Eine kleine Allergie-Fibel

Eine kleine Allergie-Fibel

Die Zahl der Allergie-Erkrankungen hat sich in den letzten drei Jahrzehnten vervielfacht. Immer mehr Menschen reagieren auf allergene Stoffe (Antigene). So soll in Deutschland jeder elfte Bundesbürger unter Heuschnupfen leiden (das sind viermal so viele Männer und Frauen wie vor ca. 30 Jahren) und die Anzahl der Menschen, die an allergischem Asthma leidet, hat sich in dieser Zeit verdoppelt. Nicht selten gesellt sich einer bestehenden Allergie eine weitere hinzu. Eine starke Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen (sowie deren Angehörigen) ist die Folge.

Die Gründe für die Zunahme von allergischen Reaktionen sind mehrschichtig. Viele der zusammenhängenden Faktoren sind noch nicht völlig geklärt. Hier einige mögliche Ursachen:

  • Immer mehr neue Stoffe werden biotechnologisch oder chemisch synthetisiert gewonnen (allein in Europa sind 130.000 Chemiestoffe im Handel, jedes Jahr kommen Hunderte dazu)
  • Zunahme täglicher Stress-Situationen — Dauerstress — Abnahme des seelischen Wohlbefindens. Die Psyche kann ebenfalls ein Faktor sein, der die Bereitschaft des Körpers verstärkt (bzw. schwächt), auf ein Antigen allergisch zu reagieren
  • Import vieler ungewöhnlicher exotischer Früchte; Entstehung von Schimmelpilzen durch lange Lagerung
  • Rauchen (Tabakrauch = größter Luftverschmutzer in den Innenräumen)
  • Wohngifte → Zu lange Aufenthalte in geschlossenen Räumen. Es ist erwiesen, dass die zunehmende Belastung in Innenräumen besonders hoch ist: Feuchte Kellerräume, nasse Flecken unter der Tapete und hinter den Schränken, feuchte Wäsche, schlecht oder nicht belüftbare Badezimmer etc.
  • Luftverschmutzung
  • Gifte am Arbeitsplatz

Was ist unter dem Begriff „Allergie“ zu verstehen?

Allergie ist eine überschießende (= zu starke körpereigene Abwehr auf Fremdstoffe) und unerwünschte Reaktion (= Überempfindlichkeitsreaktion und/oder Sensibilisierung) des Organismus auf bestimmte Stoffe in der Umwelt: die Allergene (Antigene). Viele dieser Allergene stammen aus natürlichen Quellen wie z.B. Blütenpollen, Insektengiften, Tierhaaren, Milben und Nahrungsmitteln. Andere Allergene kommen aus den bekannten Schadstoffen wie zum Beispiel Autoabgase. Unerwünscht ist diese Reaktion, weil sie auf die Dauer krank machen kann: Im Gewebe und in Organen können sich Entzündungsprozesse entwickeln. Wenn Ärzte von einer Sensibilisierung sprechen, dann verstehen sie darunter diese erhöhte Empfindlichkeit — zum Beispiel für verschiedene Arten von Birkenpollen. Nicht bei jedem Menschen muss diese Empfindlichkeit als Allergie in Erscheinung treten, aber wenn sie ein erstes Mal auftaucht, bricht die Überreaktion schon durch kleinste Mengen des Allergens immer wieder aus.

Allergieauslöser — einige von Unzähligen

  • Pollen — der Blütenstaub von Gräsern, Bäumen oder Sträuchern
  • Staubförmige Tierhaare oder -schuppen
  • Hausstaub. Hausstaubmilben sind einen halben Millimeter große, spinnenartige Tiere. Ihre Lieblingsspeise sind menschliche Hautzellen. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort ist das Bett. Der getrocknete Kot dieser Milben bildet gemeinsam mit dem üblichen Staub den „Hausstaub“
  • Schimmelpilze
  • Mehl, Zement
  • Nahrungsmittelzusätze
  • Luftschadstoffe, vor allem Formaldehyd, Isocyanate (Schaumstoffe) und Schwefeldioxid
  • Chemikalien in Reinigungsmitteln, Kosmetika etc.
  • Chemikalien am Arbeitsplatz
  • Medikamente, vor allem Penicillin, in die Vene gespritzte Kontrastmittel für Röntgenuntersuchungen, Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Metamizol, Mittel zur örtlichen Betäubung, Hautsalben, die Perubalsam enthalten, Bestandteile von Sonnenschutzmitteln

Mögliche Auswirkungen von Allergien

Organe Symptome und Beschwerden
Auge Bindehautentzündung
Schwellung des Lids
Atemwege Schnupfen
Niesreiz
Schwellungen am Kehlkopf und im Hals
Atemnot, Bronchialasthma
Entzündung der Lungenbläschen
Haut Quaddelbildung
Schwellungen
Ekzeme
Neurodermitis
Magen-Darm-Trakt Übelkeit, Durchfall
Entzündung der Magenschleimhaut
Blutgefäßsystem Blutgefäßentzündung
Kreislaufzusammenbruch (Schock)
Blut Zerstörung und Verminderung von Blutkörperchen oder Blutplättchen
Zentrales Nervensystem Fieber
Gelenke Gelenkentzündung
Nieren Nierenentzündung

(Quelle: „Allergien — das Immunsystem auf Abwegen“, Herausgeber: Stiftung Warentest)

Wie entstehen Allergien?

