgen, das "Gedankenkreisen", sind fast jedem Menschen als Schlafverhinderer bekannt.
Häufig sind auch körperliche Erkrankungen für veränderte Schlafgewohnheiten verantwortlich. Schlafstörungen sind eine der häufigsten Begleitsymptome bei Krankheiten fast aller Art.
Leicht nachvollziehbar ist auch die Störung des Schlafes durch psychiatrische Erkrankungen wie etwa Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen. Überhaupt spielen Genussmittel wie Alkohol oder Rauchen eine große Rolle in der Entstehung mangelhaften Schlafs, ebenso Medikamente und Drogenmissbrauch. Der Schlaf kann jedoch auch ohne ersichtlichen Grund schwer gestört sein. Ursachen für solche "reinen" Schlafstörungen werden noch erforscht.
Sogenannte Parasomnien, d.h. Aktivitäten wie Schnarchen, Zähneknirschen, ständige Bewegungen (z.B. beim Restless-legs-Syndrom), Alpträume, Schlafwandeln etc. verhindern ebenfalls einen erholsamen Schlaf.
Eine Sonderstellung nimmt das Schlafapnoesyndrom ein, welches zu starker Tagesmüdigkeit führt, da während des Schlafs häufiger kurze Atemstillstände auftreten. Betroffen sind in der Regel übergewichtige, männliche "Schnarcher".
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können durch jegliche Form von konstanter Veränderung der Schlafenszeit hervorgerufen werden. Unter solchen sind Schlafprobleme wegen Schichtarbeit, langen Flugreisen (Jet-Lag), gewohnheitsmäßige Verlagerung der Schlafphasen nach hinten (Nachtmensch) oder vorne (Frühaufsteher) zu verstehen.
Sehr selten sind Schlafkrankheiten wie die Narkolepsie und Kataplexie, Schlafanfälle und Dämmerzustände tagsüber bzw. Sturzanfälle bei emotionalen Ereignissen. Hier sind wahrscheinlich Hirnstoffwechselveränderungen zuständig. Ebenso beim äußerst seltenen Kleine-Levin-Syndrom, bei dem es zu tagelangen Schlafphasen mit anschließenden Essattacken kommt.

Symptome

Schlafstörungen können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Ein Teil der Erkrankten (v.a. Schlafapnoepatienten) bekommt von der eigentlichen Schlafbeeinträchtigung nichts mit, beklagt aber ihre Folgen wie Tagesmüdigkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Leistungsschwäche oder Kopfschmerzen.
Vielen wird aber besonders nachts ihre Störung quälend bewusst, weil sie nicht einschlafen, öfter aufwachen oder den Schlaf zu früh beenden.
Von Einschlafstörungen spricht man, wenn jemand beim Versuch einzuschlafen regelmäßig über eine halbe Stunde wach liegt, von Durchschlafstörungen, wenn er regelmäßig vor Ablauf von sechs Stunden von selbst aufwacht.
Das wichtigste Symptom von Schlafstörungen und letztendlich bestimmend für ihre Diagnose sind allerdings die Folgen, wie oben beschrieben. Schlafbedürfnis und -gewohnheit sind starken individuellen Schwankungen unterworfen und es kann durchaus sein, dass sich jemand mit fünf Stunden Schlaf pro Tag hervorragend fühlt.

Diagnostik

Für die Diagnose ist es ratsam, zunächst organische Ursachen und psychiatrische Erkrankungen als Ursache der Schlafstörung auszuschließen.
Bei einer leichten Schlafstörung kann das Führen eines so genannten Schlafprotokolls dem Arzt helfen, ungünstige Schlafgewohnheiten und -bedingungen aufzudecken. Zur Bestimmung der Art von Schlafstörung können Fragebögen eingesetzt werden.
Bei schweren Schlafstörungen, etwa mit starker Schläfrigkeit am Tage, ist die Einweisung in ein Schlaflabor sinnvoll. Dort schläft der Betroffene unter Beobachtung von Ärzten.
Zur genauen Abklärung der Störung der einzelnen Schlafphasen kann u.a. die Messung der Gehirnströme mittels Elektroenzephalographie (EEG) vorgenommen werden.