Die „Abwehr“ des Körpers — Unser Immunsystem

Um das Krankheitsbild „Allergie“ zu verstehen, muss man wissen, wie die körpereigene Abwehr arbeitet und was passiert, wenn sie „überschießt“.

Damit Fremdstoffe allergische Reaktionen auslösen können, müssen sie zunächst die äußeren Grenzflächen des Körpers — entweder die Haut oder die Schleimhaut — durchdringen. Haut und Schleimhaut bilden die „erste Verteidigungslinie“ des Organismus. Diese erste Barriere ist jedoch ein durchlässiger Schutzschild. Und dies muss auch so sein, denn mit dem Schweiß werden zum Beispiel Stoffwechselprodukte über die Haut ausgeschieden und in den Lungenbläschen findet ein intensiver Gasaustausch zwischen innen und außen statt. So ist es möglich, dass auch schädliche Stoffe die Haut durchdringen, vor allem aber dort, wo diese bereits vorgeschädigt ist.

Wenn Krankheitserreger es schaffen, die Schutzbarriere „Haut“ zu überwinden, stoßen sie auf eine zweite Verteidigungslinie: das Immunsystem. Dieses „intelligente“ Abwehrsystem kann Krankheitserreger an charakteristischen Strukturen als fremd erkennen.

Es gibt aber auch unerwünschte Antworten des Immunsystems, die den Organismus schädigen, zum Beispiel, wenn es körpereigene Zellen als fremd verkennt: In diesem Fall bekämpft sich der Körper auf selbstzerstörerische Weise (Autoimmunkrankheiten). Der Preis, den der Organismus also für seine Fähigkeit zur Abwehr zu zahlen hat, besteht in der Gefahr von Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) und von Autoimmunkrankheiten (z.B. Colitis Ulcerosa = Dickdarmerkrankung).

Die häufigste unerwünschte Reaktion unserer körpereigenen Abwehr ist die Allergie. Auch hier bekämpft das Immunsystem körperfremde Eindringlinge. Allerdings überschätzt es in diesem Fall die Gefahren, die von den eingedrungenen Stoffen ausgehen.

Die Organisation unseres Immunsystems

Eine Schlüsselstellung innerhalb des Abwehrsystems nehmen die Lymphozyten (lympho = Lymphe; zyto = Zelle) ein. Es handelt sich bei ihnen um die kleinsten Vertreter der weißen Blutkörperchen. Sie entstehen im Knochenmark (B-Lymphozyten; B = „bone marrow“) und im Thymus (T-Lymphozyten) und reifen zu spezialisierten Abwehrzellen heran. Von dort aus gelangen sie mit den Körperflüssigkeiten in die Bereiche, in denen sich die eigentlichen Abwehrreaktionen hauptsächlich abspielen, zum Beispiel in die Milz und in die Lymphknoten oder das lymphatische Gewebe, zu dem u.a. die Schleimhautoberfläche zählt.

Es wird zwischen einer angeborenen (sie steht uns von Geburt an zur Verfügung in Körperflüssigkeiten als besondere Substanzen und Fresszellen) und einer erworbenen („intelligenten“ = lernfähigen) Immunität unterschieden.

Die erworbene Immunität

Wenn die Lymphozyten ihre Bildungsorte verlassen, sind sie noch nicht hochspezialisiert. Das werden sie erst durch Kontakt mit körperfremden Stoffen: Unter deren Einfluss entwickeln sich zunächst die aus dem Knochenmark stammenden B-Lymphozyten zu sogenannten Plasmazellen weiter. Mit Unterstützung der im Thymus gebildeten T-Lymphozyten sind sie dann in der Lage, abwehrtüchtige Eiweißmoleküle zu produzieren: die Immunglobuline (Globuline = Kügelchen). Ihrer Funktion nach sind sie Antikörper, die mit speziellen Fangarmen gegen körperfremde Stoffe (Antigene oder Allergene) vorgehen. Diese Antigen-Antikörper-Reaktion schafft die Voraussetzung für die Aktivierung verschiedener Abwehrzellen, die eigenständig oder mit Hilfe abbauender Substanzen fremde Eindringlinge vernichten.

Immunglobuline

Alle Antikörper sind Immunglobuline (Ig). Sie werden ihrer Funktion nach in fünf Klassen eingeteilt. Ihre Bedeutung für allergische Reaktionen ist sehr unterschiedlich:

Immunglobulin G (IgG)

Schützt bereits das Ungeborene, da es die „Plazentaschranke“ = das Schutzschild des Kindes gegen Viren und Bakterien überwinden kann.
IgG ist an zwei allergischen Reaktionen beteiligt:

  • Asthma, ausgelöst durch Schimmelpilzsporen (Aspergillose)
  • Entzündung der Lungenbläschen (Alveolitis)

Immunglobulin A (IgA)

Entsteht direkt in den allergenausgesetzten Grenzflächen — vor allem von Lunge und Darm. IgA überzieht zusammen mit den Sekreten die Schleimhautoberflächen und hindert sowohl Krankheitserreger als auch Allergene daran, sich dort festzusetzen und tiefer einzudringen. Bei Erfolg wird die körpereigene Abwehr gar nicht weiter mobilisiert, so dass potentiell allergische Reaktionen unterbleiben. Wenn aber eine Schwächung oder Schädigung der Haut- und Schleimhaut vorliegt, fördert das den Ausbruch von Allergien.

Immunglobuin M (IgM)

IgM befindet sich vor allem in den Blutgefäßen und fördert zusammen mit IgG das Verklumpen von Partikeln und Molekülen, die Fresszellen dann leichter verspeisen können.
Gleichzeitig ist es daran beteiligt, das Aufschaukeln allergischer Reaktionen abzubremsen.

Immunglobulin D (IgD)

IgD wird von „jungen“ B-Lymphozyten gebildet und sitzt auf deren Oberfläche. Seine Rolle bei allergischen Reaktionen ist noch weitgehend unerforscht. IgD kreist mit den Lymphozyten im Blutserum und dient ihnen möglicherweise als Fangarm für Antigene.

Immunglobulin E (IgE)

IgE stammt aus dem lymphatischen Gewebe, das direkt den Atemwegen und dem Magen-Darm-Kanal anliegt, und gelangt von dort aus ins Blut. Obwohl es in sehr kleinen Mengen vom Körper gebildet wird, bringt dieser Antikörper über 90 Prozent aller allergischen Reaktionen ins Rollen.
Für die unangenehmen Auswirkungen der meisten Allergien ist eine spezielle Fähigkeit des
IgE verantwortlich: Dieser Eiweißkörper koppelt sich leicht an jene Körperzellen, die in Haut und Schleimhaut die allergischen Symptome auslösen können. Wenn der Antikörper in dieser Position mit seinen Fangarmen Allergene dingfest gemacht hat (Antigen-Antikörper-Reaktion), beeinflusst er die Funktion verschiedener Zellen und setzt so die Entzündungsreaktion in Gang.

Um zu wissen, wie und wo die Immunglobuline (= Antikörper) funktionieren, und wie sie sich bei den 4 verschiedenen Allergietypen auswirken, sollte man folgendes beachten:

Unser Abwehrsystem kennt zwei Wege der „Immunantwort“:

  1. Humorale Antwort (humor — lateinisch: = Flüssigkeit)
    Die meisten Reaktionen des Abwehrsystems werden von Antikörpern vermittelt, die von B-Lymphozyten beim Eindringen von Allergenen in großer Menge produziert werden. Da diese Antikörper durch
    Körperflüssigkeiten im Organismus verteilt werden, spricht man von der humoralen Antwort.
  2. Zelluläre oder zellvermittelte Antwort
    Bei der zellulären oder
    zellvermittelten Antwort greifen die Abwehrzellen direkt ein. Wenn sich z.B. Allergene an Körperzellen festhalten, können T-Lymphozyten als T-Killerzellen sich an diese ankoppeln und zerstören. In diesem Fall spricht man von der zellulären oder zellvermittelten Antwort, da ganze Zellen — und nicht deren Produkte (= Antikörper) die Eindringlinge attackieren.

Ein weiterer „Schlüssel“: Die Mastzellen

Mastzellen spielen eine Schlüsselrolle beim Auftreten von Allergien. Diese aus dem Knochenmark stammenden weißen Blutkörperchen, die im lockeren Bindegewebe aller Organe (außer im Gehirn) sitzen, werden so genannt, weil sie „bis zum Rand“ kleine, substanzgefüllte Bläschen enthalten.

Zwei Eigenschaften machen sie zu Schaltstellen vieler Allergien:

  • Auf ihrer Oberfläche können beim Eindringen von Allergenen IgE-Antikörper ankoppeln. Beim Erstkontakt sind die Mastzellen nur mit wenigen spezifischen Antikörpern bestückt (Sensibilisierung).
  • Die durch eine Antigen-Antikörper-Reaktion eingefangenen Allergene verändern die Durchlässigkeit der Mastzellen-Membran (Membran = Zellabgrenzung). Sie entlässt die substanzgefüllten Bläschen aus ihrem Innern. Diese Bläschen setzen sodann ihre Substanzen frei: die sogenannten Mittlersubstanzen (= Mediatoren), zum Beispiel Histamin. Die Mittlersubstanzen rufen im umliegenden Gewebe Entzündungsreaktionen hervor.
    Neben diesen „festsitzenden“ Mastzellen gibt es auch „zirkulierende Mastzellen“ (in der Fachsprache „basophile Leukozyten“), die mit dem Blut durch den Körper geschleust werden und in das Gewebe einwandern.

Die Mittlersubstanzen (Mediatoren)

An den meisten Allergiesymptomen direkt beteiligt sind die Mittlersubstanzen, auch Mediatoren oder Entzündungszellen genannt. Sie sind nicht nur an allergischen Erkrankungen, sondern auch an allen anderen entzündlichen Prozessen beteiligt.
Die verschiedenen Mittlersubstanzen unterscheiden sich in ihrer Wirkung. Der bekannteste und am besten untersuchte Mediator ist
Histamin.

  • Seine Ausschüttung aus den Mastzellen der Schleimhaut verursacht in Nase, Mund und Augen Juckreiz und verstärkt die Schleimbildung. In den Bronchien zieht sich die glatte Muskulatur zusammen, so dass es zu Krampf und Atemnot kommt. In der Haut lässt derselbe Mediator juckende Quaddeln und Rötungen entstehen.
  • Der Magen produziert unter Histamineinfluss mehr Magensäure, und der Darm reagiert mit Krämpfen und Durchfall. Histamin kann in hohen Konzentrationen zum Schock führen (siehe anaphylaktischer Schock, weiter unten).
    Mastzellenstabilisatoren und Antihistaminika können seine Freisetzung blockieren.