Auswirkungen

Bei schweren und mittelgradigen Schlafstörungen kann es zu stärkeren Leistungs- und Konzentrationsschwächen kommen. Neigt der Betroffene dazu, am Tag einzuschlafen, kann dies zu außerordentlichen Gefahren wie etwa zum sogenannten Sekundenschlaf beim Autofahren führen. 25% der Verkehrsunfälle passieren aus diesem Grund.
Langzeitschäden durch Schlafstörung sind nicht zu erwarten, in der Regel erholt sich der Schlafgestörte nach Beseitigung seines Leidens innerhalb kurzer Zeit vollständig.
Die Einnahme von Schlafmitteln sollte nur auf Anraten eines Arztes erfolgen, da diese Medikamente oft süchtig machen.

Therapie

Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich nach deren Ursachen. Liegt eine organische Erkrankung zugrunde, wird diese vorrangig behandelt. In diesem Sinne muss z.B. auch das Schlafapnoesyndrom spezifisch behandelt werden, zunächst durch Gewichtsreduktion, dann durch weiterführende Maßnahmen.
Bei leichteren Schlafstörungen empfiehlt sich zur Verbesserung des Schlafs die optimale Gestaltung des Schlafumfelds und das Erlernen einer Entspannungstechnik wie etwa autogenes Training. Bleibt die Störung auch nach Vermeidung ungünstiger Schlafgewohnheiten bestehen, kann auch eine psychologische Begleitung das Leiden mindern.
Die Nutzung der Heilpflanzen Baldrian, Hopfen, Lavendel oder Melisse als Tropfen, als Tee oder auch als Bad vor dem Einschlafen kann, am besten nach ärztlicher Verordnung, eine Verbesserung der Beschwerden bewirken.
Bei schweren Schlafstörungen und hohem Leidensdruck kann die Gabe von schlafanstoßenden Medikamenten, wie z.B. Chloralhydrat oder Zoplicon, kurzfristig unterstützend wirken. Benzodiazepine sollten aufgrund der Suchtgefahr und Nachwirkungen allenfalls kurzzeitig genutzt werden.

Prophylaxe

Zur Vorbeugung von Schlafstörungen sollten v.a. auslösende Faktoren im Alltag vermieden werden. Auf Alkohol, Koffein, Nikotin, Sport oder größere Mahlzeiten sollte etwa vier Stunden vor dem Zubettgehen verzichtet werden. Kleine Milchproduktmahlzeiten können allerdings förderlich wirken.
Reizüberflutung in den Abendstunden, wie etwa langes Fernsehen - vor allem bei Kindern - sollte vermieden werden. Auch das Weglassen von Tagesschlaf, wie z.B. dem Mittagsschlaf, kann sich günstig auswirken. Die Einhaltung eines regelmäßigen Schlafrhythmus, auch am Wochenende, begünstigt einen gesunden Schlaf.
Der Schlafgestörte sollte darauf achten, das Schlafumfeld optimal zu gestalten (dunkel, lärmgeschützt, aufgeräumt) und andere Tätigkeiten (lesen, fernsehen, essen) möglichst in einem anderen Raum vorzunehmen. Das Bett sollte nicht Lebensraum sondern Schlafraum sein.

Bemerkungen

Die Internetanschrift der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung lautet: http://www.dgsm.de/.
Weitere Anschriften:
http://www.schlafmedizin.de.
Informationen zu Selbsthilfegruppen finden Sie unter:
http://www.schlafstoerungen-online.de/.

Literatur:
Berger, M., Riemann, D. (Hrg.): Handbuch des normalen und gestörten Schlafs. Berlin: Springer 1992; Checkliste Neurologie, Grehl/Reinhardt, Thieme, 3. Aufl., 2005; Neurologie, Poeck/Hacke, Springer, 12. Aufl., 2006; Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Gesenhues, Urban & Fischer, 4. Aufl., 2003.

cr/ib;mb; aktualisiert: 11/2007

Schnarchen schädigt das Gehirn

Schnarchen schädigt das Gehirn

Starkes mit Atemaussetzern verbundenes Schnarchen, die so genannte Schlafapnoe, sollte man nicht als lästiges Übel abtun. Nicht nur ist die Schlafqualität bei den Betroffenen deutlich herabgesetzt, die Apnoe hat auch langfristige gesundheitliche Folgen. So wurde nun eine Schädigung des Gehirns bei starken Schnarchern festgestellt.