Die Allergie-Typen

Man kennt 4 Typen von allergischen Reaktionen, die sich in der Zeitspanne zwischen Allergenexposition und Allergieausbruch sowie im Mechanismus der Immunantwort unterscheiden:

Typ I: Anaphylaktische Reaktion oder Allergie vom Soforttyp

Hierunter fallen über 90 Prozent aller Allergien. Die Symptome treten unmittelbar nach Kontakt mit dem Allergen auf. Sie beruhen auf einer gesteigerten Produktion des Antikörpers IgE, der — gekoppelt an Mastzellen im Gewebe — Allergene einfängt. Nach einer Sensibilisierungsphase werden bei späteren Allergenkontakten aus den Mastzellen Mittlersubstanzen frei, die Entzündungen und damit die Symptome von Allergien hervorrufen.

Hierunter fallen über 90 Prozent aller Allergien. Die Symptome treten unmittelbar nach Kontakt mit dem Allergen auf. Sie beruhen auf einer gesteigerten Produktion des Antikörpers IgE, der — gekoppelt an Mastzellen im Gewebe — Allergene einfängt. Nach einer Sensibilisierungsphase werden bei späteren Allergenkontakten aus den Mastzellen Mittlersubstanzen frei, die Entzündungen und damit die Symptome von Allergien hervorrufen.

Typische Erkrankungen bei Typ I:

  • Allergischer Schnupfen
  • Allergisches Asthma
  • Nesselausschlag
  • Angioödem (Gefäßschwellung)
  • Nahrungsmittelallergie
  • Anaphylaktischer Schock (siehe oben)

Typ II: Zytotoxische Reaktion (griechisch: zyto = Zelle, toxisch = giftig)

Bei dieser zellschädigenden Allergieform richtet sich der Angriff gegen körpereigene Zelloberflächen, an die sich kleine, körperfremde Teilchen gebunden haben. Dadurch wurden die Zellen zum Allergen.

Antikörper der Klasse IgG und IgM verbinden sich nicht nur mit dem Fremdstoff, sondern koppeln sich zugleich an Abwehrzellen, die vor Ort das Allergen bekämpfen. Da es Fresszellen schwer fällt, sich vollständige Körperzellen einzuverleiben, werden zellschädigende Enzyme ausgeschüttet. Diese zerstören nicht nur zum Allergen verwandelte Zellen, sondern schädigen zugleich umliegendes Gewebe. Eine allergische Erkrankung ist die Folge.

Haben derart attackierte Körperzellen den Fremdstoff auf ihrer Oberfläche selbst gebildet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung.

Andernfalls wurde er von außen zugeführt und hat sich an Zellen geheftet. (Allergische Reaktionen auf Medikamente oder deren Abbauprodukte).

Typische Erkrankungen bei Typ II:

  • Schwund weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)
  • Zerstörung roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
  • Blutgruppenunverträglichkeit in der Schwangerschaft

Typ III: Immunkomplexbildung

Unter bestimmten Bedingungen ballen sich Allergene und Antikörper zu mehrgliedrigen Komplexen zusammen, an die bisweilen sogar noch Körperzellen gebunden sind. Hierfür primär verantwortlich ist der Antikörper IgG. Er lockt verschiedene Abwehrzellen und -faktoren an, die zwar durch abbauende Enzyme Immun-komplexe auflösen können, aber zugleich umliegendes Gewebe schädigen (Typ II). Wenn die körpereigene Abwehr nicht in der Lage ist, die Zahl der Immun-komplexe niedrig zu halten, können sich diese in Organen ablagern und dort Entzündungen hervorrufen, etwa in der Niere oder in den Gelenken.

Die Allergiesymptome bilden sich nicht sofort heraus, sondern erst nach einigen Stunden oder Tagen. Dies zeigt sich z.B. bei einer durch Arzneimittel ausgelösten Serumkrankheit oder wenn sich durch wiederholten Kontakt mit Allergenen im Heu, Stroh oder Laub die Lungenbläschen entzünden.

Typische Erkrankungen bei Typ III:

  • Gefäßentzündung
  • Serumkrankheit durch Injektion von Fremdeiweiß
  • Entzündung der Lungenbläschen
  • Entzündung der Nieren
  • Entzündung der Gelenke

Typ IV: Zelluläre Immunreaktion

Reagieren bestimmte Abwehrzellen des Immunsystems, die T-Lymphozyten, mit dem Allergen (also nicht deren Produkte die Immunglobuline oder Antikörper), spricht man von einer zellvermittelten oder zellulären Antwort. Wie bei der Typ II-Reaktion entstehen die Allergene, wenn kleine körperfremde Teilchen (Halbantigene, Halballergene) in den Organismus gelangen und sich mit Eiweißmolekülen von Körperzellen verbinden. Die T-Lymphozyten vermögen es dann mit Hilfe besonderer Zellen, die winzigen Eindringlinge zu erkennen und dingfest zu machen.

Im Kampf gegen den Fremdstoff setzen die T-Lymphozyten Substanzen frei, die nicht nur Entzündungen fördern, sondern zum Beispiel Fresszellen anlocken und aktivieren. „Lymphokine“ heißen diese Mediatoren (Lympho = Lymphe; kinese — griechisch: = Bewegung). Der Name rührt von ihrer Beweglichkeit her.