Neurobiologen der Universität in Los Angeles verglichen Magnetresonanztomogramme der Hirnaktivität von 43 Schlafapnoikern mit denen von gesunden Kontrollpersonen. Dabei stellten sie fest, dass die Mamillarkörper bei den Schnarchern um bis zu 20 Prozent kleiner waren als bei den Vergleichspersonen. Mamillarkörper sind paariger Erhebungen am Boden des Zwischenhirns. Sie gelten als Schaltstelle des limbischen Systems. "Diese Erkenntnis ist ziemlich wichtig, denn auch Patienten, die aufgrund anderer Syndrome wie Alkoholismus oder Alzheimer an Gedächtnisverlust leiden, weisen eine derartige Degeneration der Mamillarkörper auf", kommentiert Studienleiter Rajesh Kumar den Befund in "Neuroscience Letters". Verantwortlich für den Gewebeverlust bei den Mamillarkörpern ist den Studienautoren zufolge wahrscheinlich die mit einer Schlafapnoe einhergehende regelmäßige Sauerstoffunterversorgung im Gehirn. Sie führt auf Dauer zum Absterben von Zellen und begünstigt zudem die Entstehung von Entzündungen. Der Zusammenhang soll in weiteren Studien näher untersucht werden. Auch wollen die Wissenschaftler testen, ob die Gabe von hoch dosiertem Vitamin B1, die bei alkoholsmusbedingtem Gedächtnisverlust durchgeführt wird, der Hirnschädigung bei Schlafapnoe entgegen wirken kann. Generell sei es sehr wichtig, die Atemstörung so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu therapieren.

Quelle: Kumar, R. et al.: Neurosci. Lett. 438 ( 3), 330-334 (2008).

Was bedeutet Schlafapnoe

Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) ist ein Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist. Die etymologisch korrekte Aussprache ist "Apno-ë" (griechischer Wortstamm), während Ärzte auch häufig den Begriff zu "Apnö" eindeutschen.

Die Atemstillstände führen zu einer Sauerstoff-Unterversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers), die von den Betroffenen jedoch meist nicht bewusst wahrgenommen werden. Die Folge der Aufweckreaktionen ist ein nicht erholsamer Schlaf, was zu der typischen, ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt. Das Schlafapnoe-Syndrom zählt zu den Dyssomnien und somit zu den medizinisch bedeutsamen Schlafstörungen.

- Artikel Schlafapnoe-Syndrom. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. März 2008, 08:33 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schlafapnoe-Syndrom&oldid=4328... (Abgerufen: 6. März 2008, 00:50 UTC)

Schlafapnoe ist eine im öffentlichem Bewustsein noch recht neue und daher wenig bekannte aber nichtsdestotrotz tückische Krankheit. Auf unseren Seiten wollen wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand geben, um zu lernen, wie man mit dieser Krankheit umgehen kann und welche Anlaufstellen es dazu in unserer Region gibt.

Was passiert im Schlaflabor?

Was passiert im Schlaflabor?

Das Ambulante Schlafzentrum hat sich auf die Untersuchung und Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen und Schlafstörungen aller Art spezialisiert. Durch eine entsprechende Gestaltung der Schlafumgebung bleibt trotz aufwendiger Diagnostik das Schlafverhalten so natürlich wie möglich. Im Schlafzentrum wird teilstationär behandelt, d.h. die Patienten werden am Abend aufgenommen und am nächsten Morgen wieder entlassen. Die Begleituntersuchungen erfolgen ambulant, so daß die berufliche Tätigkeit des Patienten nicht unterbrochen wird.

Folgende Störungen können im ambulanten Schlafzentrum erkannt und behandelt werden:

* Ein- und Durchschlafstörungen
* Schnarchen mit atempausen
* diverse Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen
* Restless-legs-Syndrom
* schlafbezogene Atmungsstörungen
* Epilepsie
* Abklärung bei Depressionen
* Klärung unklarer Tagesmüdigkeit
* Aktometrie
* Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
* Bewegungsstörungen

Diagnostik/Erstgespräch:
Der Mensch im Mittelpunkt -
die Technik im Hintergrund!