Wie bei Typ I-Allergien gibt es eine — manchmal lange — Sensibilisierungsphase und eine heftige Reaktion bei jedem neuen Allergenkontakt.

Typische Erkrankungen bei Typ IV:

  • Kontaktekzem (Kontaktdermatitis, Kontaktallergie)
  • Arzneimittel-Ausschlag (Arzneimittel-Exanthem)

Quellen:
„Allergien — Das Immunsystem auf Abwegen“, Herausgeber Stiftung Warentest
„Kursbuch Gesundheit“, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln
„Mensch — Körper — Krankheit“, jungjohann Verlag, Neckarsulm

Literaturhinweis

Wer sich über das Krankheitsbild „Allergie“ in einem größeren Umfang informieren will, dem empfehlen wir den Ratgeber „Allergien — Das Immunsystem auf Abwegen“. Der Herausgeber dieses für medizinische Laien leicht verständlichen Ratgebers ist die Stiftung Warentest. Im Anhang des Buches finden Sie Informationen über Selbsthilfegruppen und Ambulatorien sowie Literaturhinweise zum Nach- und Weiterlesen. (Bestellnummer: ISBN 3-931908-24-0)

Igelleistungen – Sinn oder Unsinn

Igelleistenungen sind ärztliche LEISTUNGEN die leider nicht von den Krankenkassen übernommen werden und von den Ärzten direkt mit dem Patienten abgerechnet werden.

Lt. Krankenkassen sind viele der Leistungen nicht in der Sache sicher und diese möchten wie immer gerne sparen aber die Ärzte möchten gerne etwas mehr verdienen und leiden tut wie immer der Patient.

Leider nutzen viele Ärzte oder bestimmte Ärzte und Gruppen diese Leistungen gerne aus und die Patienten werden „etwas“ abgezockt.

 

Unser Problem ist eigentlich was bringt uns die Igelleistung wirklich. Sollte man auf den Arzt hören, Auf den Verstand oder auf die Krankenkassen. Alle möchten das Beste für sich. Ob es Sinnvoll ist oder nicht ist ersteinmal nebensächlich. Die Entscheidung allerdings auch hier und da etwas unter Zwang liegt bei  Patienten. Wir sollten uns genau überlegen und ggf. bei jemanden der sich „vielleicht auskennt“ nachhören was aber leichte gesagt wie getan ist. Was mache ich wenn der Arzt sagt ohne Igel mache ich die andere Sache auch nicht.

Jetzt gibt eine Internetplattform

www.igel-monitor.de

 

vielleicht nütze diese etwas oder bringt etwas Licht ins Dunkle:-)

 

 

Allergiker und der Restaurant-Besuch

Mit „Eine Bitte an den Koch“ soll Allergiker der Restaurant-Besuch erleichtert werden:
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund hat unter diesem Thema Info-Karten heraus- gebracht, damit Nahrungsmittelallergiker beim Essengehen schnell und einfach dem Personal ihre Einschränkungen erklären können und der Koch Tipps für die Zubereitung erhalten kann.
Die verschiedenen Fkyer zu Unverträglichkeit beispielsweise auf Erdnüsse, Hühnerei, Milch oder Weizen gibt es kostenlos telefonisch unter 02161 / 814940 oder unter
www.daab.de zu bestellen.

Verlust des Versicherungsschutzes bei Verschweigen einer von Erkrankung

Verlust des Versicherungsschutzes bei Verschweigen einer Diabetes-Erkrankung

Das Oberlandesgericht Koblenz (Az.: 10 U 1733/01) hat entschieden, dass ein Diabetiker seinen Versicherungsschutz verliert, wenn er bei Abschluss einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung schwere Erkrankungen oder erkennbar chronischen Erkrankungen verschweigt. Es ist dann in der Regel anzunehmen, dass sich der Versicherungsnehmer bewusst ist, dass ihn der Versicherer bei wahrheitsgemäßer Beantwortung nur mit erschwerten Bedingungen oder Leistungsausschlüssen aufnehmen würde.

Fachärtzebezeichnung

Die Liste wird ständig erweitert. Vielleicht können die Leser sich daran beteiligen Danke
Allergologen Entstehung, Verlauf und Behandlung von Allergien.
Allgemeinmediziner Meist Hausärzte. Bei gesundheitlichen Probleme erste Ansprechpartner.                                                                               Anästhesisten-Anaesthesiologie Führen Narkosen durch und sind auch auf Intensivstationen Notärtze
Andrologen Männerkunde meistens sind es Urologen.
Angiologen Gefäßspezialisten an Arterien, Venen und Lymphdrüsen.
Arbeitsmediziner Fragen der Gesundheit am Arbeitsplatz und berufsbedingten Krankheiten
Chirurgen Operieren. Manche sind spezialisiert auf Bauchorgane, Gehirn, Gefäße, Gehirn, Gehirn Herz, Unfallverletzungen Schönheitsoperationen und vieles mehr    Allgemeinchirurgie Gefäßchirurgie Herzchirurgie Kinderchirurgie Orthopädie und Unfallchirurgie Plastische und Ästhetische Chirurgie Thoraxchirurgie Visceralchirurgie
Diabetologe Diabetesbereiche
Dermatologen/Venerologie Hauterkrankungen. Hauttumoren gut- und bösartig, allergische Hautreaktionen, Geschlechtskrankheiten
Endokrinologen Verschiedene Hormonstörungen, Zuckerkrankheit. Lehre von Hormonen, Panhypopituitarismus Schilddrüsenerkrankungen
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Diabetes insipidus (Wasserruhr)
Conn-Syndrom (Überproduktion an Aldosteron) Cushing-Syndrom (Überproduktion an Cortisol)Morbus Addison (Mangel an Nebennierenrindenhormonen) Adrenogenitales Syndrom (Vermännlichung der primären Geschlechtsmerkmale bei Frauen)
Akromegalie (übermäßig große (End-)Gliedmaßen und Riesenwuchs)
Kleinwuchs (auf Grund von Wachstumshormonmangel)
Unterzuckerung z. B. bei Insulinom Nebenschilddrüsenerkrankungen
Phäochromozytom Karzinoid (bösartiger Tumor)
Überschuss oder Mangel an Sexualhormonen (zum Beispiel Testosteronmangel, Verweiblichung, Hirsutismus, Virilismus, Transsexualität)
Gastroenterologen/Gastroenterologe Magen-Darmspiegelungen. Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit diesem Trakt verbundenen Organe Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Schwerpunkte innerhalb des Fachgebietes sind die Endoskopie, die Hepatologie und die gastroenterologische Onkologie             Geriatrie   auch Alters- oder Altenmedizin bzw. -heilkunde, ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen
Gerontologen Altersheilkunde, alterspezifische Krankheiten.
Gynäkologen Weiblichen Geschlechtsorgane, Schwangerschaft und Geburt.
Hals-Nasen-Ohren-Ärzte  HNO   Mund und Rachen, Nase, Ohren und die oberen Luftwege.
Hämatologen Erkrankung des Blutes, des Knochenmarks und des Immunsystems Immunsystems Leukämie, Lymphknotenveränderung,
Blutarmut und Gerinnungsstörungen.

Hämostaseologen Befassen sich mit den Faktoren, die die Blutgerinnung
beeinflussen oder stören.

Humangenetik ist ein Teilgebiet der Genetik. Diese beschäftigt sich speziell mit dem Erbgut des Menschen.
Infektiologie   Behandlung viraler, bakterieller und protozoaler Infektionen beim Menschen beschäftigt.  (Bakteriologie, Virologie, Parasitologie und Immunologie)
Internisten Innere Erkrankungen. Manche sind spezialisiert auf
Angiologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Onkologie. Sind
auch oft Hausärzte.
Kardiologen Herz- und Kreislauferkrankungen.

Kinderärtze und Jugendärtze sagt der Name
Labormediziner Untersuchungen im Blut, Urin und im Stuhl.
Lungenärtze sagt der Name sind auch Internisten/Allergologen 
Asthma bronchiale, akute und chronische Bronchitis, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), pulmonale Hypertonie (hoher Blutdruck in den Pulmonalarterien) Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) Lungenemphysem (Blählunge) Pleuritis (Rippenfellentzündung) Lungenentzündung (Pneumonie)
Lungentuberkulose Mukoviszidose (zystische Fibrose) Lungenfibrose
Pleuraerguss Schlafapnoe-Syndrom Lungenembolie interstitielle Lungenerkrankungen
Mikrobiologen Laborverfahren bei Infektionskrankheiten.
Neurologe    die Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems,  Gehirn
Nephrologen Nieren, führen Dialysen (Blutwäsche) durch.eilgebiet der Inneren Medizin. Sie befasst sich mit den Erkrankungen der Niere                   Neonatologie  Problemen und deren Behandlung von Frühgeborenen

Notärzte/Unfallärzte  oft Anaesthesiologie

Nuklearmedizin  Anwendung radioaktiver Substanzen und kernphysikalischer Verfahren in der Medizin

Onkologen Krebserkrankungen, auch um Nachsorge.                                    Ophthalmologie, Ophthalmiatrie  Augenheilkunde
Orthopädie Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparts.                        Pädaudiologie  Wissenschaft von Hörstörungen (des Hörens) und der Auditiven Wahrnehmung im Kindesalter. Die Pädaudiologie bildet zusammen mit der Phoniatrie die Grundlage des Facharztes für Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen

Pädiater/Pädiatrie       Für Kinder und Jugendliche.
Pathologen       Untersuchten Gewebeproben, führen Obduktionen durch.
Pharmakologen Erforschen Wirkungen von Arzneien, arbeiten an Entwicklung  neuer Medikamente.
Phlebologen Erkennung und Behandlung von Venen und
Lymphgefäßerkrankungen.                                                                                Phoniatrie    Störungen der Stimme, des Sprechens, der Sprache und des Schluckakts 

Pneumologen Lungenfacharzt, spezialisiert auf Asthma und COPD.
oft Schlafapnoe sind auch Internisten
Proktologen Erkrankungen des Enddarms.
Psychiater Erkrankungen des Geistes.  krankhaft veränderten Bewusstseins, Erinnerungsvermögens und Gefühls- bzw. Seelenlebens. Sie beschreibt Symptome psychischer Störungen, die in ihrer Komplexität dann als Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen benannt werden.
Pschosomatiker Körperliche Probleme, bei denen die Psyche eine Rolle spielt.
Ophthalmologen Augenärzte. führen Eingriffe am Auge durch.
Radiologen/Nuklearmedizin für Röntgen, Kernspintomographie, Computertomographie und Ultraschall