* Ein- und/oder Durchschlafstörungen?
* Früherwachen?
* Zeitdauer? (über 3 Monate?)
* Richtungsweisend für das Schlafapnoesyndrom (SAS): Schnarchen? – Atempausen? – Tagesmüdigkeit? – Cephalgie? - Adipositas? – Hypertonie

Abklärung der Grunderkrankungen:

Neurologische: dissoziierte Schlaf- Wachstörung, Depressionen, Narkolepsie, Restless legs, hirnorganische Veränderungen
Internistische: Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen mit nächtlichen Ischämien, pulmonologische Erkr. und Asthma, immunologische Erkr., Hypertonie? Peptisches Ulcus, Gastroösophagaler Reflux
HNO: obstruktive Erkr., NNH, Otitis
Psychiatrische: Depressionen mit Morgentief, Aufwachstörungen, Psychosen
Allgemeine: Bruxismus, Enuresis, Alkohol- Drogen, Lärmbelästigung, Schichtarbeit, Zeitzonenwechsel, Angsterkrankungen.

Therapie:

* Grundleiden behandeln
* Informationen zur Schlafhygiene geben (Alkohol – Gewichtsabnahme)
* Entspanungsverfahren
* Psychotherapie
* Pflanzliche Mittel zur Schlafförderung (Baldrian)
* Sonstige Mittel (Melatonin? Kurzzeitig Benzo. usw., Antidepressiva, Neuroleptika)

Procedere SAS:

Interdisziplinäre Abklärung: Neurologe - HNO – Pulmonologe – Allgemeinmedizin erf.
Neurologie: EEG DOPPLER MESAM MSLT (multipler Schlaflatenztest) projektive Tests (FPI? KAI ? Abend- Morgenprotokoll) 1-2x Screening (z.B. Mesam o.ä) zyklische Entsättigungen unter 90%? Apopnoeindex ? 1-2x Polysomnographie ambulant mit Einstellung auf nCPAP wenn erforderlich. Einübungsphase für Patienten zu Hause 6-8 Wochen, danach Verschreibung eines Gerätes, jährlich 1-2x Schlaflaborkontrolle wenn Drucktitrierung nötig, evtl. auch 6 monatliche Kontrollen (MESAM) zu Hause wenn komplikationsloser Verlauf.

http://www.schlafmedizin.de/

Der Ablauf im Schlaflabor

Unter diesem Link könnenSie einen Ablauf in einem Schlaflabor als Bilderstory sehen.

Bildgeschichte von der Kliniken der Stadt Köln Schlafmedizinisches Zentrum Köln-Merheim

Pierre Beier, der Zivildienstleistende im Schlafmedizinischen Zentrum (SMZ) hat es erkannt, viele Patienten würden gerne wissen, wie so der normale Durchlauf bei einer Erstdiagnose und Behandlungen bei einem typischen Schlafapnoepatienten im Schlaflabor aussieht. Verbal erklären kostet viel Zeit und geschrieben ist es meistens nicht mehr verständlich.

Er kam auf die gute Idee eine Fotoserie in Form eines Fotoromans zu erstellen und diesen in den Wartebereich des SMZ auszulegen. Der Patient kann sich dann in Ruhe das "Bilderbuch" ansehen und im Bedarfsfall bei seinem Gespräch mit dem Arzt oder Schlafwächter gezielt fragen. Wir finden die "Patienteninformation Schlaflabor" gelungen.

Hier im Internet haben Sie die Möglichkeit, sich schon einmal ein Bild darüber zu machen, wie der Standarddurchlauf bei einer Schlafapnoe-Behandlung ist. In diesem Fotoroman werden die einzelnen Schritte von der Ankunft, über die Diagnose, bis hin zur Therapieeinstellung und Überprüfung an einem Fallbeispiel beschrieben.

Sie werden sehen, es ist alles relativ einfach und übersichtlich. Sie brauchen keine Angst vor einer Untersuchung in einem Schlaflabor haben. Und zur Beruhigung einiger Zweifler, es können weder Gedanken noch Träume sichtbar gemacht werden. Ratsam ist es auch, wenn es sich zeitlich einrichten lässt, vor einer Schlaflaboruntersuchung zu einem Patientenseminar zu gehen. Dort wird Ihnen erklärt und an Beispielen erläutert, was gemessen wird und warum.