Rechtsmedizin, auch Forensische Medizin oder Gerichtsmedizin genannt, umfasst die Entwicklung, Anwendung und Beurteilung medizinischer und naturwissenschaftlicher Kenntnisse für die Rechtspflege sowie die Vermittlung arztrechtlicher und ethischer Kenntnisse für die Ärzteschaft.
Rheumatologen Entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparats.
Strahlentherapeuten Behandeln Erkrankungen gut- und bösartig mit Strahlen.
Transfusionsmediziner betreut Blutspender, stellen Blutpräparate her.
Urologen Harnproduktion und -Ausscheidung beteiligten Organe. harnbildenden und harnableitenden Organen, also mit Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre. Urologen behandeln zudem auch Krankheiten der Geschlechtsorgane des Mannes, also der Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, des Penis sowie der Prostata und decken damit Bereiche der Andrologie ab. Es gibt Überschneidungen zur Nephrologie, Gynäkologie, Neurologie, Onkologie und Chirurgie.               Venerologie   Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten    auch Dermatologe
Viszeralchirurgen Operative Behandlung der Organe im Bauchraum zwischen Brustkorb und Becken.
Virologe Virusinfekte

Zusatzbezeichnungen auf Medikamentenpackungen

Bedeutung der Zusatzbezeichnungen auf Medikamentenpackungen

Die Handelsnamen von Arzneimittelpräparaten werden oft um Zusatzbezeichnungen ergänzt, die entweder den Wirkstoff, eine „Wirkstoffklasse“ oder die „Wirkstärke“ angeben. Aus dem eigentlichen Handelsnamen kann nur in Einzelfällen auf die medizinische Anwendung geschlossen werden. So weisen z.B. die Namensbestandteile „cor“ (lateinisch: Herz) und „kardia“ (griechisch: Herz) auf Medikamente für Herztherapien hin oder „derma“ (griechisch: Haut) auf ein Medikament gegen Hauterkrankungen. 

„akut“                                    Arzneimittel mit schneller Wirkung.

„comp“ oder „Plus“ „co“    compositus                                                                                         (zusammengesetzt)  Kombinationspräparat.                                                      Zusammensetzung aus zwei oder mehreren                                                     Wirkstoffen.    Mehrere Arzneiwirkstoffe                                                            stecken drin.

Comp                                bedeutet, dass das Medikament aus mehreren                                                   Wirkstoffen  besteht also eine                                                                             Kombinationspräparat ist.

„ dil “                              dilutus (verdünnt)

„EDO“                               Ein-Dosis-Ophtiole (Behältnis für Augentropfen).

„ Emul “                          emulsion (Emulsion)
 „forte“  fortissimum, f, mega ?         Höhere Dosierung mehr                                                                                      Wirksubstanzen als sein                                                                                      Basispräparat.

 Forte dagegen bedeutet, dass es in der Regel zum normalen                            Medikament noch dieses mit stärkerer Wirkung gibt, also mit                          höherer Dosierung. „forte“ bedeutet übersetzt „stark“.

„ Gtt “                                gutta (Tropfen)

“ I.E. (IE)“                            Internationale Einheit (Maßeinheit für biologische                                               Wirkstoffe).

„ Lin “                                 linimentum (Einreibung)

 “ liq „                                  liquidus (flüssig)

„ Lot “                                lotio (Schüttelmixtur)

„Mono“                                Das Arzneimittel hat nur einen Wirkstoff.

 

„Mite“ „minor“                Das Medikament hat eine mittelstarke Wirkung.                                                Wirksubstanzen sind um etwa 50 % gegenüber                                                  dem Ausgangspräparat reduziert (schwächere                                                  Konzentration).

„Mups“                             multiple unit pellet system (eine teilbare                                                             Retardtablette zerfällt im Magen in kleine                                                         Kügelchen und passierewird anschließend im Darm                                           über längere Zeit  hinweg aufgelöst).

„nat“                                naturalis (natürlicher Inhaltsstoff)
„N“                                   Leicht überarbeitete neu(e) Zusammensetzung                                                kennzeichnet in der Regel ein Medikament mit                                                  einer neuen  geänderten Wirkstoffzusammen-                                                  setzung. Die Wirkung ist  gegenüber der                                                            ursprünglichen Zusammensetzung genauso                                                       oder weicht nur unbedeutend ab.

“ N 1 „                        kleinste Packungsgröße (Packungen für kurze                                                  Anwendungsdauer oder Verträglichkeitstests)

“ N 2 „                        mittlere Packungsgröße (Packungen für mittlere                                              Anwendungsdauer)

“ N 3 „                        Großpackung (Packungen für längere                                                                Anwendungsdauer  wie chronische Erkrankungen)

„ Off-Label-Use “       Das sind Fertigarzneimittel, die außerhalb der                                                    zugelassenen bzw. genehmigten Anwendung vom                                            Arzt verschrieben werden. Zu dieser                                                                  Therapiealternative greift er immer dann, wenn                                                 keine geeigneten Medikamente für ein bestimmtes                                           Krankheitsbild entwickelt wurden, jedoch dieses                                               Medikament den Heilungsprozess einer Krankheit                                             außerhalb der genehmigten Anwendung positiv                                                 beeinflusst.

“ OP „                     Originalpackung oder Originalpräparat (so genannte                                         Nachahmerpräparate werden nach Ablauf des                                                 Patentschutzes von Originalpräparaten als „Generika“                                       bezeichnet. Diese enthalten die gleichen Wirkstoffe und                                   sind von gleicher Qualität wie das „OP“).

„pico“                       es sind weniger Wirksubstanzen als im                                                              Ausgangspräparat  vorhanden (schwächere                                                      Konzentration).

„ Placebos “          (lat.: „Ich werde gefallen“. Wirkstofffreie                                                            Scheinmedikamente)
Einem Patienten verabreichte Scheinmedikamente                                          setzen einen Selbstheilungsprozess in Gang, sofern                                          dieser von der wirkstofffreien Substanz nichts weiß.                                          Neben ärztlicher Zuwendung oder einem spontanen                                        Selbstheilungsverlauf scheinen noch andere,                                                    wissenschaftlich noch nicht ergrändete Vorgänge und                                      Maßnahmen den Plecoboeffekt zu erklären.

„ POS “                producta ophthalmica sterilisata (ursprüngliche                                                Bezeichnung für Augenarzneimittel der Ursapharm                                          Arzneimittel GmbH & Co. KG. Wegen des hohen                                                Bekanntheitsgrades wird der Zusatz POS inzwischen                                         auch für andere Arzneimittel im Sortiment der Firma                                       verwendet)

„ Pulv “                    pulvis (Pulver)
„Retard“   „Ret.“, „Depot“    Wirkstoffe sind verzögert freigesetzt.                                                                 Langzeitwirkung (muss seltener                                                                         eingenommen werden).

Der Zusatz retard bei Medikamenten bedeutet, dass das                                 Medikament gleichmäßig über längere Zeit wirkt.                                             Das wird durch einen Überzug erreicht, der ermöglicht, dass der                     Wirkstoff erst nach und nach abgegeben wird. Deshalb sollte man                   Retard-Tabletten auch nur nach Absprache mit Arzt oder                                 Apotheker teilen. Arzneimittel mit verzögerter Langzeitwirkung                       (muss seltener eingenommen werden).

Hinweis! Tabletten mit einem Retard-Überzug dürfen, um ungewünschte Nebenwirkungen wegen der veränderten Wirkstoffabgabezeit zu vermeiden, nicht geteilt werden. Im übrigen sollte hinsichtlich der Teilbarkeit von Tabletten der Arzt oder Apotheker vorher befragt werden. Leider werden Tabletten gelegentlich mit so genannten „Schmuckkerben“ versehen, die zum Teilen verleiten.

„ sicc “                    siccatus (getrocknet)

„ sine “                       ohne Konservierungsmittel

„SL“, „S“, „L“             kennzeichnet die Geschwindigkeit (schnell – langsam)                                       mit der ein Arzneiwirkstoff freigesetzt wird                                                         (Bioverfügbarkeit). Eine Tablette oder ein Teil einer                                            Tablette wird schnell aufgelöst und bewirkt einen                                              schnellen Wirkungseintritt. Bei SL-Tabletten wird der                                        andere Teil langsam aufgelöst und bewirkt eine lange                                      Wirkungsdauer.

„ Sol “                                           Solutio (Lösung)

„ Supp “                                        Suppositoria (Zäpfchen)

„ Susp “                                        suspensio (Suspension)

„ Tct “                                           Tinctura (Tinktur)

„ Ungt “                                        Unguentum (Salbe)

„Wirkstärkenziffer z.B. 400“     bestimmt die Gewichtsangabe des                                                                     enthaltenen Wirkstoffes, meistens mg                                                               oder das Volumen in ml.

„ZOK“  zero order kinetics               (eine teilbare Retardtablette, gibt pro                                                                 Zeiteinheit immer die gleiche Menge an                                                             Wirkstoffen ab).

Kurioserweise wirken mittelgroße Tabletten schlechter als sehr kleine oder sehr große Tabletten. Rote Tabletten wirken eher als Weiße. Beruhigungstabletten wirken in der Farbe Blau am optimalsten. Bei Angstzuständen sind grüne Tabletten am wirksamsten. Im Vergleich zu eingenommenen Medikamenten wirken Spritzen besser. Und werden diese von einem Arzt gesetzt, tritt der Heilungserfolg eher ein als von einer Krankenschwester gesetzt.

Bei Schmerzempfindungen wurde bereits nachgewiesen, dass Placebos die Ausschüttung von körpereigenen Endorphinen (morphinartige Eiweißstoffe mit schmerzstillender Wirkung) bewirken und somit Schmerzempfindungen herabsetzen. Dem Patienten muss nur gesagt werden, dass ihm ein wirksames Schmerzmittel verabreicht wird.

Verlust des Versicherungsschutzes bei Verschweigen einer Erkrankung

Verlust des Versicherungsschutzes bei Verschweigen einer Diabetes-Erkrankung
Dies gilt natürlich auch für viele andere Erkrankungen
Das Oberlandesgericht Koblenz (Az.: 10 U 1733/01) hat entschieden, dass ein Diabetiker seinen Versicherungsschutz verliert, wenn er bei Abschluss einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung schwere Erkrankungen oder erkennbar chronischen Erkrankungen verschweigt. Es ist dann in der Regel anzunehmen, dass sich der Versicherungsnehmer bewusst ist, dass ihn der Versicherer bei wahrheitsgemäßer Beantwortung nur mit erschwerten Bedingungen oder Leistungsausschlüssen aufnehmen würde.