Schauen Sie sich den Bildroman an!

Zur Bilderstory http://www.schlafmedizin-koeln-merheim.de/

Messungen im Schlaflabor

Messungen im Schlaflabor

Datenerhebung und Auswertungen, die zur Verfügung stehen im Detail:

* Auswertkriterien der Polygraphie (Standardpolysomnographie Stufe I)
EEG 2x, EOG, EMG(Kinn), EKG, Luftfluß, Atmungsanstrengung, O2 Sättigung, Lage, EMG-Bein 2x

Die Auswertungen erfolgen von :

* EEG : Stage I Stage II Stage III Stage IV REM Spikeanalyse usw.
* EKG: Herzfrequenz , Amplitude, Rhythmus,zyklische Entsättigungen
* Schlaflatenzen, Schlaftiefe und Anteile der Phasen
* EMG: Restless legs, Mobilitätsindex usw.
* Schlafzeit Effizienz, rel Verteilung usw.
* Entsättigungen (Apnoeindex usw.)
* SAS Stufendiagnostik: Zuordnungskriterien
* Schnarchen :obstruktiv oder zentral, Frequenzanalyse
* Schweregrade einer SAS (leicht mittel schwer)
* Druck bei nCPAP, biPAP, Druckeinstellung online

Restless Legs

Restless Legs
Wenn die Beine nicht zur Ruhe kommen

Die quälenden Beschwerden sind seit Jahrhunderten bekannt: Bereits 1685 wurde das Krankheitsbild der "unruhigen Beine" auch medizinisch "Restless- Legs- Syndrom"(RLS)- erstmalig beschrieben. Seit 1945 ist das Syndrom als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Immer dann, wenn sich ein Betroffener entspannen will, um den Streß des Tages abzuschütteln, wird er durch unruhige und "kribbelnde" Beine erheblich gestört - an Schlaf ist da oft nicht zu denken.

Schätzungen gehen davon aus, daß etwa 2 bis 5% der Bevölkerung an diesem lästigen Leiden erkrankt sind. Der Anteil der behandlungsbedürfigen Fälle liegt bei etwa 1%. Neben der ererbten Veranlagung für das RLS existieren auch erworbene Formen - beispielsweise bei Nierenschwäche, Eisenmangel und während der Schwangerschaft. Nach Untersuchungen zeigen 15% der an einer künstlichen Niere behandelten Patienten Krankheitszeichen wie Unruhe, Kribbeln oder andere sensible Störungen der Beine wie Reißen, Ziehen oder gar Schmerzen.

Lästig ist der unangenehme Bewegungsdrang der Beine, die Arme sind nur selten betroffen. Typisch für beide Formen des RLS ist das von allen Patienten geschilderte Phänomen, daß die Beschwerden durch Bewegung oder Gymnastik der Beine (Kniebeugen Treppensteigen. Fahrrad-Ergometer) gebessert werden können. Ruhesituationen wie lange Fahrten, Theater und Kinobesuche Langstreckenflüge, etc. sind typische Auslöser für den schmerzhaften Bewegungsdrang und die begleitenden unangenehmen Gefühlswahrnehmungen.

Am meisten leiden die betroffenen Menschen aber unter Schlafstörungen - besonders in der Einschlafphase. Später kommt häufiges Erwachen durch ständig wiederholtes Beinezucken (pms = periodic movement in sleep) hinzu.

Die Ursache dieser Störung ist nicht geklärt.

Funktionsstörungen des Nervensystems bzw. Mangelzustände an bestimmten Nervenbotenstoften werden angenommen. Die Behandlung war in der Vergangenheit schwierig. Doch jetzt haben klinische Untersuchungen gezeigt. daß die Kombination der beiden Wirkstoffe Levodopa und Benserazid zu einer deutlichen Reduktion der Beschwerden führt. Bestehen neben Einschlafstörungen in der zweiten Nachthälfte auch Durchschlafstörungen so kann zusätzlich eine langsam wirkende Depot -Form des Medikaments Levodopa eingenommen werden.